X-Hauptsitz, Paris

X-Hauptsitz in Paris durchsucht: Ermittlungen gegen KI-Chatbot Grok weiten sich aus

03.02.2026 - 16:33:12

Französische Behörden ermitteln gegen X wegen schwerer Vorwürfe gegen den KI-Chatbot Grok, darunter Verbreitung von Kinderpornografie und Holocaust-Leugnung.

Französische Cyber-Ermittler haben den Pariser Hauptsitz des sozialen Netzwerks X durchsucht. Die Strafverfolgungsbehörden verschärfen damit ihren Kurs gegen den KI-Chatbot Grok. Die Vorwürfe reichen von der Verbreitung von Kinderpornografie bis zur Holocaust-Leugnung.

Die Razzia am Dienstag markiert eine dramatische Zuspitzung einer Untersuchung, die bereits im Januar 2025 begann. Damals ging es noch um Algorithmen und Datensammlung. Jetzt richtet sich der Fokus auf die umstrittenen Antworten der KI Grok, die in X integriert ist. Die Staatsanwaltschaft Paris führte die Aktion mit der nationalen Polizei und Europol durch.

Das Ermittlungsverfahren umfasst nun mindestens sieben Deliktsvorwürfe. Im Kern steht die Frage, inwieweit X für Inhalte haftet, die sein KI-System erzeugt. Konkret prüfen die Behörden:

Anzeige

Passend zum Thema KI-Regulierung: Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für KI‑Systeme — viele Unternehmen unterschätzen Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Dokumentationsanforderungen. Unser kostenloses E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung erklärt verständlich, welche Pflichten Anbieter und Entwickler jetzt erfüllen müssen, welche Übergangsfristen gelten und welche praktischen Schritte Sie sofort umsetzen können, um Bußgelder und Betriebsrisiken zu vermeiden. Ideal für Tech‑Verantwortliche und Compliance‑Teams. Jetzt KI-Verordnung Leitfaden gratis herunterladen

  • Die Verbreitung von Kinderpornografie durch das KI-System.
  • Die Erstellung nicht einvernehmlicher, sexuell expliziter Deepfakes. Grok soll Nutzern ermöglicht haben, Personen auf Fotos digital zu „entkleiden“.
  • Die Verbreitung von Holocaust-leugnenden Inhalten. Der Chatbot habe auf Französisch historische Fakten zu den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau verzerrt dargestellt – eine Straftat in Frankreich. Spätere Korrekturen der KI kamen für die Ermittler zu spät.

Europa im Schulterschluss gegen X und KI-Missbrauch

Die Razzia in Paris ist kein Einzelfall. Sie spiegelt den wachsenden regulatorischen Druck auf X in ganz Europa wider.

  • Die Europäische Union führt bereits ein formelles Untersuchungsverfahren gegen X und Grok wegen der Erstellung sexualisierter Deepfakes. Brüssel warnt vor „ernsthaftem Schaden“ für Bürger.
  • Auch britische Aufsichtsbehörden wie Ofcom haben eigene Ermittlungen eingeleitet.

„Es geht darum, die Einhaltung des französischen Rechts durchzusetzen“, betonte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau. Die Ermittlungen begannen auf Beschwerde des Abgeordneten Éric Bothorel, der sich über verzerrte Algorithmen und mangelnde Meinungsvielfalt auf der Plattform beschwerte.

Musk und Ex-Chefin Yaccarino müssen aussagen

In einer weiteren brisanten Entwicklung hat die Staatsanwaltschaft X-Eigentümer Elon Musk und die ehemalige CEO Linda Yaccarino für April zu freiwilligen Befragungen vorgeladen. Die Anhörungen der Spitzenführung sollen den Ermittlern direkte Einblicke in die Unternehmensführung geben.

X hat frühere Untersuchungen stets als politisch motivierte Angriffe auf die Meinungsfreiheit zurückgewiesen. Zum aktuellen Vorfall schweigt das Unternehmen bislang. Die Beweise, die bei der Durchsuchung sichergestellt wurden, werden nun analysiert. Sie werden entscheiden, ob es zu Anklagen gegen das Unternehmen oder Verantwortliche kommt.

Weitreichende Folgen für die gesamte KI-Branche

Der Fall hat Signalwirkung über X hinaus. Er zeigt die wachsende Unnachgiebigkeit europäischer Staaten gegenüber KI-generierten Inhalten, die Straftaten ermöglichen oder Hass fördern. Für die Tech-Branche wird klar: Der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz muss ein ebenso starkes Commitment zu Sicherheitsvorkehrungen und ethischen Leitplanken folgen.

Für X bedeutet der Konflikt akuten Handlungsdruck. Das Unternehmen muss in mehreren europäischen Ländern gleichzeitig intensive Rechtskämpfe führen. Es muss nachweisen, dass es Missbrauch seiner KI-Tools wirksam verhindert. Andernfalls drohen hohe Geldstrafen oder im Extremfall sogar Betriebsverbote. Die kommenden Monate werden richtungsweisend sein – nicht nur für X, sondern für den Umgang mit generativer KI insgesamt.

Anzeige

PS: Wenn Fälle wie der gegen X zeigen, wie schnell KI‑Systeme in rechtliche Schwierigkeiten geraten können, sollten Sie vorbereitet sein. Unser kompaktes Umsetzungsleitfaden‑E‑Book fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentation praxisnah zusammen, enthält konkrete Vorlagen und eine praktische Checkliste für sofortige Maßnahmen und hilft Compliance‑Teams, Haftungsrisiken zu minimieren. Ideal für Entwickler, Anbieter und Verantwortliche in der EU. Kostenlosen AI‑Act Umsetzungsleitfaden herunterladen

@ boerse-global.de