Brady Corp-Aktie (US1046741062): Kurssprung nach starken Quartalszahlen und neuer Übernahmefantasie
22.05.2026 - 16:47:13 | ad-hoc-news.deBrady Corp hat mit frischen Quartalszahlen und einer neuen M&A-Perspektive wieder verstärkt Aufmerksamkeit an den Aktienmärkten auf sich gezogen. Das Industrie- und Kennzeichnungsspezialistenunternehmen meldete für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres bessere Ergebnisse als vom Markt erwartet, was die Aktie deutlich nach oben katapultierte. Parallel dazu wurde in Deutschland ein laufendes Fusionskontrollverfahren bekannt, das einen geplanten Kontrollerwerb im Bereich automatischer Identifikationslösungen betrifft.
Stand: 22.05.2026
Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.
Auf einen Blick
- Name: Brady Corporation
- Sektor/Branche: Industrie, Kennzeichnungs- und Sicherheitslösungen
- Sitz/Land: Milwaukee, USA
- Kernmärkte: Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik
- Wichtige Umsatztreiber: Industrielle Kennzeichnungssysteme, Sicherheits- und Lockout/Tagout-Produkte, Auto-ID- und Datenerfassungslösungen
- Heimatbörse/Handelsplatz: New York Stock Exchange (Ticker: BRC)
- Handelswährung: US-Dollar
Brady Corp: Kerngeschäftsmodell
Brady Corp ist ein Industrieanbieter, der sich auf Kennzeichnungs-, Sicherheits- und Identifikationslösungen für gewerbliche und industrielle Kunden spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt unter anderem Etiketten, Schilder, Sicherheitskennzeichnungen, Drucksysteme, Software sowie Lösungen für die automatische Identifikation von Produkten und Anlagen. Zielkunden sind vor allem Produktionsbetriebe, Logistikunternehmen, Versorger und andere gewerbliche Anwender, die hohe Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Nachverfolgbarkeit haben. Laut Unternehmensdarstellung erzielt Brady einen Großteil seiner Umsätze mit wiederkehrenden Verbrauchsmaterialien wie Etiketten und Farbbändern, die in den installierten Drucksystemen eingesetzt werden, wie aus den Informationen auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht (Brady Investor Relations Stand 21.05.2026).
Das Geschäftsmodell von Brady basiert auf einer Kombination aus Hardware, Verbrauchsmaterialien und Software. Kunden werden häufig über spezialisierte Vertriebskanäle und direkt durch eigene Verkaufsteams betreut. Ein wichtiges Element ist dabei die enge Integration der Produkte in die Sicherheits- und Produktionsprozesse der Kunden, was zu hohen Wechselkosten und stabilen Kundenbeziehungen führt. Darüber hinaus investiert Brady fortlaufend in Forschung und Entwicklung, um neue Materialien, Drucktechnologien und Softwarelösungen zu entwickeln, die auf spezifische Anforderungen in regulierten Branchen und in der Industrie 4.0 zugeschnitten sind. Dies geht aus Präsentationen und Unternehmensprofilen hervor, die über die Investor-Relations-Plattform abrufbar sind (Brady Unternehmenspräsentation Stand 19.03.2026).
Neben physischen Produkten spielt zunehmend auch Software eine Rolle, etwa zur Verwaltung von Sicherheitsetiketten, zur Planung von Wartungsarbeiten und zur Integration von Kennzeichnungssystemen in übergeordnete ERP- und MES-Strukturen. Brady positioniert sich damit als Lösungspartner für Betriebssicherheit, Lean-Management und effiziente Kennzeichnung in komplexen Umgebungen. Das Unternehmen berichtet zudem, dass es ein global diversifiziertes Produktions- und Vertriebsnetz betreibt, mit Fertigungsstandorten in Nordamerika, Europa und Asien, um Kundennähe und Lieferfähigkeit sicherzustellen, wie aus den zuletzt veröffentlichten Unternehmensangaben hervorgeht (Brady Form 10-K Auszug Stand 10.10.2025).
Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Brady Corp
Zu den zentralen Umsatztreibern von Brady zählen industrielle Kennzeichnungssysteme, die aus Druckern, Verbrauchsmaterialien und Software bestehen. Diese Systeme kommen unter anderem in der elektrischen Kennzeichnung, im Anlagen- und Leitungsmanagement sowie in der Logistik zum Einsatz. Ein weiterer wichtiger Bereich sind Sicherheitsprodukte wie Lockout/Tagout-Systeme zur Absicherung von Maschinen während Wartungsarbeiten, Warnschilder und Bodenmarkierungen. Diese Produktgruppen profitieren von strengen Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften in vielen Ländern und Branchen. In seinen Geschäftsberichten führt Brady aus, dass Sicherheits- und Identifikationslösungen für die Prozessindustrie, das verarbeitende Gewerbe und Infrastrukturprojekte zu den stabilsten Umsatzquellen gehören (Brady Geschäftsbericht Stand 10.10.2025).
Darüber hinaus baut Brady sein Angebot im Bereich automatischer Identifikation und Datenerfassung aus, etwa mit Etiketten und Lösungen, die für Barcodes, QR-Codes und andere maschinenlesbare Kennzeichnungen optimiert sind. Diese Produkte richten sich an Kunden, die eine lückenlose Nachverfolgung von Bauteilen, Werkzeugen oder Lagerbeständen benötigen. Die Nachfrage nach solchen Lösungen wächst unter anderem durch die zunehmende Digitalisierung von Lieferketten und die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit in regulierten Branchen wie Medizintechnik, Automobil oder Luftfahrt. Branchenübersichten zeigen, dass Brady im Segment industrielle Kennzeichnung und Sicherheit zu den etablierten Anbietern gehört und insbesondere im nordamerikanischen Markt eine starke Präsenz aufweist (Finanzen.net Sektorübersicht Stand 21.05.2026).
Im Endergebnis profitieren die Umsätze von Brady sowohl von der installierten Basis an Druck- und Kennzeichnungssystemen als auch von der stetigen Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien, mit denen Kunden ihre Systeme im laufenden Betrieb versorgen. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen sein Portfolio durch gezielte Übernahmen und Produktinnovationen, um zusätzliche Marktsegmente zu erschließen und die Position im Bereich Auto-ID und Sicherheitslösungen zu stärken. Diese Strategie soll laut Managementangaben zu einer robusten Margenstruktur und einer widerstandsfähigen Umsatzbasis beitragen, insbesondere in zyklischen Branchen, in denen Investitionsbudgets schwanken können.
Hintergrund und Fachliteratur
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Aktueller Trigger: Starke Q3-Zahlen und deutlicher Kurssprung
Ein wesentlicher Auslöser für das jüngste Interesse an der Brady-Corp-Aktie sind die jüngst veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26. Laut einem Beitrag von Investing.com übertraf Brady die Markterwartungen beim Ergebnis je Aktie (EPS) und präsentierte damit ein stärkeres Zahlenwerk als von Analysten prognostiziert. So lag das bereinigte Ergebnis je Aktie im dritten Quartal bei 1,50 US-Dollar und damit über der Konsensprognose von 1,35 US-Dollar, wie der Bericht zusammenfasst (Investing.com Stand 21.05.2026). Diese positive Überraschung wurde vom Markt honoriert.
Im gleichen Bericht wird dargestellt, dass die Aktie von Brady am Tag der Zahlenvorlage zweistellig zulegte und zeitweise um mehr als 20 Prozent stieg. Die Kursreaktion deutet darauf hin, dass Anleger im Vorfeld der Zahlen eher vorsichtig positioniert waren und die besser als erwartete Entwicklung als Signal für eine robuste Nachfrage in den Kernsegmenten des Unternehmens werteten. Zusätzlich unterstreicht die deutliche Kursbewegung die Bedeutung der Quartalsergebnisse für die kurzfristige Stimmung am Markt und die Bewertung von Brady. Kursdatenlisten zeigen zudem, dass die Aktie danach auf einem erhöhten Kursniveau verblieb und damit einen Teil des Kursanstiegs verteidigte (Finanzen.net Brady Kursübersicht Stand 21.05.2026).
