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BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Geldrechenhaftigkeit, Umstand

Geldrechenhaftigkeit (valuation in money)

Der Umstand, dass (fast) alle menschlichen Handlungen knappe Ressourcen verbrauchen, die in Geld bemessen werden (müssen). Auch alles sog. Kulturschaffen steht unter diesem Zwang; denn ob ein Konzert oder ein Gottesdienst: immer müssen Faktorleistungen bereitgestellt und in Geld bewertet sowie auch entlohnt, bezahlt werden. In negativer Bedeutung die Neigung, dass jedes Ding, ganz gleich ob Sache oder Lebewesen (einschliesslich Mensch), ausschliesslich nach seiner ökonomischen Zweckdienlichkeit eingeschätzt und diese in Geld beziffert wird. Der Begriff spielt in diesem Sinne vor allem in der (früh)sozialistischen Anklageliteratur gegen marktgesteuerte ("profitstrebige") Wirtschaftsweise eine Rolle. Siehe Actuspurus- Grundsatz, Allmacht-Doktrin, Äquivalenzprinzip, Geld, sittliches, Geldabschaffung, Geldethik, Geldphilosophie, Geldwirtschaft, Mammonismus, Pantheismus, monetärer, Symboltheorie, Ungüter.

© Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen