Aurubis, DE0006766504

Aurubis AG-Aktie (DE0006766504): Quartalszahlen, Cyberangriff und Strategiefokus auf Recycling im Blick

20.05.2026 - 21:03:32 | ad-hoc-news.de

Aurubis hat jüngst über den Fortgang nach einem Cyberangriff informiert und zugleich die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr erläutert. Was die aktuellen Zahlen, Investitionen und Risiken für die Aurubis-Aktie bedeuten, ordnet dieser ausführliche Überblick ein.

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Aurubis steht als einer der weltweit führenden Kupferproduzenten und Recycler von Buntmetallen im Fokus vieler Anleger in Deutschland. In den vergangenen Monaten prägten vor allem ein Cyberangriff, der Abschluss interner Untersuchungen dazu und die Fortschritte bei wichtigen Investitionsprojekten die Nachrichtenlage rund um die Aurubis-Aktie. Parallel dazu liefern die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen Hinweise auf Profitabilität, Investitionsbedarf und die Rolle von Recycling im Geschäftsmodell.

Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2023/24 über einen Cyberangriff berichtet, dessen Folgen den operativen Ablauf zeitweise beeinträchtigten. Am 21.02.2024 meldete Aurubis, dass die Untersuchung zu dem Cyberangriff abgeschlossen sei und die Produktion wieder normal laufe, wie aus einer Mitteilung auf der Unternehmenswebsite hervorgeht, auf die sich unter anderem Reuters Stand 21.02.2024 bezog. Zuvor hatte Aurubis bereits Quartalszahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 vorgelegt, in denen weiterhin hohe Investitionen in Effizienz und Nachhaltigkeit betont wurden, wie aus einer Finanzveröffentlichung vom 08.02.2024 hervorging, auf die Aurubis Investor Relations Stand 08.02.2024 verwies.

Stand: 20.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Aurubis
  • Sektor/Branche: Nichteisenmetalle, Kupferproduktion und -recycling
  • Sitz/Land: Hamburg, Deutschland
  • Kernmärkte: Europa, Nordamerika, selektiv Asien
  • Wichtige Umsatztreiber: Kupferkathoden, Kupferprodukte, Recycling von Altmetallen und Schrott, Edel- und Nebenmetalle
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Xetra und Börse Frankfurt (Ticker: NDA)
  • Handelswährung: Euro

Aurubis AG: Kerngeschäftsmodell

Die Aurubis AG ist ein integrierter Anbieter von Kupferprodukten und einer der größten Kupferrecycler weltweit. Das Unternehmen verarbeitet Erzkonzentrate, Schrotte und Recyclingmaterialien zu Kupferkathoden, Halbzeugen und Spezialprodukten. Diese werden unter anderem in der Elektroindustrie, im Bausektor, in der Automobilindustrie sowie in der Energiewirtschaft eingesetzt. Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff der Energiewende, etwa für Stromnetze, Elektromobilität und erneuerbare Energien.

Im Zentrum des Geschäftsmodells steht die Schmelz- und Raffinationstätigkeit. Aurubis verdient einerseits an sogenannten Schmelz- und Raffinierlöhnen, die für die Verarbeitung von Erzen und Schrott anfallen, und andererseits an der Vermarktung von Kupferkathoden sowie Folgeprodukten. Ein weiterer Ertragsbaustein sind Nebenprodukte wie Edelmetalle, Schwefelsäure und andere Metalle, die im Verarbeitungsprozess anfallen und verkauft werden. Laut Geschäftsbericht 2022/23, der am 06.12.2023 veröffentlicht wurde, generierte Aurubis einen signifikanten Teil des Ergebnisses mit solchen Nebenprodukten, wie aus den Angaben auf der Unternehmenswebsite hervorgeht, auf die sich unter anderem Handelsblatt Stand 06.12.2023 bezog.

