Zentrales, EU-Zollsystem

Zentrales EU-Zollsystem startet in weiteren Ländern

20.01.2026 - 05:32:12

Die EU erweitert das System der zentralen Zollabwicklung, um Bürokratie abzubauen und Lieferketten zu beschleunigen. Deutsche Unternehmen können ab Ende Februar 2026 teilnehmen.

Die Digitalisierung des europäischen Zollwesens erreicht einen neuen Höhepunkt. Ab heute können Unternehmen in weiteren EU-Staaten, darunter Irland, ihre Importe über eine einzige Zollstelle abwickeln – unabhängig vom physischen Einfuhrort. Das System Zentrale Zollabwicklung für die Einfuhr (CCI) soll Bürokratie abbauen und Lieferketten beschleunigen. Für deutsche Firmen beginnt der Echtbetrieb Ende Februar 2026.

Paradigmenwechsel im EU-Zollverfahren

Das neue System revolutioniert die Importlogistik. Bisher mussten Waren nach der Einreise in die EU mit aufwendigen Transitverfahren zum zuständigen Binnenzollamt transportiert werden. CCI macht diesen Schritt überflüssig. Ein Unternehmen mit Sitz in München kann nun beispielsweise eine Lieferung aus Übersee, die im Hafen von Rotterdam ankommt, direkt über sein lokales Hauptzollamt abfertigen lassen.

Die jetzt startende zweite Phase erweitert den Anwendungsbereich erheblich. Waren mit besonderen Verfahren oder Anforderungen können nun ebenfalls zentral abgewickelt werden. In Deutschland erfolgt die technische Umsetzung durch das aktualisierte Zollsystem ATLAS-Release 10.2.

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Wettbewerbsvorteil für exportstarke Unternehmen

Für international agierende Konzerne und Mittelständler birgt CCI enorme Effizienzpotenziale. Die Bündelung aller Zollaktivitäten an einem Standort senkt Kosten und vereinfacht die Compliance. Firmen können auf lokale Zolldienstleister in jedem EU-Land verzichten und stattdessen mit eigenem, spezialisiertem Personal arbeiten. Das beschleunigt die Warenfreigabe und macht Lieferketten agiler.

Doch der Wechsel erfordert Vorbereitung. Unternehmen benötigen eine spezielle Bewilligung und in der Regel den Status eines Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO). Zudem muss die firmeneigene Zollsoftware für das neue ATLAS-Release zertifiziert sein. Eine besondere Herausforderung bleibt die Einfuhrumsatzsteuer: Sie fällt weiterhin im Land der tatsächlichen Wareneinfuhr an und erfordert interne Abstimmung.

Meilenstein auf dem Weg zur digitalen Zollunion

CCI ist kein Einzelprojekt, sondern ein Kernstück der EU-Zollreform. Ziel ist eine vollständig digitalisierte und harmonisierte Zollunion. Durch einheitliche IT-Systeme in allen Mitgliedstaaten sollen rechtstreue Unternehmen deutlich entlastet werden. Gleichzeitig gewinnen die Behörden durch vernetzte Daten einen besseren Überblick über Warenströme und können Risiken gezielter kontrollieren.

Experten sehen in der Zentralisierung einen strategischen Vorteil für den Wirtschaftsstandort Europa. Können europäische Unternehmen so im globalen Wettbewerb mit schnelleren und kostengünstigeren Prozessen punkten?

Vollständige Umsetzung bis 2029 geplant

Der heutige Start in weiteren Ländern ist ein wichtiger Schritt, doch der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die vollständige Implementierung von CCI in der gesamten EU wird bis 2029 dauern. Parallel arbeitet die EU-Kommission am Aufbau eines zentralen „EU Customs Data Hub“. In Zukunft sollen Unternehmen ihre Handelsdaten nur noch einmal in dieses Portal eingeben müssen.

Für die Wirtschaft heißt das: Jetzt handeln. Die frühzeitige Beantragung der nötigen Zertifizierungen und die Modernisierung der IT-Infrastruktur sind entscheidend. Langfristig werden jene am meisten profitieren, die die Digitalisierung nutzen, um ihre gesamte Logistik neu zu denken.

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