Wolters Kluwer startet KI-Juristenassistent für Deutschland
19.01.2026 - 18:03:12Der Informationsdienstleister Wolters Kluwer integriert sein juristisches Fachwissen in die KI-Plattform “Libra”. Das soll Anwälten in Deutschland eine All-in-One-Lösung für Recherche und Dokumentenanalyse bieten.
Nach dem Start in den Niederlanden kommt die integrierte KI-Arbeitsumgebung nun auf den deutschen Markt. Sie kombiniert die KI-Technologie des übernommenen Berliner Startups Libra Technology mit den renommierten Fachinhalten von Wolters Kluwer. Ziel ist es, Medienbrüche zu vermeiden und die Effizienz in Kanzleien und Rechtsabteilungen deutlich zu steigern.
Die Plattform definiert einen neuen Maßstab für KI-gestützte juristische Arbeit. Nutzer können komplexe Aufgaben – von der Recherche bis zur Vertragsprüfung – in einem einzigen, nahtlosen Workflow erledigen. Der Clou: Die KI greift direkt auf die verlässlichen Inhalte von Wolters Kluwer Online und des Verlags Dr. Otto Schmidt zu. Das soll die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse sichern und höchste Compliance-Standards gewährleisten.
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“Wir schaffen eine einheitliche Umgebung, in der Technologie und Expertise verschmelzen”, so die Strategie hinter dem Produkt. Für Juristen bedeutet das: Kein ständiges Hin- und Herspringen zwischen Datenbanken und Textverarbeitung mehr.
Vom Startup-Kauf zur Marktreife
Der heutige Launch ist das direkte Ergebnis einer strategischen Akquisition. Wolters Kluwer hatte das Berliner Legal-Tech-Startup Libra Technology im November 2025 für bis zu 90 Millionen Euro übernommen. Das 2023 gegründete Unternehmen brachte eine agile KI-Plattform mit, Wolters Kluwer den weltweit anerkannten juristischen Wissensschatz.
Innerhalb weniger Monate ist daraus eine marktreife Lösung entstanden. Sie vereint die technologische Agilität eines Startups mit der inhaltlichen Tiefe und Seriosität eines etablierten Fachinformationsanbieters. Ein gelungenes Beispiel, wie Corporate M&A Innovation beschleunigen kann.
Datenschutz als zentrale Herausforderung
Gerade im sensiblen Rechtsbereich sind Sicherheit und Vertraulichkeit entscheidend. Die Plattform wurde daher von Grund auf nach DSGVO- und Enterprise-Standards entwickelt. Kontrollierte Datenflüsse und strenge Berechtigungskonzepte sollen sicherstellen, dass vertrauliche Mandantendaten geschützt bleiben.
Damit adressiert Wolters Kluwer eine der größten Hürden für den KI-Einsatz in Kanzleien: das Vertrauen in die Sicherheit. Die Integration in eine kontrollierte Arbeitsumgebung soll Bedenken gegenüber öffentlichen KI-Tools ausräumen.
Legal Tech tritt in die nächste Phase
Die Branche entwickelt sich rasant. Während die erste Digitalisierungswelle Prozesse automatisierte, geht es jetzt um die intelligente Verknüpfung von Wissen und Arbeitsablauf. Wolters Kluwer positioniert sich mit dieser integrierten Lösung an der Spitze dieser Entwicklung und setzt Wettbewerber unter Druck.
Für die Praxis bedeutet das: Die Experimentierphase mit KI neigt sich dem Ende zu. Professionelle, in den Arbeitsalltag eingebettete Lösungen wie “Libra” treten an ihre Stelle. Sie versprechen nicht nur Zeitersparnis, sondern auch eine höhere Ergebnisqualität durch die Nutzung zitierten Fachwissens.
Die Expansion in Deutschland ist erst der Anfang. Branchenbeobachter erwarten eine rasche Ausweitung auf weitere europäischen Märkte. Zukünftige Updates könnten proaktive Compliance-Warnungen bei Gesetzesänderungen oder noch leistungsfähigere Analyse-Tools umfassen. Langfristig will Wolters Kluwer keinen bloßen Helfer, sondern einen umfassenden digitalen Expertenassistenten für Juristen schaffen.
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