Xiaomi-Smartphones, Betrugs-Pushs

Xiaomi-Smartphones verbreiten gefährliche Betrugs-Pushs

06.03.2026 - 14:09:49 | boerse-global.de

Der vorinstallierte Mi-Browser auf Xiaomi-Geräten versendet gefälschte Push-Benachrichtigungen, die zu Phishing und Anlagebetrug führen. Das Testurteil fiel durch.

Xiaomi-Smartphones verbreiten gefährliche Betrugs-Pushs - Foto: über boerse-global.de
Xiaomi-Smartphones verbreiten gefährliche Betrugs-Pushs - Foto: über boerse-global.de

Die Stiftung Warentest entdeckte diese Woche eine perfide Betrugsmasche auf Smartphones von Xiaomi. Ein vorinstallierter Browser spielt gefälschte Eilmeldungen direkt auf den Bildschirm der Nutzer aus. Die Verbraucherschützer warnen eindringlich vor den Phishing- und Anlagebetrugsversuchen.

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Mi-Browser als Einfallstor für Fakes

Der vorinstallierte Mi-Browser auf vielen Xiaomi-Geräten versendet Push-Benachrichtigungen, die seriösen Nachrichten-Apps täuschend ähnlich sehen. Sie imitieren Formate wie die ARD-Tagesschau oder das ZDF heute-journal – inklusive offizieller Symbole wie dem Bundesadler. Da die Meldungen aus dem System selbst kommen, wirken sie besonders vertrauenswürdig.

Das Problem: Die App ist tief im Betriebssystem verankert. Durchschnittliche Nutzer können sie nicht einfach deinstallieren. Die Stiftung Warentest stuft die Methode deshalb als besonders gefährlich ein.

Prominente Köder für Anlagebetrug

Tippt ein Nutzer auf die Pushs, landet er auf gefälschten Nachrichtenseiten. Ein dokumentierter Fall zeigt ein frei erfundenes Interview: Darin soll Bundeskanzler Friedrich Merz in „Maybrit Illner“ Geheimtipps zum schnellen Reichtum verraten haben. Auch Markus Lanz oder Barbara Schöneberger dienen den Betrügern als Lockvögel.

Das Ziel ist immer dasselbe. Am Ende der Artikel fordern die Kriminellen Investitionen von mehreren Hundert Euro in angebliche „Wundersysteme“. Experten ordnen das klar als Anlagebetrug und Phishing ein. Sie wollen Kreditkartendaten abgreifen und Konten leerräumen.

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Xiaomi reagiert – Testurteil fällt durch

Die Tester konfrontierten Xiaomi mit den Vorfällen, die speziell beim Modell Redmi 15 auftraten. Ein Unternehmenssprecher versprach eine interne Untersuchung. Xiaomi arbeite mit globalen Inhaltsanbietern zusammen, die für die Pushs verantwortlich seien. Deren Kontrollmechanismen hätten hier aber gravierend versagt.

Für das Redmi 15 hatte das Konsequenzen. Wegen der irreführenden und gefährlichen Benachrichtigungen werteten die Prüfer die Kategorie „Menü und Bedienung“ mit „mangelhaft“ ab. Der Vorfall markiert eine neue Dimension. Kritik an aufdringlicher Werbung gab es bei Xiaomi schon länger – nun geht es um kriminelle Betrugsversuche.

So schützen Sie sich vor den Fake-Pushs

Der effektivste Schutz: Entziehen Sie dem Mi-Browser die Berechtigung für Benachrichtigungen. Das geht in den Systemeinstellungen unter der App-Verwaltung. Für das tägliche Surfen empfehlen Experten, auf alternative Browser-Apps umzusteigen.

Grundsätzlich gilt: Seien Sie bei sensationellen Versprechungen im Internet extrem misstrauisch. Angebliche Geheimtipps von Prominenten zum schnellen Reichtum sind fast immer Betrug. Wer bereits Daten eingegeben hat, sollte sofort die Bank kontaktieren und Strafanzeige erstatten.

Branche unter Druck: Werbung wird zur Gefahr

Der Fall wirft ein grelles Licht auf ein Geschäftsmodell der Smartphone-Industrie. Günstige Hardwarepreise subventionieren Hersteller oft durch nachträgliche Monetarisierung – über vorinstallierte Apps und Werbenetzwerke. Die Vorfälle zeigen: Die Betreiber filtern betrügerische Inhalte nicht zuverlässig heraus.

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf KI, um perfekte Fälschungen massenhaft zu generieren. Dass diese nun über die Infrastruktur eines großen Herstellers verbreitet werden, gleicht einem Dammbruch. Marktexperten fürchten einen nachhaltigen Vertrauensverlust in werbefinanzierte Geräte. Der Reputationsschaden für die Unternehmen ist enorm.

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