ZELOS-Modul beendet Papier-Ära für deutsche Exporteure
02.01.2026 - 23:42:12Deutsche Unternehmen müssen ab sofort alle Exportdokumente nur noch digital über das Zollsystem ATLAS einreichen. Die neue Pflicht markiert den Abschluss einer mehrjährigen Digitalisierungsoffensive.
Seit dem ersten Handelstag 2026 ist die Übergangsfrist endgültig abgelaufen: Das ZELOS-Modul (Zentraler Austausch von Unterlagen, Anfragen oder Stellungnahmen) ist nun vollständig in das ATLAS AES 3.0-System integriert. Diese technische Vollintegration beendet die parallele Nutzung alter Formate und macht die digitale Übermittlung von Belegen wie Rechnungen oder Ursprungsnachweisen zur verbindlichen Norm. Für Tausende Exportunternehmen bedeutet das das Ende von Fax, Post und manuellen E-Mail-Anhängen.
Die Generalzolldirektion hatte die finale technische Umstellungsphase bereits am 15. Dezember 2025 auslaufen lassen. Seit dem 2. Januar gilt nun der „harte Cut“: Sämtliche für Ausfuhren erforderlichen Unterlagen müssen über die ZELOS-Schnittstelle im elektronischen Zollsystem ATLAS übermittelt werden.
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„Der Medienbruch ist Geschichte“, bringt es ein Branchenexperte auf den Punkt. Bislang mussten digital erfasste Daten oft ausgedruckt und per Post geschickt oder manuell an E-Mails angehängt werden – ein fehleranfälliger und zeitraubender Prozess. Jetzt läuft der komplette Austausch zwischen Unternehmen und Zollbehörden in einer geschlossenen, sicheren elektronischen Umgebung ab.
Diese Umstellung ist Deutschlands zentraler Beitrag zur EU-weiten Vision eines vollständig papierlosen Zollwesens, wie es der Unionszollkodex (UZk) vorsieht. Deutschland setzt damit eine digitale Vorreiterrolle um.
Was kann das System?
Die technischen Möglichkeiten sind umfangreich. Softwareanbieter hatten ihre Lösungen im Vorfeld angepasst, um rund 140 verschiedene Dokumententypen verarbeiten zu können. Zu den wichtigsten Kategorien, die nun via ZELOS fließen, zählen:
- Handelsdokumente wie Handelsrechnungen und Packlisten
- Transportdokumente wie Konnossemente und Luftfrachtbriefe
- Bescheinigungen wie Präferenzursprungsnachweise oder spezielle Ausfuhrgenehmigungen
Eine Schlüsselfunktion ist die proaktive Einreichung. Exporteure können benötigte Belege bereits mit der Deklarationsanmeldung hochladen, ohne auf eine explizite Aufforderung des Zolls warten zu müssen. Diese Vorab-Übermittlung soll gerade in Stoßzeiten die Abfertigungsdauer spürbar verkürzen.
Branche reagiert mit Software-Updates
Die verbindliche Einführung hat eine Welle von Updates in der Logistik-IT ausgelöst. Führende Anbieter von Zollsoftware haben Patches bereitgestellt, damit ihre Kunden die speziellen XML-Nachrichten für ZELOS generieren und verarbeiten können.
Die Branche rechnet zwar mit einer kurzen Einarbeitungsphase für die Mitarbeiter in den Speditionsabteilungen. Die langfristigen Effizienzgewinne werden jedoch als erheblich eingeschätzt. Geringere Verwaltungskosten und ein stark reduziertes Risiko für verlorengegangene Unterlagen sind die erwarteten Vorteile.
Für die Zukunft plant die Zollverwaltung, das ZELOS-System kontinuierlich weiterzuentwickeln. Denkbar sind eine engere Verzahnung mit anderen EU-Systemen und der Ausbau automatisierter Dokumentenprüfungen. Unternehmen sollten jetzt prüfen, ob ihre Systeme die ZELOS-Statusmeldungen korrekt empfangen und verarbeiten, um reibungslose Exportabläufe im neuen Jahr sicherzustellen.
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