Die Wertschöpfungskette reicht von der Beschaffung der Rohstoffe über die Verarbeitung bis zur Auslieferung an industrielle Kunden. Aurubis fokussiert sich darauf, den Metallrückgewinnungsgrad zu maximieren und die Energieeffizienz zu steigern. Dies spiegelt sich in Investitionsprogrammen wider, die auf Kapazitätserweiterung, Digitalisierung und Umwelttechnik zielen. Im Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, verwies Aurubis auf steigende Investitionen in den Ausbau der Recyclingkapazitäten, insbesondere in Europa und den USA, wie aus den detaillierten Tabellen zur Investitionstätigkeit hervorgeht, die im Kapitel über Sachanlagen und Großprojekte erläutert wurden.

Ein Teil der Strategie ist die zunehmende Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft. Durch das Recycling von Altmetallen und Produktionsschrotten will Aurubis unabhängiger von Erzkonzentraten werden, deren Angebot und Preise stark schwanken können. Recycling gilt zudem als energie- und ressourcenschonender im Vergleich zur Primärproduktion aus Erz, was die Positionierung gegenüber Kunden unterstützt, die ihre Lieferketten stärker nach Nachhaltigkeitskriterien ausrichten. Dies ist insbesondere für europäische und deutsche Industriekunden relevant, die sich an strengeren ESG-Vorgaben orientieren.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Aurubis AG

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von Aurubis hängt von mehreren Faktoren ab, die teilweise stark schwanken können. Zentral ist die Nachfrage nach Kupferkathoden und -produkten. Diese wird von der Entwicklung der Weltwirtschaft, der industriellen Produktion und speziell von Megatrends wie Elektrifizierung, Ausbau der Stromnetze und Digitalisierung beeinflusst. Wenn große Infrastrukturprogramme oder Investitionen in erneuerbare Energien anziehen, steigt in der Regel auch die Nachfrage nach Kupferprodukten, wovon Aurubis als Lieferant profitieren kann.

Ein weiterer Treiber sind die Schmelz- und Raffinierlöhne, die Aurubis für die Verarbeitung von Erzen erhält. Sie werden jährlich zwischen Minenbetreibern und Schmelzern verhandelt und spiegeln Angebot und Nachfrage im globalen Kupfermarkt wider. Steigt das Angebot an Erzkonzentraten bei begrenzten Schmelzkapazitäten, können die Löhne tendenziell anziehen. Im Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, verwies Aurubis darauf, dass die Vertragskonditionen im Berichtszeitraum insgesamt solide waren, was sich unterstützend auf das Ergebnis auswirkte, wie aus den Erläuterungen zum Segment Kupferproduktion hervorgeht.

Recyclingmaterialien und Schrotte bilden einen weiteren Ergebnistreiber. Hier spielt die Verfügbarkeit und die Marge bei der Rückgewinnung von Metallen eine große Rolle. Je höher die Metallgehalte und je effizienter Aurubis die Rückgewinnung durchführen kann, desto besser fällt die Profitabilität aus. Neben Kupfer sind auch Edelmetalle und andere Metalle, die im Recyclingprozess anfallen, von Bedeutung. Im Finanzbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2023/24, veröffentlicht am 08.02.2024, betonte Aurubis, dass sich die Beiträge aus Recyclingaktivitäten robust entwickelten, wie aus den segmentbezogenen Ergebniskennzahlen hervorgeht.

Der Kupferpreis selbst beeinflusst Aurubis weniger direkt als viele Anleger zunächst vermuten, da ein Teil der Erlöse über Löhne und Prämien auf Basis physischer Prämien generiert wird. Dennoch hat das Preisniveau Auswirkungen auf die Nachfrage und auf die Bewertung von Vorräten. Bei stark schwankenden Preisen können Bewertungs- und Lagergewinne oder -verluste auftreten, die das Periodenergebnis beeinflussen. Der Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, weist darauf hin, dass Aurubis Effekte aus der Bewertung von Vorräten in der Steuerung des Ergebnisses berücksichtigt, was in den Erläuterungen zu den Metallpreisszenarien beschrieben ist.