Aus Sicht von Beobachtern war insbesondere die Profitabilität ein Positivfaktor, da Brady trotz eines anspruchsvollen Umfelds mit Kostensteigerungen und Lieferkettenfragen eine solide Marge erreichen konnte. Die Kombination aus Umsatzwachstum und über den Erwartungen liegender Ertragskraft stärkte das Vertrauen in das Management und die Strategie des Unternehmens. Gleichzeitig signalisiert die starke Kursreaktion, dass der Markt die Aktie zuvor womöglich konservativ bewertet hatte und nun einen Teil dieser Skepsis abbaut. Für bestehende Aktionäre war das Quartal somit ein wichtiger Bestätigungspunkt, während potenzielle Interessenten neue Anhaltspunkte für die operative Leistungsfähigkeit von Brady erhielten.
Fusionskontrollverfahren: Brady plant Kontrollerwerb bei Hand Held Products
Neben den Quartalszahlen sorgte auch ein Fusionskontrollverfahren in Deutschland für Aufmerksamkeit. Das Bundeskartellamt veröffentlichte in seiner Übersicht laufender Verfahren eine Anmeldung, wonach Brady Corporation mit Sitz in Milwaukee, USA, einen mittelbaren Anteilserwerb und Kontrollerwerb über die Hand Held Products Inc. anstrebt. In der Meldung wird der Vorgang als laufendes Fusionskontrollverfahren geführt, was bedeutet, dass die Behörden prüfen, ob der geplante Zusammenschluss wettbewerbsrechtlich unbedenklich ist (FinanzNachrichten.de Bundeskartellamt-Auszug Stand 20.05.2026).
Hand Held Products ist im Bereich automatischer Identifikationslösungen und Datenerfassung aktiv und produziert unter anderem Handheld-Scanner und verwandte Geräte. Ein erfolgreicher Erwerb würde das bestehende Portfolio von Brady im Bereich industrieller Kennzeichnung und Auto-ID sinnvoll ergänzen. Die Integration solcher Technologien könnte die Position von Brady in Anwendungen stärken, in denen physische Kennzeichnung und digitale Datenerfassung eng verzahnt sind, etwa in der Lagerlogistik, Fertigung oder im Gesundheitswesen. Auch wenn die Wettbewerbsbehörden die Transaktion noch prüfen, deutet die Anmeldung darauf hin, dass Brady seine Strategie, durch Zukäufe angrenzende Technologie- und Produktbereiche zu stärken, fortsetzt.
Für Anleger ist dieses Verfahren aus mehreren Gründen relevant. Zum einen signalisiert es, dass Brady aktiv nach Wachstumsmöglichkeiten durch Akquisitionen sucht und bereit ist, in zukunftsträchtige Technologien zu investieren. Zum anderen können Genehmigungsauflagen oder eine längere Verfahrensdauer Einfluss auf den Zeitplan der Integration haben. Bis zum Abschluss des Fusionskontrollverfahrens bleiben die genauen Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis daher noch offen. Allerdings lässt sich bereits jetzt ablesen, dass Brady im wachsenden Markt für Auto-ID- und Datenerfassungslösungen weitere Kompetenzen und Produkte hinzugewinnen möchte, was mittel- bis langfristig zusätzliche Wachstumspfade eröffnen könnte.
