Asml, Aktie

Asml Aktie: High-NA-Start bei 400 Millionen Dollar

26.06.2026 - 00:42:42 | boerse-global.de

ASML liefert erste High-NA-EUV-Systeme aus und hebt Umsatzprognose für 2026 an. Intel setzt auf die Technologie, TSMC zögert.

ASML startet Auslieferung der nächsten EUV-Generation
Asml - Abstrakte Darstellung von Spitzentechnologie und hohen Investitionen, mit präzisem und innovativem Charakter. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

ASML hat den kommerziellen Versand seiner High-NA-EUV-Lithografiesysteme aufgenommen. Das ist kein kleiner Schritt. Diese Maschinen der Twinscan-EXE-Serie kosten rund 400 Millionen Dollar pro Stück und ermöglichen eine Auflösung von etwa 8 Nanometern — das sind bis zu 66 Prozent kleinere Strukturen als mit den bisherigen Systemen möglich. Für die Chipindustrie bedeutet das einen echten Generationenwechsel.

Intel prescht vor, TSMC bremst

Intel ist der aggressivste Frühnutzer dieser Technologie. Der Konzern hat bereits erste Systeme integriert und will die High-NA-Scanner für seinen Prozessfahrplan jenseits des 18A-Knotens einsetzen. SK Hynix und Samsung ziehen nach — beide planen den Einsatz für die nächste DRAM-Generation in den kommenden Monaten.

Anders TSMC. Der weltgrößte Auftragsfertiger hält sich zurück. Das Management sieht High-NA EUV für die Massenproduktion kurzfristig als wirtschaftlich kaum tragbar. Stattdessen will TSMC mit Multi-Patterning-Techniken noch mehr aus den bestehenden 0,33-NA-Systemen herausholen.

Diese Divergenz zeigt: ASML bedient Kunden mit sehr unterschiedlichen Strategien. Das macht das Unternehmen unabhängiger von einzelnen Abnehmern — ein struktureller Vorteil.

Umsatzziel angehoben, China schrumpft

Der Start der kommerziellen High-NA-Auslieferungen stützt ASMLs erhöhte Jahresziele. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für 2026 auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben — zuvor lag die Spanne bei 34 bis 39 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll stabil zwischen 51 und 53 Prozent bleiben.

Ein Risiko bleibt der China-Anteil. Er soll 2026 auf rund 20 Prozent sinken. Die Nachfrage westlicher und asiatischer Chipfertiger nach KI-tauglichen Maschinen kompensiert diesen Rückgang bislang deutlich.

Die Aktie legt am Donnerstag rund 3,5 Prozent auf 1.601,80 Euro zu — nach einem Rücksetzer von knapp 5 Prozent in der Vorwoche infolge geopolitischer Entwicklungen. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 62 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 1.710 Euro, erreicht erst vor drei Tagen, liegt nur rund 6 Prozent entfernt.

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