Außerdem spielen Großprojekte und Investitionsprogramme eine wichtige Rolle. Aurubis arbeitet an mehreren Anlagenprojekten zur Erweiterung von Recyclingkapazitäten und zur Verbesserung der Energieeffizienz. Solche Projekte erfordern zunächst erhebliche Investitionen, sollen aber mittelfristig die Ergebnisbasis verbreitern. Im Quartalsbericht zum ersten Quartal 2023/24, veröffentlicht am 08.02.2024, wies Aurubis auf planmäßig laufende Investitionsprojekte hin, darunter Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz der Standorte, wie aus den Investitionsangaben im Segmentbericht hervorgeht.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die Kupferindustrie steht im Spannungsfeld zwischen traditioneller Grundstoffproduktion und den Anforderungen der Energiewende. Kupfer gilt als unverzichtbar für Stromleitungen, Elektromotoren, Ladeinfrastruktur und viele Anwendungen der Digitalisierung. Internationale Marktforschungsunternehmen wie S&P Global veröffentlichten im Jahr 2022 Prognosen, wonach die globale Kupfernachfrage Richtung 2030 deutlich steigen könnte, wenn der Ausbau von erneuerbaren Energien und Elektromobilität wie geplant voranschreitet, wie aus einem Bericht von S&P Global vom 14.07.2022 hervorgeht, auf den sich zahlreiche Fachmedien bezogen.

In diesem Umfeld konkurriert Aurubis mit anderen großen Schmelzern und Raffinerien weltweit, insbesondere in Asien und Südamerika. Wettbewerbsvorteile ergeben sich durch effiziente Anlagen, Zugang zu Rohstoffen und Recyclingmaterialien sowie durch eine starke Kundenbasis in Europa. Die Nähe zu großen industriellen Abnehmern in Deutschland und der EU ist dabei ein Pluspunkt, da Lieferketten angesichts geopolitischer Unsicherheiten verstärkt regional ausgerichtet werden. Für deutsche Industrieunternehmen, etwa aus der Automobil-, Elektro- oder Maschinenbaubranche, ist eine stabile Versorgung mit hochwertigen Kupferprodukten strategisch bedeutsam.

Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck, Emissionen und Umweltbelastungen zu reduzieren. Aurubis investiert in moderne Filtertechnologien, Energieeffizienz und Recycling, um gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und Kunden ESG-konforme Lieferketten zu ermöglichen. Im Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, unterstreicht Aurubis seine ESG-Ziele, etwa in Bezug auf CO2-Emissionen und Recyclingquoten, wie aus dem Nachhaltigkeitskapitel hervorgeht. Diese Entwicklungen beeinflussen nicht nur die Kostenstruktur, sondern auch die Positionierung gegenüber Wettbewerbern, die in Regionen mit weniger strengen Umweltstandards produzieren.

Warum Aurubis AG für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist Aurubis aus mehreren Gründen interessant. Zum einen ist der Konzern im MDAX notiert und damit Teil eines wichtigen Index für mittelgroße deutsche Unternehmen. Damit ist die Aurubis-Aktie in zahlreichen inländischen Fonds- und ETF-Produkten vertreten, was sie einem breiten Anlegerspektrum zugänglich macht. Die Handelsliquidität auf Xetra und an der Börse Frankfurt ist entsprechend hoch, sodass Anleger in der Regel enge Spreads und ausreichende Stückzahlen vorfinden.

Zum anderen hat Aurubis einen großen Teil seiner operativen Basis in Deutschland und Europa. Wichtige Produktionsstandorte befinden sich in Hamburg und Lünen, was die Relevanz für die deutsche Industrie unterstreicht. In Zeiten der Diskussion um Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen kommt heimischen Produzenten eine größere Rolle zu. Kupfer ist für die deutsche Energiewende, den Ausbau der Netzinfrastruktur und die Elektromobilität zentral, weshalb die Entwicklung eines großen europäischen Anbieters wie Aurubis aufmerksam verfolgt wird.

