Almonty: 526 Prozent in zwölf Monaten
27.05.2026 - 05:34:39 | boerse-global.deAlmonty Industries steht im Zentrum einer geopolitischen Neuordnung. Während China seit Februar 2025 Exportkontrollen auf Wolframprodukte durchsetzt, hat sich der australische Produzent als strategische Alternative für westliche Abnehmer positioniert. CEO Lewis Black spricht in einem aktuellen Interview von einem „Aufbrechen der Selbstgefälligkeit" — jahrzehntelang hatten westliche Märkte ihre Wolframversorgung nach China ausgelagert.
Die Folgen sind messbar. Der Preis für Ammoniumparawolframat ist seit Jahresbeginn massiv gestiegen, die Aktie legte um 99 Prozent zu. Binnen zwölf Monaten verzeichnet das Papier ein Plus von 526 Prozent.
Regulierung verschärft den Druck
Wolfram zählt zu den kritischsten Metallen für Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Halbleiterproduktion. Die USA verschärfen die Gangart: Ab 1. Januar 2027 greift ein vollständiges Verbot für Wolfram aus China und Russland — von der Mine bis zum Endprodukt.
Almonty reagierte im April 2026 mit der Verlegung des Hauptsitzes von Toronto nach Dillon, Montana. Die Nähe zu Regierungsbehörden, Rüstungskonzernen und dem eigenen Gentung-Projekt in Montana ist kein Zufall.
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Quartalszahlen markieren Trendwende
Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen operativen Durchbruch:
- Umsatz: 25,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 221 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal
- Bereinigtes EBITDA: 6,1 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 2,4 Millionen im Vorjahr
- Operativer Cashflow: 9,7 Millionen US-Dollar, nach minus 4,4 Millionen im Vorjahreszeitraum
- Liquidität: 259,9 Millionen US-Dollar Cash, Nettoumlaufvermögen von 169,5 Millionen
Treiber war die Panasqueira-Mine in Portugal, die bei stabiler Produktion von Rekordpreisen profitierte. Ein Teil der Mittel soll in die Expansion der globalen Projektpipeline fließen.
Sangdong rückt näher
Das Kernstück der Wachstumsstrategie ist die Sangdong-Mine in Südkorea — eine der größten und hochgradigsten Wolframlagerstätten außerhalb Chinas. Der Produktionsstart ist für Ende 2026 geplant. Auf der Hauptversammlung im Juni 2026 stimmen die Aktionäre über zentrale Expansionspläne für Sangdong ab.
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Parallel treibt Almonty das Gentung-Projekt in Montana voran. Die strategische Neuausrichtung zahlt sich aus: Die Aktie notiert 60 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, allerdings 19 Prozent unter dem Jahreshoch von 32,51 AUD vom 21. April. Ob die Volatilität von 75 Prozent nachlässt, hängt davon ab, wie schnell Sangdong hochfährt.
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