Wohnungsmarkt: Neubau-Krise verschärft Wohnungsnot
13.02.2026 - 04:11:12Die Lage am deutschen Wohnungsmarkt spitzt sich weiter zu. Neue Prognosen zeichnen ein düsteres Bild für 2026: Der Neubau bleibt auf niedrigem Niveau, die Preise steigen und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Das Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu schaffen, rückt damit in weite Ferne.
Prognosen bestätigen Negativtrend
Aktuelle Analysen untermauern die Krise. Die Immobilienwirtschaft erwartet für 2026 nur rund 215.000 fertiggestellte Wohneinheiten. Das ist weit entfernt vom tatsächlichen Bedarf.
Das Forschungsinstitut Empirica spricht von einem neuen „Negativrekord bei Fertigstellungen“. Auch das Gutachten der „Immobilienweisen“ des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) bestätigt den Trend. Demnach zieht der Neubau frühestens 2027 wieder an.
Die zentralen Probleme:
* Baugenehmigungen stiegen 2025 zwar leicht um 10,5 Prozent.
* Dieser Anstieg kann den massiven Einbruch der Vorjahre aber nicht ausgleichen.
* Durch lange Bauzeiten wirken sich Genehmigungen erst mit großer Verzögerung aus.
Rekorddefizit bei bezahlbaren Wohnungen
Die schwache Bautätigkeit trifft auf eine bereits prekäre Lage. Eine Studie des Pestel-Instituts bezifferte das Wohnungsdefizit zuletzt auf 1,4 Millionen Wohnungen. Der Mangel betrifft fast ausschließlich bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen.
Besonders dramatisch ist die Situation im sozialen Sektor. Etwa die Hälfte der Mieterhaushalte hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Dem steht ein Bestand von nur noch etwa einer Million Sozialwohnungen gegenüber. Mieterverbände fordern daher einen „Sozialen Bund-Länder-Pakt“, um den sozialen Wohnungsbau zur Priorität zu machen.
Was bremst den Wohnungsbau aus?
Die Ursachen der Krise sind vielschichtig. Anhaltend hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und teure Materialien machen viele Projekte unrentabel. Investoren stoppen oder verschieben Vorhaben.
Gleichzeitig kritisieren Branchenverbände wie der ZIA überbordende Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren. Die „Immobilienweisen“ fordern echte Strukturreformen: beschleunigte Verfahren und vereinheitlichte Bauvorschriften zwischen den Bundesländern. Ohne tiefgreifende Änderungen drohe eine strukturelle Schwäche.
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum wirkt sich längst gravierend aus. Für Mieter und Käufer bedeutet die Knappheit weiter steigende Preise. Analysten erwarten auch 2026 steigende Wohnimmobilienpreise.
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Gleichzeitig wird die Wohnungsnot zur Wirtschaftsbremse. Unternehmen finden oft keine Fachkräfte, weil diese in Ballungsräumen keine bezahlbare Unterkunft finden. Besonders betroffen sind junge Menschen in Ausbildung und ältere Menschen mit geringen Renten, für die Wohnen zur Existenzfrage wird.
Wann kommt die Entspannung?
Der Expertenkonsens ist eindeutig: Der deutsche Wohnungsmarkt bleibt auf absehbare Zeit angespannt. Das Angebot an neuem Wohnraum ist das Kernproblem. Eine nachhaltige Erholung der Bautätigkeit wird frühestens 2027 erwartet.
Bis dahin bleibt der Druck auf Wohnungssuchende hoch. Die Debatte über politische Lösungen – von der Mietregulierung bis zu massiven Förderprogrammen – dürfte weiter an Schärfe gewinnen.
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