Wohnungsmarkt, Bayern

Wohnungsmarkt: Bayern startet Pilotprojekt, Preise steigen weiter

12.02.2026 - 04:01:11

Experten sehen keine schnelle Entspannung am deutschen Wohnungsmarkt. Während Neubauziele verfehlt werden und Preise steigen, entzündet sich die politische Debatte an Indexmieten.

Der deutsche Wohnungsmarkt sendet gemischte Signale: Während in Bayern ein innovatives Wohnprojekt startet, prognostizieren Banken weiter steigende Preise. Gleichzeitig entzündet sich an einem neuen Gesetzentwurf zur Indexmiete die politische Debatte neu.

Neubau hinkt weit hinterher

Experten sehen keine schnelle Entspannung. Laut dem Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen wird ein spürbares Anziehen des Neubaus erst ab 2027 erwartet. Für dieses Jahr rechnen sie mit nur rund 215.000 fertiggestellten Wohnungen – deutlich weniger, als benötigt wird.

Die Folge: Die Preise steigen weiter. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) geht von einer weiteren Verteuerung von Wohnimmobilien im Jahr 2026 aus. Besonders stark fiel der Anstieg zuletzt in den sieben größten Metropolen aus.

Gauting setzt auf serielles Bauen

Ein konkreter Hoffnungsschimmer kommt aus Bayern. In Gauting bei München hat der Gemeinderat grünes Licht für das Pilotprojekt „MOORITZ“ gegeben. Auf einem Grundstück am S-Bahnhof sollen 99 kompakte und erschwingliche Wohneinheiten entstehen.

  • Zielgruppe: Das Projekt richtet sich gezielt an Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger.
  • Fachkräfte: Ein Teil der Wohnungen ist für Menschen aus Engpassberufen wie der Pflege reserviert.
  • Bauweise: Das Gebäude entsteht in serieller Holzhybrid-Bauweise, um schneller und kostengünstiger zu bauen.

Das Vorhaben ist Teil des bayernweiten Programm „Gebäudetyp-e“, das durch Abweichungen von Normen günstigeren Wohnraum schaffen will. Die örtliche Asklepios Lungenklinik unterstützt das Projekt und verweist auf den hohen Bedarf an Wohnraum für Fachkräfte.

Politik streitet über Mietendeckel

Während lokal gebaut wird, wird bundesweit heftig gestritten. Das Justizministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Indexmieten deckeln soll. Der Vorschlag sieht vor, dass diese Mieten nur noch um maximal 3,5 Prozent pro Jahr steigen dürfen.

Die Reaktionen fallen gespalten aus:
* Der Deutsche Mieterbund begrüßt den Schritt als überfällig.
* Der Eigentümerverband Haus und Grund kritisiert die Pläne scharf und warnt vor gebremsten Investitionen.

Auch im Bayerischen Landtag wurde diese Woche debattiert. Die Opposition forderte stärkere staatliche Eingriffe, die Regierungsfraktionen setzen hingegen auf steuerliche Entlastungen und weniger Bauvorgaben.

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Wann kommt die Trendwende?

Die aktuellen Entwicklungen zeigen das ganze Dilemma: Einzelne Leuchtturmprojekte wie in Gauting stehen einer insgesamt kritischen Gesamtlage gegenüber. Laut einer Umfrage fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen.

Die öffentliche Unzufriedenheit entlädt sich zunehmend. Erst am 8. Februar demonstrierten Tausende in München für einen bundesweiten Mietendeckel und mehr Sozialwohnungen.

Trotz aller politischen Ankündigungen und Pilotprojekte zeichnen Experten ein düsteres Bild: Eine nachhaltige Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist nicht in Sicht. Eine Trendwende beim Neubau wird frühestens für 2027 erwartet. Bis dahin bleibt die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung, besonders in den Großstädten, ein Kraftakt.

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