Kalenderblatt 1. Oktober, Günter Guillaume

Kalenderblatt 1. Oktober: Guillaume, Nürnberger Urteile und Basketball-Start

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 23:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der 1. Oktober 2026 erinnert an historische Wendepunkte, darunter den Agententausch um Günter Guillaume, die Urteile von Nürnberg und den Start der Basketball-Bundesliga. Außerdem stehen mehrere bekannte Persönlichkeiten vor runden Geburtstagen.

Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. - Bild: dpa-infografik/dpa
Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind. - Bild: dpa-infografik/dpa

Der 1. Oktober 2026 erinnert an politische, gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse sowie an Geburtstage und Todestage prominenter Persönlichkeiten.

Agententausch im Kalten Krieg

1981 wurde Günter Guillaume in einer spektakulären Ost-West-Agententauschaktion in die DDR entlassen. Der frühere Mitarbeiter im Bundeskanzleramt war 1974 als Spion festgenommen worden.

Urteile von Nürnberg

1946 wurden im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess am 30. September und 1. Oktober zwölf hohe NS-Funktionäre und Militärs zum Tode verurteilt. Sieben Angeklagte erhielten lange oder lebenslange Haftstrafen, drei wurden freigesprochen.

Arbeitszeit und Basketball

1956 verkürzte sich in der Metallindustrie die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich von 48 auf 45 Stunden. Grundlage war das im Sommer vereinbarte Bremer Abkommen zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

1966 startete die Basketball-Bundesliga der Herren mit jeweils zehn Vereinen in den Gruppen Nord und Süd.

Theater und Namenstage

1896 wurde das Theater des Westens in Berlin-Charlottenburg eröffnet. Namenstag haben Giselbert, Remigius und Theresia.

Geburtstage und Todestag

Daniela Katzenberger wird 40, der frühere Fußballspieler Thomas von Heesen 65. Die ehemalige britische Premierministerin Theresa May wird 70, die Journalistin und Publizistin Lea Rosh 90 Jahre alt.

Erinnert wird außerdem an den Regisseur Frank Beyer, der 2006 starb. Zu seinen bekannten Filmen zählen „Nackt unter Wölfen“, „Spur der Steine“ und „Jakob der Lügner“.

Ein Tag mit deutscher Zeitgeschichte

Der 1. Oktober verbindet mehrere Einschnitte der deutschen Nachkriegs- und Erinnerungsgeschichte. Der Agententausch um Günter Guillaume steht für die Konfrontation der beiden deutschen Staaten im Kalten Krieg. Guillaume war 1974 als Spion im Umfeld des Bundeskanzleramts enttarnt worden; seine Affäre hatte 1974 zum Rücktritt Willy Brandts beigetragen.

Die Urteile des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses markieren einen Wendepunkt im internationalen Strafrecht. Erstmals wurden führende Vertreter eines Staates persönlich für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung gezogen. Das Verfahren prägt bis heute die Debatte über individuelle Verantwortung politischer und militärischer Entscheidungsträger.

Arbeitswelt und Kultur

Das Bremer Abkommen von 1956 verweist zugleich auf die soziale Modernisierung der Bundesrepublik. Die Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich war ein Ergebnis organisierter Tarifpolitik und stärkte das Leitbild, dass wirtschaftlicher Fortschritt auch den Beschäftigten zugutekommen sollte.

Mit dem Start der Basketball-Bundesliga und der Eröffnung des Theaters des Westens kommen Sport- und Kulturgeschichte hinzu. Die genannten Geburtstage erinnern außerdem an unterschiedliche Formen öffentlicher Wirkung: Unterhaltung, Fußball, Politik, Journalismus und Film. Für Leser bietet das Kalenderblatt damit nicht nur Daten, sondern Anknüpfungspunkte an Fragen von Demokratie, Erinnerung, Arbeit und gesellschaftlicher Öffentlichkeit.

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