Kalenderblatt, Zeitgeschichte

Kalenderblatt 17. September 2026: Merz-Kür, Gorleben-Aus und historische Wendepunkte

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 23:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Kalenderblatt zum 17. September 2026 erinnert an politische Entscheidungen, historische Wendepunkte und prägende Kulturereignisse. Namenstage, Geburts- und Todestage ergänzen den Blick auf die Geschichte.

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. - Bild: dpa-infografik/dpa
Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. - Bild: dpa-infografik/dpa

Am 17. September 2026 blickt das Kalenderblatt auf markante politische Entscheidungen, historische Entwicklungen und kulturelle Ereignisse zurück.

Namenstage am 17. September

Für den 17. September nennt die Übersicht die Namenstage Ariadne, Hildegard, Lambert und Robert. Solche Gedenktage haben in vielen Regionen eine lange Tradition und werden teils noch im familiären oder kirchlichen Umfeld gepflegt.

Union legt sich auf Merz als Kanzlerkandidaten fest

Für das Jahr 2024 wird der 17. September als jener Tag vermerkt, an dem sich die Union auf CDU-Chef Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2025 festlegt. CSU-Chef Markus Söder verkündet die Einigung in einer gemeinsamen Pressekonferenz und sagt Merz seine Unterstützung zu.

Endgültige Stilllegung des Erkundungsbergwerks Gorleben

Zum Jahr 2021 hält das Kalenderblatt fest, dass das Erkundungsbergwerk Gorleben endgültig stillgelegt wird. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hatte zuvor mitgeteilt, dass große Teile Deutschlands für ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet seien – der lange umkämpfte Salzstock Gorleben im Wendland gehört wegen geologischer Mängel jedoch nicht dazu.

UN-Aufnahme neuer Staaten 1991

In den historischen Daten zum Jahr 1991 ist verzeichnet, dass Estland, Lettland und Litauen sowie die Marshall-Inseln und die Föderierten Staaten von Mikronesien von der UN-Vollversammlung als neue Mitglieder aufgenommen werden. Ebenfalls aufgenommen werden die prowestliche Republik Korea und die kommunistische Demokratische Volksrepublik Korea.

Rassistische Ausschreitungen in Hoyerswerda

Ebenso für 1991 führt das Kalenderblatt den Beginn mehrtägiger rassistischer Ausschreitungen im nordsächsischen Hoyerswerda an. Die Ereignisse prägen nachhaltig die Debatte über rechtsextreme Gewalt in den Nachwendejahren.

Uraufführung von „Das Boot“

Für das Jahr 1981 wird die Uraufführung von Wolfgang Petersens Spielfilm „Das Boot“ nach einem Roman von Lothar-Günther Buchheim in München genannt. Das Werk gilt als eines der international bekanntesten deutschen Kriegsfilme.

Geburtstage am 17. September

Unter den Geburtstagen nennt das Kalenderblatt für das Jahr 1971 den deutschen Radrennfahrer Jens Voigt, Gewinner der Deutschland-Tour 2006 und 2007 sowie 17-maligen Teilnehmer der Tour de France, der 55 Jahre alt wird. Ebenfalls 1971 geboren ist der bosnische Fußballspieler Sergej Barbarez, der unter anderem von 2000 bis 2006 beim Hamburger SV spielte und ebenfalls 55 Jahre alt wird.

Weitere Persönlichkeiten

Für das Jahr 1956 wird der französische Manager Alain Caparros aufgeführt, der 70 Jahre alt wird und von 2006 bis 2017 Vorstandsvorsitzender der Rewe Group war. Als historischen Geburtstag aus dem Jahr 1926 nennt die Übersicht den deutschen SPD-Politiker Klaus Schütz, der von 1967 bis 1977 Regierender Bürgermeister von Berlin war und 2012 verstarb.

Todestage am 17. September

Unter den Todestagen erinnert das Kalenderblatt für den 17. September an das Jahr 1966, in dem der deutsche Sänger Fritz Wunderlich stirbt. Er gilt als einer der größten Tenöre seiner Zeit und wurde 1930 geboren.

Politische Wegmarke: Merz als Kanzlerkandidat

Die Festlegung der Union auf Friedrich Merz als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2025 markiert eine zentrale Wegmarke im Parteiensystem. Mit der Entscheidung demonstrierten CDU und CSU Geschlossenheit nach längeren Debatten über die personelle Spitze. Für Wählerinnen und Wähler bedeutete dies frühzeitig Klarheit darüber, wer für die konservativen Parteien als möglicher Regierungschef antritt. Zugleich setzte die Union damit ein Signal in Richtung Ampel-Koalition, dass sie sich programmatisch und personell für einen Machtwechsel positioniert.

Konsequenzen der Gorleben-Entscheidung

Die endgültige Stilllegung des Erkundungsbergwerks Gorleben steht für einen tiefgreifenden Kurswechsel in der deutschen Atompolitik. Jahrzehntelang war der Salzstock im Wendland Symbol bundesweiter Proteste gegen ein mögliches Endlager. Mit der Entscheidung der Bundesgesellschaft für Endlagerung, Gorleben nicht weiter zu verfolgen, verlagerte sich die Debatte von einem einzelnen Standort hin zu einem vergleichenden, wissenschaftlich begründeten Suchprozess in vielen Regionen. Für Anwohnerinnen und Anwohner potenzieller Standorte bedeutet das eine langfristige Beteiligung, aber auch Verunsicherung, wo hochradioaktive Abfälle schließlich gelagert werden.

Historische Brüche und kulturelle Erinnerung

Die Aufnahme mehrerer Staaten in die Vereinten Nationen 1991 zeigt den Umbruch nach dem Ende des Kalten Krieges: Die baltischen Staaten bestätigten ihre Unabhängigkeit, gleichzeitig wurden beide koreanischen Staaten gemeinsam Mitglieder. Die rassistischen Ausschreitungen von Hoyerswerda gelten heute als eines der ersten großen Alarmsignale für rechtsextreme Gewalt nach der deutschen Einheit und prägen bis heute die Diskussion über Rassismus und staatliche Verantwortung. Die Uraufführung des Films „Das Boot“ wiederum zeigt, wie Kultur zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beiträgt und Bilder vom Krieg nachhaltig prägt.

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