ZDH startet bundesweite Umfrage zu E-Rechnungs-Hürden
24.01.2026 - 23:32:12Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) will mit einer großen Befragung herausfinden, warum die digitale Rechnung in Werkstätten und Betrieben stockt. Die Ergebnisse sollen Druck auf Politik und Softwarehersteller machen.
Seit Anfang 2025 müssen Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen empfangen können. Ab 2027 folgt die Pflicht, sie auch selbst auszustellen. Doch der Übergang läuft holprig. Viele Handwerker klagen über technische Probleme und ungeeignete Software. Der ZDH startet nun eine Online-Umfrage, um ein genaues Bild der praktischen Hürden zu bekommen. Die Daten sollen als Grundlage für Forderungen nach besseren Lösungen oder sogar Fristverlängerungen dienen.
Rechtliche Fristen: Der Countdown läuft
Die gesetzliche Umstellung ist klar geregelt, aber ambitioniert. Seit dem 1. Januar 2025 gilt für alle Unternehmen die Pflicht, E-Rechnungen empfangen zu können. Die aktive Ausstellungspflicht folgt gestaffelt: Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von über 800.000 Euro elektronisch abrechnen. Ein Jahr später, ab dem 1. Januar 2028, gilt diese Pflicht dann für alle Firmen im Geschäftsverkehr untereinander.
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Die Übergangsfristen sollen Zeit für die Anpassung geben. Die Praxis zeigt jedoch: Diese Zeit wird dringend benötigt. Die Umfrage des ZDH soll nun belegen, ob der Zeitplan realistisch ist oder nachjustiert werden muss.
Technische Tücken im Betriebsalltag
Das Kernproblem liegt in der Praxis. Eine E-Rechnung ist mehr als eine PDF-Datei. Sie enthält einen maschinenlesbaren XML-Datensatz (in Formaten wie ZUGFeRD oder XRechnung), der die automatische Verarbeitung in Buchhaltungsprogrammen ermöglichen soll. Genau hier hapert es oft.
Viele verfügbare Softwarelösungen sind für die speziellen Abläufe im Handwerk nicht optimal ausgelegt. Die Folge sind Inkompatibilitäten, Fehler bei der Datenübernahme und ein hoher manueller Nachbearbeitungsaufwand. Die Sorge wächst, dass sich diese Probleme mit der Ausstellungspflicht noch verschärfen. Der ZDH sieht 2026 als entscheidendes Jahr, um die Technik nachzubessern.
Umfrage soll Handwerk Gehör verschaffen
Die bundesweite Befragung richtet sich an Betriebe aller Größen und Gewerke. Sie fragt nach der eingesetzten Software, dem Digitalisierungsgrad der Buchhaltung und den konkreten Stolpersteinen im Alltag. Die Teilnahme ist bis zum 27. Februar 2026 möglich.
Das Ziel ist eine datengestützte Argumentationsbasis. Zeigen die Ergebnisse, dass eine flächendeckende und rechtssichere Umsetzung bis 2027 unrealistisch ist, will der ZDH lautstark für eine Verlängerung der Fristen eintreten. Gleichzeitig sollen die Ergebnisse genutzt werden, um gezielt mit Softwareanbietern über praxistauglichere Lösungen zu verhandeln.
Digitalisierungsdruck trifft auf Mittelstands-Realität
Die E-Rechnung ist ein europäisches Projekt gegen Mehrwertsteuerbetrug und für effizientere Verwaltung. Langfristig verspricht sie Zeit- und Kostenersparnis. Für den Handwerksbetrieb bedeutet die Umstellung aber erstmal Investitionen in Software, Schulungen und neue Prozesse.
Die Kluft zwischen politischem Ziel und betrieblicher Wirklichkeit ist oft groß. Während Konzerne mit IT-Abteilungen die Umstellung managen, sind kleine Betriebe auf einfache, kostengünstige Standardlösungen angewiesen. Die ZDH-Umfrage wird ein Stimmungsbild liefern, ob der Markt diese Nachfrage bedient oder die Politik nachsteuern muss, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks nicht zu gefährden.
Weichenstellung für das digitale Jahr 2027
Nach Abschluss der Auswertung will der ZDH die Ergebnisse im Frühjahr veröffentlichen. Die daraus abgeleiteten Forderungen werden mit Spannung erwartet. Unabhängig vom Ausgang der Debatte rät der Verband Betrieben, sich frühzeitig vorzubereiten.
Der Rat an die Handwerksmeister: Sprechen Sie jetzt mit Ihrem Steuerberater und prüfen Sie Ihre Software. Die E-Rechnung kommt unweigerlich. Eine rechtzeitige Vorbereitung ist der beste Weg, um nicht nur gesetzeskonform, sondern auch effizienter zu werden. Die Teilnahme an der Umfrage ist eine Chance für das gesamte Handwerk, seine Interessen in diesem Prozess laut und deutlich zu vertreten.
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