WTO-Chefin warnt vor Absturz des Welthandels
11.02.2026 - 13:45:12Die Welthandelsorganisation (WTO) steht nach den Worten ihrer Chefin Ngozi Okonjo-Iweala an einem kritischen Wendepunkt. Ohne radikale Reformen drohe dem multilateralen Handelssystem der Absturz in den Chaos, warnte sie am Mittwoch in Genf. Die Organisation müsse sich modernisieren oder ihre Relevanz verlieren.
Ein System am Abgrund
„Der Status quo ist keine Option mehr“, erklärte die Generaldirektorin am 11. Februar 2026. Die WTO stehe vor den größten Herausforderungen seit ihrer Gründung. Ihr Appell kommt kurz vor einem entscheidenden Ministertreffen Ende März in Kamerun. Dort soll über die Zukunft der 166 Mitglieder umfassenden Organisation beraten werden.
Die Warnung der Generaldirektorin spiegelt eine Stimmung wider, die sich in Genf längst durchgesetzt hat. Norwegens WTO-Botschafter Petter Olberg, ein wichtiger Vermittler der Reformgespräche, sprach kürzlich von einem „Reform-or-die“-Szenario. Ein umfassender Reformplan liege auf dem Tisch und solle im März verabschiedet werden.
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Im Zentrum der Kritik steht das Konsensprinzip. Es ermöglicht jedem einzelnen Mitglied, Beschlüsse aller anderen 165 Staaten zu blockieren. Dieser Mechanismus lähme die Organisation in einer Zeit, die schnelle Reaktionen erfordere, so die einhellige Meinung von Kritikern. Ebenso dringend ist die Reform des Streitbeilegungsmechanismus. Dessen Berufungsinstanz ist seit Jahren handlungsunfähig, weil keine neuen Richter ernannt werden können – vor allem aufgrund des Widerstands der USA.
Wettlauf mit der Technologie
Ein weiteres Problem ist die langsame Anpassung an neue Realitäten. Die Regeln des späten 20. Jahrhunderts können mit dem Tempo des technologischen Wandels nicht mithalten, betonte Okonjo-Iweala. Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien verändern Industrien in rasantem Tempo.
Doch der digitale Handel und der Umgang mit Daten sind im WTO-Regelwerk kaum geregelt. Bleibt die Organisation hier untätig, wird sie laut Okonjo-Iweala schlicht „abgehängt“. Die Folge wäre eine Zersplitterung des Welthandels in ein unübersichtliches Flickwerk bilateraler Abkommen ohne globale Standards. Für exportstarke Nationen wie Deutschland wäre das eine gefährliche Entwicklung.
Gipfel in Kamerun als Schicksalsmoment
Die Dringlichkeit der Reformen wird durch geopolitischen Druck verstärkt. Die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus hat die Handelsspannungen neu entfacht. Seine Politik der Strafzölle stellt die Autorität der WTO offen in Frage. Gleichzeitig blockieren die USA weiterhin die Neubesetzung des Berufungsgremiums.
Alles hängt nun vom Ministertreffen in Yaoundé, Kamerun, ab (26.-29. März 2026). Analysten sehen darin einen Schicksalsmoment. Wird der Reformplan angenommen, könnte die WTO zu einer agileren Organisation werden. Scheitert die Konferenz, droht der endgültige Stillstand. Für die deutsche Wirtschaft, die auf verlässliche Lieferketten angewiesen ist, geht es um viel. Die Zeit für Zögern, so die klare Botschaft aus Genf, läuft ab.
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