Hinzu kommt, dass Aurubis durch seine Recyclingaktivitäten an der Schnittstelle von Rohstoffwirtschaft und Kreislaufökonomie operiert. Politische Initiativen in der EU zur Förderung der Kreislaufwirtschaft könnten mittel- bis langfristig die Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessern, die einen hohen Anteil an Sekundärrohstoffen einsetzen. Dies gilt etwa für mögliche Anreize, Recyclingmaterial stärker zu nutzen oder für strengere Regeln zum Umgang mit Elektroschrott, die Recyclingunternehmen zusätzliche Mengen zuführen könnten.

Wichtige Ereignisse rund um Konzernstruktur und Sicherheit

Die vergangenen Jahre waren für Aurubis von mehreren besonderen Ereignissen geprägt, die über den Normalbetrieb hinausgingen. Neben allgemeinen Herausforderungen in Lieferketten und Energiepreisen rückten vor allem Sicherheits- und Compliance-Themen in den Vordergrund. Im Geschäftsjahr 2022/23 berichtete Aurubis über Betrugsfälle im Zusammenhang mit Metallschrotten, die zu erheblichen Belastungen führten. Die entsprechenden Hinweise und Wertberichtigungen sind im Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, im Abschnitt zu Risiken und Sonderfaktoren erläutert.

Im Jahr 2023 und Anfang 2024 rückte zusätzlich der erwähnte Cyberangriff in den Fokus. Aurubis erklärte am 21.02.2024, dass die Untersuchungen nach einem Angriff auf IT-Systeme abgeschlossen seien und dass man technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen weiter verstärkt habe, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, die von Reuters Stand 21.02.2024 aufgegriffen wurde. Die Produktion lief laut Aussage des Unternehmens bereits vor Abschluss der Untersuchung wieder weitgehend normal.

Solche Vorfälle verdeutlichen, wie wichtig Cyber- und Betrugssicherheit für metallverarbeitende Konzerne geworden ist. Die Branche arbeitet mit hohen Warenwerten und komplexen Lieferketten. Unregelmäßigkeiten können nicht nur finanzielle Einbußen bringen, sondern auch das Vertrauen der Geschäftspartner strapazieren. Aurubis betonte nach den Betrugs- und Cyberereignissen, interne Kontroll- und Sicherheitssysteme weiter zu schärfen. Eine Stärkung der internen Governance kann langfristig zur Stabilisierung der Ertragslage beitragen, erfordert jedoch kurzfristig Aufwand und Investitionen in IT und Compliance.

Finanzlage, Profitabilität und Investitionsschwerpunkte

Die Finanzentwicklung von Aurubis wird in Berichten und Quartalszahlen regelmäßig offengelegt. Im Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023 und bezogen auf das Geschäftsjahr, das am 30.09.2023 endete, wies das Unternehmen einen Umsatz im zweistelligen Milliardenbereich aus, wobei sich das Ergebnis durch Sondereinflüsse wie Betrugsfälle und Preisentwicklungen veränderte, wie aus den Tabellen zu Umsatz und operativem Ergebnis hervorgeht. Die genaue Aufschlüsselung der Ergebnisentwicklung nach Segmenten zeigt, welchen Beitrag einzelne Bereiche wie Recycling, Kupferprodukte und Nebenprodukte leisten.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24, dessen Zahlen am 08.02.2024 veröffentlicht wurden, berichtete Aurubis über eine solide Auslastung der Anlagen und fortgesetzte Investitionstätigkeit in strategische Projekte, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. Dabei standen insbesondere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, zur Reduzierung von Emissionen und zur Erweiterung der Recyclingkapazitäten im Fokus. Die Investitionssumme lag deutlich über den Abschreibungen, was auf den Ausbau der Anlagenbasis hindeutet.

