BioNTech, Aktie

BioNTech Aktie: Onkologie trifft auf ASCO

29.05.2026 - 09:54:00 | boerse-global.de

BioNTech zeigt auf der ASCO-Konferenz starke Ergebnisse seiner Onkologie-Kandidaten und unterstreicht den Wandel vom Impfstoff- zum Krebsmedikamentenentwickler.

BioNTech Aktie: Onkologie trifft auf ASCO - Foto: über boerse-global.de
BioNTech Aktie: Onkologie trifft auf ASCO - Foto: über boerse-global.de

Siebzig Prozent Gesamtansprechrate, hundert Prozent Krankheitskontrollrate — die Daten, die BioNTech diese Woche auf der weltgrößten Krebskonferenz ASCO in Chicago präsentiert, lesen sich beeindruckend. Für ein Unternehmen, das noch vor wenigen Jahren hauptsächlich als Corona-Impfstoffhersteller wahrgenommen wurde, ist das eine bemerkenswerte Verschiebung.

Zwei Kandidaten im Rampenlicht

Im Mittelpunkt steht Pumitamig, ein bispezifischer Antikörper, den BioNTech gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt. Der Wirkstoff greift gleichzeitig PD-L1 und VEGF-A an — und zeigte in der ROSETTA-Lung-02-Studie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die genannten Ansprechraten. Im direkten Vergleich mit dem Kandidaten von Pfizer schneidet Pumitamig dabei besser ab, wobei die Daten noch als Zwischenstand zu werten sind.

Der zweite Kandidat, Gotistobart, präsentiert sich ebenfalls auf der ASCO. Der Anti-CTLA-4-Wirkstoff zeigte bei platinresistentem Eierstockkrebs anhaltende Wirkung — und das ohne Chemotherapie. Insgesamt laufen über 25 Phase-2- und Phase-3-Studien, 13 davon zulassungsrelevant. Das ist ein substanzielles Portfolio, kein Einzeltreffer.

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Solide Basis, geduldiger Umbau

Finanziell steht BioNTech trotz eines Quartalsverlustes von rund 532 Millionen Euro auf stabiler Basis. Liquide Mittel von 16,8 Milliarden Euro verschaffen Spielraum für den laufenden Konzernumbau. Das laufende Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs zusätzlich. Der angekündigte Umbau soll ab 2029 rund 500 Millionen Euro jährlich einsparen — bis dahin kostet er zunächst Geld. Die Umsatzzielspanne für 2026 liegt bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro.

Die Aktie notiert aktuell bei rund 82 Dollar und damit spürbar unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Hoch lag bei über 120 Dollar. Analysten sehen den nächsten Widerstand erst im Bereich um 100 bis 110 Dollar — vorausgesetzt, die ASCO-Daten halten, was sie versprechen.

Ob die Konferenzergebnisse der kommenden Tage tatsächlich für eine Neubewertung der Pipeline sorgen, wird sich rasch zeigen: Die weiteren Präsentationen in Chicago laufen noch bis Anfang Juni.

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