Zoll schafft Papier-Zertifikate für Fischimporte ab
03.02.2026 - 21:03:11Deutsche Behörden stellen den Handel mit Fischereiprodukten auf ein neues, rein digitales System um. Diese Woche tritt die Abschaffung mehrerer spezifischer Papier-Zertifikate in Kraft – ein entscheidender Schritt im EU-Kampf gegen illegalen Fischfang und für moderne Zollverfahren.
Die Änderung betrifft Importeure und Logistikunternehmen in der gesamten EU. Konkret hat die deutsche Zollverwaltung die Nutzung der Dokumentencodes C099, C122, C124 und C125 mit sofortiger Wirkung beendet. Sie dürfen im elektronischen Zollsystem ATLAS nicht mehr für die Abfertigung von Fischprodukten genutzt werden. Die offizielle Mitteilung datiert vom 21. Januar 2026.
Pflichtwechsel zum EU-System CATCH
Hinter der Abschaffung steckt die verpflichtende Einführung des neuen EU-Informationssystems CATCH. Seit dem 10. Januar 2026 müssen Behörden und Unternehmen dieses digitale Portal für alle Fischimporte nutzen, die unter die IUU-Verordnung (Illegal, Unreported, Unregulated Fishing) fallen.
CATCH soll den papierbasierten Datenaustausch ersetzen. Das Ziel: eine vereinheitlichte, sichere und lückenlose Rückverfolgbarkeit der Waren von ihrem Ursprung bis zum Zielort in der EU. Die alten Zertifikate werden damit überflüssig. Für Unternehmen bedeutet dies eine sofortige Umstellung ihrer Prozesse und Software-Schnittstellen, um Verzögerungen an der Grenze zu vermeiden.
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2026: Das Jahr der Zoll-Digitalisierung
Die Neuregelung für Fischimporte ist nur ein Teil einer weit größeren Reformwelle. 2026 wird zum Schaltjahr für den EU-Zoll:
- Zentralisierte Abfertigung (CCI): Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte (AEO) können ihre Importe zentral bei ihrem lokalen Zollamt anmelden – unabhängig vom physischen Einreiseort der Ware in die EU.
- E-Commerce: Die geplante Abschaffung der 150-Euro-Freigrenze für Pakete aus Drittländern steht im Raum und würde den Online-Handel deutlich verändern.
- Klimazoll (CBAM): Die Hauptphase der neuen Berichtspflichten im Rahmen des CO2-Grenzausgleichsmechanismus beginnt.
Diese Maßnahmen zielen auf eine grundlegende Modernisierung des europäischen Zollrahmens ab. Die Botschaft an die Wirtschaft ist eindeutig: Digitale Compliance ist keine Option mehr, sondern Pflicht.
Was bedeutet das für Importeure?
Unternehmen, die Fischprodukte nach Deutschland und in die EU einführen, müssen jetzt handeln. Die vollständige Migration auf das CATCH-System ist zwingend erforderlich. Das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bietet bereits Schulungen und Informationen zur Umstellung an.
Die Zukunft des Handels ist digital. Wer sich proaktiv an Systeme wie CATCH, CCI und CBAM anpasst, sichert sich reibungslose Lieferketten. Wer an papierbasierten Prozessen festhält, riskiert dagegen erhebliche operative Probleme. Unternehmen sollten die Entwicklungen auf Portalen wie Zoll.de genau verfolgen.
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