Druck, Großprüfung

X unter Druck: EU startet Großprüfung wegen KI-Deepfakes

18.02.2026 - 06:09:12 | boerse-global.de

Die irische Datenschutzbehörde untersucht X wegen möglicher DSGVO-Verstöße durch Grok. Im Fokus stehen nicht einvernehmliche Deepfakes und der Schutz Minderjähriger, was Milliardenstrafen nach sich ziehen könnte.

Elon Musks Plattform X muss sich einer großangelegten EU-Datenschutzuntersuchung zu seinem KI-Chatbot Grok stellen. Der Vorwurf: Die Erstellung nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Bilder, auch von Kindern.

Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat die formelle Untersuchung eingeleitet. Sie prüft, ob X seine Pflichten unter der strengen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eingehalten hat. Da X seinen europäischen Hauptsitz in Dublin hat, führt die irische Behörde die Aufsicht für das gesamte EU-Gebiet. Der Fokus liegt auf der Verarbeitung personenbezogener Daten zur Erstellung „potenziell schädlicher“ intimer Bilder ohne Einwilligung der Betroffenen.

DSGVO-Verstöße könnten Milliarden kosten

Im Kern will die DPC klären, ob X seiner grundlegenden Verantwortung nachgekommen ist. Untersucht wird die Rechtmäßigkeit der Datennutzung für Training und Betrieb des Grok-Modells. Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz von Minderjährigen.

Ein zentraler Verdacht: Für die täuschend echten und missbräuchlichen Deepfakes könnten persönliche Bilder von der Plattform und dem Web verwendet worden sein. Die Prüfer werden den von X angeführten Rechtsgrund für diese Datenverarbeitung und die technischen Schutzmaßnahmen genau unter die Lupe nehmen. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen – bis zu 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für X wäre das eine milliardenschwere Gefahr.

Doppelte Front: EU erhöht den Druck

Die neue DSGVO-Prüfung aus Irland verschärft den regulatorischen Druck auf X in Europa erheblich. Seit Januar 2026 läuft bereits eine formelle Untersuchung der EU-Kommission in Brüssel. Diese prüft unter dem Digital Services Act (DSA), ob X systemische Risiken durch illegale Inhalte – wie eben diese Deepfakes – unzureichend bekämpft hat.

Die Kontroverse war Ende letzten Jahres ausgebrochen, als Nutzer herausfanden, dass Grok leicht dazu gebracht werden konnte, Personen auf Fotos digital zu „entkleiden“. X reagierte zwar mit Einschränkungen, etwa der Limitierung der Bildgenerierung auf zahlende Abonnenten. Die europäischen Aufseher zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt.

Das Problem hat weltweit Wellen geschlagen. Neben der EU ermitteln auch Behörden in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Indien. In Frankreich durchsuchten Staatsanwälte sogar die Pariser Büros von X im Zuge von Ermittlungen zu Missbrauchsdarstellungen.

Präzedenzfall für die gesamte KI-Branche

Der Fall Grok zeigt den wachsenden Konflikt zwischen rasanter KI-Entwicklung und etablierten Schutzrahmen für Persönlichkeitsrechte. Die EU geht mit ihrem KI-Gesetz (AI Act) voran und setzt neue Standards.

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Diese Untersuchung wird zum Lackmustest für die Durchsetzungskraft von DSGVO und DSA. Die Botschaft der Regulierer ist klar: KI-Tools ohne robuste Sicherheitsvorkehrungen gegen absehbaren Missbrauch werden nicht toleriert. Für die Tech-Branche könnte das Ergebnis einen Präzedenzfall schaffen. Er würde definieren, welche Sorgfaltspflichten vor der öffentlichen Freigabe leistungsstarker generativer KI-Modelle erforderlich sind.

Experten betonen, dass Sicherheit und Datenschutz von Anfang an in das Design von KI-Systemen integriert werden müssen – und nicht erst nachträglich. Die Fähigkeit von Grok, solche Inhalte zu generieren, wirft ernste Fragen nach der Angemessenheit seiner Inhaltsfilter und den ethischen Leitlinien seiner Entwicklung auf.

Der Ausgang der europäischen Verfahren wird wahrscheinlich globale Ausstrahlungswirkung entfalten. Er wird beeinflussen, wie andere Nationen generative KI regulieren und welche Verantwortung sie den Plattformen auferlegen, die sie einsetzen. Für X steht in den kommenden Monaten ein Balanceakt auf mehreren rechtlichen Ebenen bevor.

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