Ein Teil der Mittel fließt in Projekte in Nordamerika, wo Aurubis seine Präsenz im Recyclingmarkt ausbaut. Im Rahmen einer Projektankündigung im Jahr 2022, auf die unter anderem Börse Frankfurt Stand 08.11.2022 verwies, stellte das Unternehmen dar, dass in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in neue Anlagen investiert werden sollen. Diese sollen die Verarbeitung von komplexen Recyclingmaterialien ermöglichen und die Wertschöpfung in der Region erhöhen. Solche Projekte sind langfristig ausgelegt und beeinflussen die Ergebnisentwicklung über viele Jahre.

Auf der Finanzierungsseite verfügt Aurubis über Zugang zu Kapitalmärkten und Kreditlinien. Der Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, weist eine solide Eigenkapitalbasis aus, die im Verhältnis zur Bilanzsumme im mittleren zweistelligen Prozentbereich liegt, wie aus den Kennzahlen zur Kapitalstruktur hervorgeht. Eine ausgewogene Kapitalstruktur ermöglicht es dem Unternehmen, auch in herausfordernden Marktphasen Investitionsprojekte fortzuführen und kurzfristige Volatilität bei Preisen und Margen besser abzufedern.

Dividendenpolitik und Ausschüttungen

Aurubis verfolgt traditionell eine Dividendenpolitik, die sich an der Ertragslage orientiert. Für das Geschäftsjahr 2022/23 schlug der Vorstand eine Dividende vor, über die die Hauptversammlung im Februar 2024 entschied. Die Eckdaten dieser Ausschüttung finden sich in der Einladung zur Hauptversammlung und im Geschäftsbericht 2022/23, der am 06.12.2023 veröffentlicht wurde. Dort wird erläutert, nach welchen Kriterien die Dividendensätze festgelegt werden und wie sich die Ausschüttungsquote im Verhältnis zum Ergebnis darstellt.

Dividenden sind für viele Privatanleger ein wichtiger Bestandteil der Gesamtrendite. Aurubis betont in seinen Investor-Relations-Unterlagen, dass eine verlässliche, aber auch ergebnisorientierte Ausschüttungspolitik verfolgt werde. Dabei werden neben der aktuellen Ergebnislage auch künftige Investitionsanforderungen berücksichtigt. In Jahren mit hohen Investitionsvolumina oder besonderen Belastungen kann es daher zu Anpassungen der Ausschüttung kommen. Solche Überlegungen finden sich in den Erläuterungen des Vorstands zur Dividendenentscheidung in den Unterlagen zur Hauptversammlung wieder, die im Februar 2024 veröffentlicht wurden.

Für Anleger ist es wichtig zu verstehen, dass die Dividende bei einem zyklischen Unternehmen wie Aurubis langfristig schwanken kann. Hohe Ausschüttungen in Phasen starker Ergebnisse sind möglich, können aber in schwächeren Jahren relativiert werden. Die Dividendenhistorie, wie sie in den Investor-Relations-Präsentationen dokumentiert ist, zeigt über längere Zeiträume eine grundsätzlich kontinuierliche, aber nicht immer linear steigende Entwicklung.

Risiken und offene Fragen

Das Geschäftsmodell von Aurubis ist mit verschiedenen Risiken verbunden, die sich auf Ertragslage und Bewertung der Aurubis-Aktie auswirken können. Dazu zählen marktwirtschaftliche Risiken wie Schwankungen der Nachfrage in der Industrie, Veränderungen der Kupfer- und Metallpreise sowie die Entwicklung der Schmelz- und Raffinierlöhne. Eine globale Konjunkturabschwächung oder projektbezogene Verzögerungen beim Ausbau von Energienetzen und Elektromobilität können die Nachfrage nach Kupferprodukten dämpfen.

