Adobe Aktie: HSBC hebt auf Kaufen
02.07.2026 - 20:42:00 | boerse-global.de
Monatelang galt Künstliche Intelligenz als größte Bedrohung für Adobe. Der Markt bestrafte den Softwarekonzern hart. Nun dreht sich die Stimmung. Die Analysten von HSBC werten die KI-Ängste als stark übertrieben und stufen das Papier hoch.
Analysten sehen überzogene Panik
Analyst Stephen Bersey hob die Aktie am Donnerstag von "Halten" auf "Kaufen". Er erhöhte das Kursziel von 282 auf 308 US-Dollar. Der Grund: Die Adobe-Plattform bleibt für professionelle Nutzer unverzichtbar. Etablierte Arbeitsabläufe schützen den Marktanteil deutlich besser als bisher von Investoren angenommen.
Neue KI-Funktionen fügen sich nahtlos in die bestehende Software ein. Zwar hat sich der KI-bezogene Umsatz zuletzt verdreifacht. Er macht aber erst rund zwei Prozent der gesamten Quartalserlöse aus. Das lässt dem Unternehmen viel Raum für künftiges Wachstum in der Creative Cloud.
Starkes Quartal trifft auf günstige Bewertung
Die operative Entwicklung stützt den Optimismus. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz deutlich auf 6,62 Milliarden US-Dollar. Daraufhin hob das Management die Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf fast zwölf Prozent an.
Die Börse reagiert positiv auf diese Entwicklung. Am Donnerstag stieg der Kurs um 2,9 Prozent auf 190,60 Euro. Damit setzt das Papier eine jüngste Erholung fort. Seit Jahresbeginn steht allerdings immer noch ein sattes Minus auf der Anzeigetafel.
HSBC hält das aktuelle Preisniveau für einen attraktiven Einstieg. Adobe wird derzeit nur mit dem 8,5-fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Zum Vergleich: Der Median in der Softwarebranche liegt bei fast dem 22-fachen. Ein massiver Abschlag.
Neue strategische Allianzen
Zukünftig will sich der Konzern als Infrastruktur-Anbieter für KI-Agenten positionieren. Auf dem Werbefestival Cannes Lions verkündete Adobe dafür strategische Partnerschaften. Zu den neuen Verbündeten zählen Werbegiganten wie Accenture, Omnicom und WPP.
Gemeinsam wollen sie sogenannte Marketing-Agenten über verschiedene Cloud-Umgebungen ausrollen. Die Systeme sollen komplexe Werbeabläufe künftig vollkommen automatisch steuern. Dafür nutzt Adobe die Server-Strukturen von Amazon, Microsoft und Google. Gelingt diese umfassende Integration, sichert sich der Konzern eine lukrative Schlüsselrolle in der automatisierten Werbewelt.
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