Wohnungsmarkt: Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen
12.02.2026 - 01:48:12Eine neue Studie zeigt das ganze Ausmaß der Wohnraumkrise. Demnach fehlten Ende 2024 bereits rund 1,4 Millionen Wohnungen. Besonders betroffen sind Mieter mit geringem und mittlerem Einkommen.
Der „Soziale Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts prognostiziert keine Besserung. Um das Defizit bis 2030 abzubauen, wären jährlich bis zu 410.000 neue Wohnungen nötig. Gebaut werden derzeit aber nur etwa 200.000. Diese Lücke bremst laut Experten zunehmend die gesamte Wirtschaft.
Neubau kommt nicht in die Gänge
Hohe Zinsen, explodierende Baukosten und Fachkräftemangel haben den Wohnungsbau ausgebremst. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet für die kommenden Jahre einen weiteren Rückgang der Fertigstellungszahlen.
Ein Hauptproblem: Die Zahl der Baugenehmigungen ist bereits vor Jahren eingebrochen. Viele in der Niedrigzinsphase geplanten Projekte sind heute nicht mehr rentabel und werden gestoppt. Im Geschosswohnungsbau dauert es von der Genehmigung bis zur Schlüsselübergabe mittlerweile durchschnittlich 34 Monate.
Wer leidet unter der Krise?
Die sozialen Folgen des Mangels sind drastisch. Besonders betroffen sind:
* Junge Menschen in Ausbildung und Studierende
* Senioren
* Menschen mit Behinderung
Viele Ältere werden aus ihren Vierteln verdrängt, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können. In den 77 deutschen Großstädten fehlen fast zwei Millionen günstige Wohnungen. Der Mangel an Sozialwohnungen ist mit über 910.000 fehlenden Einheiten besonders dramatisch.
Gleichzeitig läuft bei Tausenden bestehenden Sozialwohnungen die preisbindende Förderung aus. Die staatlichen Ausgaben für Wohngeld steigen – ein Tropfen auf den heißen Stein, der am eigentlichen Problem nichts ändert.
Steigende Mietpreise und politische Unsicherheit machen die richtige Einstufung von Mieten für Vermieter jetzt entscheidend. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert in kompakter Form Vergleichsmieten, Begründungshilfen für Mieterhöhungen und Praxis-Tipps, damit Sie rechtssicher handeln können. Kostenlosen Mietspiegel-Report 2025 herunterladen
Wo ist die Lage am schlimmsten?
Die Krise trifft das ganze Land, aber regional unterschiedlich hart. Am angespanntesten ist die Situation in den westdeutschen Bundesländern und Metropolregionen.
* Nordrhein-Westfalen fehlen 376.000 Wohnungen.
* In Bayern sind es 233.000.
In Ostdeutschland ist die Lage dank einer stärkeren kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft etwas entspannter. Doch auch hier wächst der Druck.
Was fordern Experten?
Angesichts der dramatischen Zahlen wird der Ruf nach der Politik lauter. Das Bündnis „Soziales Wohnen“ fordert einen entschlossenen „Bund-Länder-Pakt“. Der soziale Wohnungsbau müsse zur Chefsache werden.
Konkrete Forderungen sind ein Sondervermögen für den sozialen Wohnungsbau und ein massiver Abbau bürokratischer Hürden. Nur durch vereinfachte Baustandards und digitalisierte Genehmigungsverfahren könne das Bauen wieder kostengünstiger werden.
Für Millionen Wohnungssuchende ist eine schnelle Entspannung nicht in Sicht. Solange der Neubau weit hinter dem Bedarf zurückbleibt, wird der Druck auf die Mietpreise weiter steigen. Die Wohnungsfrage entwickelt sich zur zentralen sozialen Herausforderung der kommenden Jahre.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