Regionale Ausrichtung und Bedeutung für deutsche Anleger
Auch wenn Brady Corp seinen Hauptsitz in den USA hat und an der New York Stock Exchange gelistet ist, ist das Unternehmen in Europa und insbesondere in Deutschland seit vielen Jahren aktiv. Brady verfügt über Vertriebs- und Servicegesellschaften in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, und beliefert hier industrielle Kunden mit Kennzeichnungs- und Sicherheitslösungen. Für deutsche Anleger ist die Aktie daher eine Möglichkeit, indirekt von Investitionen in Betriebssicherheit, industrielle Kennzeichnung und Digitalisierung der Produktionsprozesse in Europa zu profitieren. Die Präsenz in Deutschland führt auch dazu, dass wettbewerbsrechtlich relevante Transaktionen wie der geplante Erwerb von Hand Held Products der Prüfung durch das Bundeskartellamt unterliegen, wie die aktuelle Veröffentlichung zeigt (FinanzNachrichten.de Bundeskartellamt-Auszug Stand 20.05.2026).
Anleger in Deutschland können die Aktie von Brady in der Regel sowohl an der Heimatbörse in den USA als auch über Zweitnotierungen und Handel auf europäischen Plattformen erwerben. Kursübersichten zeigen beispielsweise, dass die Aktie auch an deutschen Handelsplätzen wie der Börse Frankfurt gelistet ist, wobei die Preisstellung üblicherweise auf dem US-Handel basiert (Finanzen.net Brady Kursübersicht Stand 21.05.2026). Die Handelbarkeit über in Deutschland gängige Plattformen erleichtert den Zugang für Privatanleger, die gezielt internationale Industrie- und Sicherheitswerte in ihr Portfolio aufnehmen möchten. Gleichzeitig sollten Anleger beachten, dass die Aktie in US-Dollar notiert und somit Wechselkursbewegungen zwischen Euro und US-Dollar die Rendite beeinflussen können.
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Regulierung im Bereich Arbeitssicherheit, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit in Europa und Deutschland könnte Brady von langfristigen Investitionsprogrammen in Industrie und Infrastruktur profitieren. Unternehmen in Deutschland investieren in moderne Kennzeichnungssysteme, um Produktionsprozesse zu optimieren, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und digitale Rückverfolgbarkeitslösungen aufzubauen. Brady positioniert sich mit seinem Portfolio als Partner für solche Projekte und ist damit indirekt an Investitionsentscheidungen in der deutschen Industrie beteiligt. Für deutsche Privatanleger, die in globale Infrastruktur- und Industrie-Value-Chains investieren möchten, kann die Aktie daher ein Baustein sein, um an diesen Entwicklungen teilzuhaben, ohne direkt in einzelne lokale Anbieter zu investieren.
Finanzprofil, Cashflow und Investitionstätigkeit
Die Finanzberichte von Brady Corp zeigen, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren eine vergleichsweise solide Bilanzstruktur und eine stetige Cashflow-Generierung aufweisen konnte. In den zuletzt veröffentlichten Jahresunterlagen wird dargestellt, dass Brady regelmäßig freien Cashflow erwirtschaftet, der neben Dividenden und Aktienrückkäufen auch für Investitionen in organisches Wachstum und Zukäufe genutzt wird. Die Verschuldung wird dabei im Rahmen gehalten, sodass das Unternehmen in der Lage bleibt, potenzielle Übernahmen wie den geplanten Erwerb von Hand Held Products zu finanzieren und gleichzeitig finanzielle Flexibilität zu wahren (Brady Geschäftsbericht Stand 10.10.2025).
Brady betont in seinen Investor-Relations-Unterlagen die Bedeutung eines disziplinierten Kapitalallokationsansatzes. Demnach stehen investive Ausgaben in Produktentwicklung, Automatisierung der eigenen Produktion und Digitalisierung der Vertriebswege im Fokus. Ergänzend prüft das Management regelmäßig Akquisitionsmöglichkeiten, die strategisch zu den bestehenden Geschäftsfeldern passen und Synergien erwarten lassen. Der aktuelle Fusionskontrollfall ist ein Beispiel dafür, wie Brady versucht, über M&A-Aktivitäten technische Kompetenzen zuzukaufen. Gleichzeitig achtet das Unternehmen darauf, die Dividendenpolitik aus dem laufenden Cashflow heraus zu finanzieren und damit Aktionären eine gewisse Planbarkeit zu geben (Brady Investor Relations Stand 21.05.2026).
Für Anleger ist die Kombination aus Cashflow-Stärke, moderater Verschuldung und gezielten Investitionen ein zentraler Punkt bei der Einschätzung des Risikoprofils von Brady. Eine robuste Finanzbasis ermöglicht es, auch in schwächeren Konjunkturphasen weiter in Forschung, Entwicklung und Kundenbetreuung zu investieren, was wiederum die Wettbewerbsposition sichern kann. Auf der anderen Seite besteht bei jeder Übernahme das Risiko, dass Integrationsaufwand, Kaufpreis oder unerwartete Marktveränderungen die erwarteten Synergien schmälern. In der Vergangenheit hat Brady nach eigenen Angaben mehrere Zukäufe erfolgreich integriert, was als Referenzpunkt für die aktuelle Transaktion dienen kann.
Branchentrends und Wettbewerbsposition
Brady agiert in einem Marktumfeld, das von langfristigen Trends wie steigender Arbeitssicherheit, zunehmender Regulierung und Digitalisierung von Industrieprozessen geprägt ist. In vielen Ländern verschärfen Aufsichtsbehörden die Anforderungen an Kennzeichnung, Sicherheitswarnungen und Lockout/Tagout-Verfahren, um Arbeitsunfälle zu vermeiden und Haftungsrisiken zu reduzieren. Diese Entwicklungen führen dazu, dass Unternehmen verstärkt in professionelle Kennzeichnungssysteme und standardisierte Sicherheitslösungen investieren. Brady ist mit seinem Produktportfolio in diesem Umfeld gut positioniert und konkurriert mit internationalen Anbietern aus den Bereichen industrielle Kennzeichnung, Sicherheitsausrüstung und Auto-ID-Technologie (Finanzen.net Sektorübersicht Stand 21.05.2026).
Ein weiterer Trend ist die Verknüpfung von physischer Kennzeichnung mit digitalen Informationssystemen. In modernen Produktions- und Logistikumgebungen werden Etiketten, Schilder und Markierungen zunehmend mit Barcodes, RFID-Tags oder QR-Codes versehen, um Informationen zu Werkstücken, Maschinen oder Lagerplätzen in Echtzeit verfügbar zu machen. Anbieter wie Brady, die sowohl Materialien und Drucksysteme als auch Software und Integrationslösungen liefern, können hiervon profitieren. Die geplante Übernahme von Hand Held Products würde dieses Profil noch stärken, weil Handheld-Scanner und entsprechende Systemlösungen eine wichtige Schnittstelle zwischen physischer Kennzeichnung und digitaler Datenverarbeitung darstellen.
Im Wettbewerb differenziert sich Brady nach eigenen Angaben unter anderem durch die Breite des Portfolios, die internationale Präsenz und die Fokussierung auf industrielle Anwendungen. Während einige Wettbewerber stark auf einzelne Nischen spezialisiert sind, deckt Brady ein relativ breites Spektrum an Kennzeichnungs- und Sicherheitsanwendungen ab. Dies ermöglicht Cross-Selling-Potenziale, da Kunden mehrere Produktkategorien aus einer Hand beziehen können. Auf der anderen Seite erfordert ein breites Portfolio hohe Investitionen in Produktpflege, Normen-Compliance und Vertrieb, was in Zeiten intensiven Preiswettbewerbs die Margen unter Druck setzen kann. Für Anleger bleibt deshalb entscheidend, wie gut es Brady gelingt, technologische Trends frühzeitig aufzugreifen und sich durch Innovation und Service differenziert im Markt zu positionieren.
