Zypern, Steuerregeln

Zypern lockert Steuerregeln für internationale Fachkräfte

10.04.2026 - 13:39:19 | boerse-global.de

Zypern lockert die 60-Tage-Regel für Steuerresidenten und passt Unternehmenssteuern an. Die Reform zielt auf internationale Fachkräfte und digitale Unternehmen ab.

Zypern lockert Steuerregeln für internationale Fachkräfte - Foto: über boerse-global.de
Zypern lockert Steuerregeln für internationale Fachkräfte - Foto: über boerse-global.de

Zypern hat seine umfassende Steuerreform mit neuen Verwaltungsregeln konkretisiert. Die Änderungen zielen auf digitale Unternehmen und international mobile Fachkräfte ab – und könnten auch für Deutsche interessant sein.

Attraktivere 60-Tage-Regel für Steuerresidenten

Ein zentraler Punkt der Reform ist die Vereinfachung der sogenannten 60-Tage-Regel. Seit dem 7. April 2026 entfällt eine entscheidende Hürde: Bewerber müssen nicht mehr nachweisen, dass sie in keinem anderen Land steuerlich ansässig sind. Stattdessen genügt es, nicht mehr als 183 Tage in einem anderen Staat zu verbringen.

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Diese Änderung ist besonders für Unternehmer, Berater und Remote-Führungskräfte mit internationalen Verpflichtungen attraktiv. Bei doppelter Ansässigkeit greifen nun die Standard-Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen. Der Status setzt weiterhin eine berufliche Tätigkeit und einen festen Wohnsitz auf Zypern voraus.

Experten erwarten, dass dies den administrativen Aufwand für Umzüge aus Hochsteuerländern wie Deutschland verringert. Komplexe Prüfungen zur Wegzugsbesteuerung könnten seltener werden.

Unternehmenssteuern steigen, Anreize bleiben

Die umfassende Reform, die seit Jahresbeginn in Kraft ist, brachte auch Änderungen für Unternehmen. Der Körperschaftsteuersatz stieg von 12,5 auf 15 Prozent. Damit passt sich Zypern den OECD-Mindeststeuerregeln an.

Dennoch bleiben wettbewerbsfähige Elemente erhalten. Das IP-Box-Regime bietet für qualifizierte Forschungsgewinne effektive Steuersätze bis zu 3 Prozent. Für Privatanleger und Expatriates bleibt der „Non-Dom“-Status eine wichtige Stütze. Er befreit von der Sonderabgabe auf Dividenden und Zinsen.

Für alle anderen wurde diese Abgabe auf Dividenden von 17 auf 5 Prozent gesenkt. Die Sonderabgabe auf Mieteinnahmen wurde ganz abgeschafft.

Digital-Asset-Reporting und verschobene Ökosteuern

Ab dem 6. April 2026 gilt auf Zypern die EU-Richtlinie zur Transparenz von Krypto-Assets (DAC8). Dienstleister müssen detaillierte Meldepflichten erfüllen. Parallel dazu wurde eine pauschale Steuer von 8 Prozent auf Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen eingeführt.

Während die Digitalagenda voranschreitet, hat die Regierung bei Umweltsteuern auf die Bremse getreten. Geplante „Grüne Steuern“ auf Kraftstoffe und Wasser wurden verschoben. Finanzminister Makis Keravnos verwies auf die angespannte Energielage und inflationäre Drucke.

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Fristen und Pflichten für deutsche Steuerpflichtige

Für Deutsche, die einen Umzug erwägen, bleibt das Zusammenspiel der Steuerrechte entscheidend. Das Doppelbesteuerungsabkommen verhindert meist eine doppelte Belastung. Doch das deutsche Aussensteuergesetz kann weiterhin eine Wegzugsbesteuerung auslösen, wenn man mindestens 10 der letzten 12 Jahre in Deutschland lebte.

Die zypriotischen Behörden haben Übergangsfristen verlängert. Steuererklärungen for 2023 können nun bis zum 30. April 2026 eingereicht werden. Ab dem 1. Juli 2026 müssen zudem Mietzahlungen über 500 Euro monatlich über nachvollziehbare Bankwege erfolgen, sonst sind sie steuerlich nicht absetzbar.

Die Reform zeigt: Zypern positioniert sich als konforme, aber flexible Jurisdiktion. Der Fokus liegt klar auf der Gewinnung internationaler Talente und digitaler Unternehmen – ohne europäische Transparenzstandards aus den Augen zu verlieren.

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