Zwangsversteigerungen von Wohnimmobilien steigen weiter an
29.01.2026 - 09:00:11Die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Laut Daten des Fachverlags Argetra kamen bundesweit 14.082 Immobilien zwangsweise unter den Hammer. Der Gesamtwert der betroffenen Objekte stieg auf rund 4,76 Milliarden Euro. Dieser Trend setzt sich fort und trifft vor allem private Eigentümer von Häusern und Wohnungen.
Die Hauptursache für den Anstieg ist die Zinswende. Viele Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase laufen jetzt aus. Für die Anschlussfinanzierung müssen Eigentümer nun deutlich höhere Zinsen zahlen – die monatliche Belastung kann sich verdoppeln. Für viele Haushalte ist das nicht mehr tragbar.
Zusätzlich belasten wirtschaftliche Unsicherheit und Inflation die Budgets. Kommen unvorhergesehene Ereignisse wie Jobverlust hinzu, wird der Notverkauf oft unausweichlich. Experten warnen: Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. Ab 2026 laufen die ersten Kredite aus, die nach 2016 zu historisch niedrigen Zinsen abgeschlossen wurden.
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Wo die Verfahren besonders zunehmen
Die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich:
* Nordrhein-Westfalen verzeichnet überdurchschnittliche Zuwächse.
* Thüringen hat eine besonders hohe Quote an Verfahren pro 100.000 Haushalte.
* Mecklenburg-Vorpommern ist eine Ausnahme – hier ging die Zahl sogar zurück.
Betroffen sind vor allem Wohnimmobilien. Etwa die Hälfte der Fälle betrifft Ein- und Zweifamilienhäuser, gefolgt von Eigentumswohnungen. Selbst teure Lagen sind nicht sicher: Die höchsten Verkehrswerte wurden in Berlin und Hamburg aufgerufen, mit Durchschnittswerten von über einer Million Euro pro Objekt.
Was der Trend für den Markt bedeutet
Die steigenden Zwangsversteigerungen wirken wie ein Preisdämpfer für den gesamten Immobilienmarkt. Notverkäufe drücken oft unter den Marktwert. Für Käufer könnte das eine Chance sein – wenn sie die hohen Finanzierungskosten stemmen können.
Für Banken bedeutet die Entwicklung mehr notleidende Kredite. Bisher verhindert ein stabiler Arbeitsmarkt Schlimmeres. Zudem gelingt es etwa der Hälfte aller Eigentümer, ihr Haus noch vor dem Gerichtstermin freihändig zu verkaufen und das Verfahren so abzuwenden.
Ein reines Finanzierungsproblem
Experten sehen in den Zahlen einen klaren Frühindikator. Die Krise ist weniger ein Problem sinkender Immobilienpreise, sondern vor allem ein Finanzierungsproblem. Die Zinslast für viele Haushalte vervierfacht sich bei der Anschlussfinanzierung. Diese Belastungssprünge übersteigen einfach die finanzielle Leistungsfähigkeit.
Die weitere Entwicklung hängt nun an der Konjunktur und der Zinspolitik. Bleiben die Zinsen hoch, dürfte der Druck auf Eigentümer weiter steigen. Der deutsche Immobilienmarkt steht vor einem Jahr der Weichenstellungen.
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