Risiken und offene Fragen
Trotz der jüngst positiven Nachrichten zur Ergebnisentwicklung und den Expansionsplänen gibt es für Brady Corp auch Risiken, die Anleger im Blick behalten sollten. Ein wesentlicher Aspekt ist die konjunkturelle Abhängigkeit von Investitionsentscheidungen der Industrie. In Phasen wirtschaftlicher Schwäche können Unternehmen Ausgaben für neue Kennzeichnungssysteme oder Upgrades von Sicherheitseinrichtungen verschieben. Auch wenn ein Teil der Nachfrage durch regulatorische Vorgaben und Instandhaltung als vergleichsweise stabil gilt, bleibt das Geschäft von Brady in Teilen zyklisch. Die starke Kursreaktion nach den jüngsten Quartalszahlen verdeutlicht zudem, dass die Erwartungen des Marktes und das Vertrauen in die weitere Entwicklung stark schwanken können (Investing.com Stand 21.05.2026).
Ein weiteres Risiko liegt in der Integrationsfähigkeit des Unternehmens bei Übernahmen. Der geplante Kontrollerwerb von Hand Held Products eröffnet zwar Chancen, bringt aber auch Integrationsaufwand und mögliche kulturelle sowie technologische Abstimmungsfragen mit sich. Sollte das Bundeskartellamt oder andere Wettbewerbsbehörden Auflagen erteilen oder den Zusammenschluss verzögern, könnte sich der erwartete Nutzen zeitlich nach hinten verschieben. Darüber hinaus ist der Markt für Auto-ID- und Datenerfassungslösungen durch intensiven Wettbewerb und technologische Innovation geprägt, was dazu führt, dass sich Produktlebenszyklen verkürzen und kontinuierliche Investitionen in Entwicklung und Support erforderlich sind. Brady muss hier Schritt halten, um nicht von agileren Wettbewerbern verdrängt zu werden.
Schließlich sind auch währungsbedingte Effekte und geopolitische Entwicklungen zu berücksichtigen. Da Brady einen erheblichen Teil seiner Umsätze außerhalb der USA erzielt, können Wechselkursbewegungen die ausgewiesenen Ergebnisse in US-Dollar beeinflussen. Handelskonflikte, veränderte Zölle oder neue regulatorische Anforderungen in einzelnen Märkten können ebenfalls Auswirkungen auf Lieferketten, Kostenstruktur und Nachfrage haben. In den bisherigen Berichten betont das Unternehmen, dass es seine Lieferketten diversifiziert und lokale Produktions- und Beschaffungsstrukturen nutzt, um Risiken zu begrenzen. Dennoch bleiben externe Faktoren ein wesentlicher Einflussfaktor, der sich mittelfristig sowohl positiv als auch negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken kann (Brady Form 10-K Auszug Stand 10.10.2025).
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Fazit
Brady Corp steht aktuell im Fokus der Anleger, weil das Unternehmen mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Markterwartungen übertreffen konnte und die Aktie daraufhin deutlich zulegte. Gleichzeitig arbeitet das Management daran, das Portfolio durch den geplanten Erwerb von Hand Held Products im wachsenden Bereich der Auto-ID- und Datenerfassungslösungen zu erweitern. Das Kerngeschäft mit industriellen Kennzeichnungs- und Sicherheitsprodukten profitiert von langfristigen Trends wie steigenden Anforderungen an Arbeitssicherheit, Regulierung und Digitalisierung von Produktions- und Logistikprozessen, was für eine gewisse Stabilität der Nachfrage spricht.
Auf der anderen Seite bleibt Brady als Industrieunternehmen konjunkturabhängig, und die Umsetzung von Zukäufen ist mit Integrations- und Marktrisiken verbunden. Wechselkursschwankungen sowie geopolitische Faktoren können die Ergebnisse zusätzlich beeinflussen. Für deutsche Anleger ist die Aktie vor allem als internationaler Nischenanbieter im Bereich industrielle Kennzeichnung und Sicherheit interessant, der seine Produkte auch in Europa und Deutschland vertreibt und damit indirekt an Investitionsprogrammen in hiesigen Industrien teilhat. Wie sich das Chancen-Risiko-Verhältnis im Einzelnen darstellt, hängt von individuellen Präferenzen, Risikotoleranz und der Einschätzung der weiteren Branchen- und Unternehmensentwicklung ab.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.
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