Hinzu kommen operative Risiken, etwa bei der Durchführung großer Investitionsprojekte. Verzögerungen, Kostenüberschreitungen oder technische Probleme können die erwarteten Ertragsbeiträge schmälern. Auch Ereignisse wie der Cyberangriff, dessen Untersuchung Aurubis am 21.02.2024 als abgeschlossen meldete, oder Betrugsfälle im Zusammenhang mit Metallschrotten, wie sie im Geschäftsbericht 2022/23, veröffentlicht am 06.12.2023, beschrieben wurden, verdeutlichen die Relevanz von Sicherheits- und Compliance-Strukturen. Die Umsetzung zusätzlicher Schutzmaßnahmen verursacht Kosten und organisatorischen Aufwand.

Regulatorische Risiken spielen ebenfalls eine Rolle. Strengere Umweltauflagen, Energiepreisregulierung oder Änderungen in internationalen Handelsregeln können die Kostenstruktur beeinflussen und Wettbewerbsbedingungen verändern. Aurubis ist in mehreren Ländern aktiv und muss jeweils nationale und internationale Vorgaben erfüllen. In den Risikoberichten des Geschäftsberichts 2022/23 weist das Unternehmen darauf hin, dass es diese Rahmenbedingungen kontinuierlich beobachtet und in die Planung einbezieht. Dennoch können abrupte politische Entscheidungen oder geopolitische Spannungen kurzfristig kaum vollständig kompensiert werden.

Welcher Anlegertyp könnte Aurubis AG in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Die Aurubis-Aktie richtet sich typischerweise an Anleger, die bereit sind, zyklische Schwankungen im Industriebereich auszuhalten und langfristig an Megatrends wie Elektrifizierung und Recycling partizipieren wollen. Dazu zählen beispielsweise langfristig orientierte Privatanleger, die sich für Rohstoff- und Industriewerte interessieren und eine breitere Diversifikation ihres Portfolios anstreben. Auch institutionelle Anleger, die europäische Mid Caps mit Industrie- und ESG-Bezug suchen, beobachten den Wert.

Anleger, die sehr risikoavers sind und stark auf stabile, wenig schwankende Erträge setzen, sollten sich bewusst sein, dass die Ertragslage von Aurubis durch Metallpreise, Konjunkturzyklen und Sondereinflüsse wie Betrugsfälle oder Cyberangriffe spürbar beeinflusst werden kann. Kurzfristige Kursschwankungen sind daher möglich und waren in der Vergangenheit zu beobachten, etwa in Phasen, in denen negative Sondermeldungen oder veränderte Konjunkturerwartungen den Sektor belasteten. Eine klare Einordnung der eigenen Risikotoleranz ist deshalb für jede Anlageentscheidung wichtig.

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Fazit

Aurubis verbindet als etablierter Kupfer- und Recyclingkonzern ein industrielles Kerngeschäft mit Wachstumsfeldern der Energiewende und der Kreislaufwirtschaft. Die jüngsten Quartalszahlen und die fortgesetzten Investitionen zeigen, dass das Unternehmen seine Kapazitäten ausbaut und sich stärker auf recyclingbasierte Wertschöpfung ausrichtet. Gleichzeitig haben Ereignisse wie Betrugsfälle und der Cyberangriff, dessen Untersuchung im Februar 2024 abgeschlossen wurde, die Bedeutung von Sicherheit und Governance hervorgehoben und temporär für Unsicherheit gesorgt.

Für deutsche Anleger bleibt Aurubis durch seine Rolle als wichtiger Zulieferer für zentrale Industrien, die Notierung im MDAX und den Fokus auf europäische und nordamerikanische Märkte ein Unternehmen von struktureller Bedeutung. Die weitere Entwicklung der globalen Kupfernachfrage, die Umsetzung strategischer Projekte und der Umgang mit regulatorischen Anforderungen werden entscheidend dafür sein, wie sich die Aurubis-Aktie langfristig entwickelt. Ob der Wert ins eigene Portfolio passt, hängt von individuellen Zielen, Risikobereitschaft und Anlagehorizont ab.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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