Broadcom, Aktie

Broadcom Aktie: 280 bis 319 Milliarden Dollar vernichtet

06.06.2026 - 00:39:12 | boerse-global.de

Broadcoms KI-Umsatzprognose verfehlt hohe Erwartungen, Aktie bricht zweistellig ein. Analysten sehen Risiken durch Eigenentwicklungen großer Kunden.

Broadcom Aktie: Kurssturz nach enttäuschendem KI-Ausblick
Broadcom - Ein zerbrochenes Dollarzeichen aus Glas vor einem dunklen Hintergrund mit einem fallenden Börsenchart, symbolisiert massive Wertvernichtung. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Broadcom wächst rasant. Genau das reicht dem Markt gerade nicht. Der neue KI-Ausblick verfehlt die sehr hohen Erwartungen, obwohl das Geschäft weiter boomt. Am Freitag notiert die Aktie bei 338,60 Euro, ein Minus von 6,26 Prozent; auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 11,77 Prozent.

Allein am Donnerstag verlor Broadcom je nach Berechnung rund 280 bis 319 Milliarden Dollar an Börsenwert. Das ist keine normale Gewinnmitnahme. Der Markt stellt die KI-Bewertung neu zur Diskussion.

KI-Ausblick trifft falschen Nerv

Broadcom stellt für das dritte Quartal einen KI-Chip-Umsatz von 16 Milliarden Dollar in Aussicht. Das wäre ein Plus von 200 Prozent zum Vorjahr. Am Markt lag die Messlatte höher. Einige Konsensschätzungen reichten bis 17,2 Milliarden Dollar.

CEO Hock Tan bestätigte das Ziel, bis zum Geschäftsjahr 2027 kumuliert mehr als 100 Milliarden Dollar KI-Umsatz zu erreichen. Er erhöhte diese Marke nicht. Genau das traf eine Aktie, die viel Zukunft bereits eingepreist hatte.

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Macquarie stufte den Titel auf „Neutral“ herab. Die Bank verwies auf mögliche Konkurrenz durch eigene Chips großer Kunden, etwa Googles TPU und Amazons Trainium.

Tan schärft auch das Geschäftsmodell. Broadcom will ausschließlich maßgeschneiderte KI-Chips verkaufen, keine kompletten KI-Systeme. Zu den zentralen Kunden zählen Alphabet, Meta, OpenAI und Anthropic. Lieferungen an OpenAI haben bereits begonnen.

Rekordzahlen helfen nur begrenzt

Operativ liefert Broadcom weiter stark ab. Im Berichtsquartal stieg der Umsatz auf 22,19 Milliarden Dollar, ein Plus von 48 Prozent.

Die Erwartungen lagen im Schnitt bei 22,13 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,44 Dollar. Erwartet worden waren 2,40 Dollar.

Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt das KI-Halbleitergeschäft. Dort sprang der Umsatz um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar.

Schwächer lief es in der Infrastruktur-Software. Das Segment kam auf 7,18 Milliarden Dollar, während der Markt 7,32 Milliarden Dollar erwartet hatte. Damit liefert Broadcom starke Gesamtzahlen, aber nicht in allen Bereichen die gewünschte Perfektion.

Chipsektor gerät mit unter Druck

Der Kursrutsch strahlte auf den Chipsektor aus. AMD verlor 10 Prozent, Micron 11 Prozent. Intel gab 9 Prozent ab, auch Nvidia geriet unter Druck.

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Der Nasdaq fiel um 3 Prozent. Der Dow hatte zuvor noch Rekordstände erreicht, weil Kapital in defensivere Segmente rotierte. Diese Rotation verschärft den Druck auf hoch bewertete KI-Titel.

Vom jüngsten Hoch bei 429,60 Euro am 3. Juni liegt Broadcom inzwischen 21,18 Prozent entfernt. Die Aktie hat damit einen Teil der jüngsten KI-Euphorie abgegeben, ohne den langfristigen Aufwärtstrend komplett zu brechen.

Dividende rückt in den Hintergrund

Die Ausschüttung bleibt der ruhigere Teil der Geschichte. Broadcom will am 30. Juni eine Quartalsdividende von 0,65 Dollar je Aktie zahlen. Ex-Dividendentag ist der 22. Juni. Die Serie steigender Dividenden läuft seit 15 Jahren.

Kurzfristig zählt für den Kurs vor allem, ob der Markt die ASIC-Strategie wieder als Vorteil bewertet. Bis zum Ex-Dividendentag am 22. Juni dürfte der KI-Ausblick klar mehr Gewicht haben als die Ausschüttung.

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