Wohnungsmarkt: Baugenehmigungen steigen, doch die Krise verschärft sich
20.02.2026 - 07:49:12 | boerse-global.deDie Zahl der Baugenehmigungen ist erstmals seit drei Jahren gestiegen – doch Experten warnen vor einer sich verschärfenden Wohnungsnot. Ein Rekorddefizit von 1,4 Millionen Wohnungen und stockende Bauprojekte zeichnen ein düsteres Bild für Mieter.
Das Statistische Bundesamt meldete diese Woche 238.500 genehmigte Wohnungen für 2025, ein Plus von 10,8 Prozent. Die Bundesregierung sieht darin eine Trendwende. Die Bau- und Immobilienbranche bleibt skeptisch. Sie verweist auf die lange Zeitspanne bis zur Fertigstellung: durchschnittlich 26 Monate, bei Mehrfamilienhäusern sogar bis zu 34.
Hinzu kommen die hohen Zinsen und Baukosten. Viele genehmigte Projekte werden nie realisiert. Die Prognose für 2026 ist ernüchternd: Nur rund 215.000 Wohnungen sollen tatsächlich fertig werden. Das ist weit entfernt vom eigentlichen Bedarf.
1,4 Millionen Wohnungen fehlen – und es werden mehr
Eine Studie des Pestel-Instituts zeigt das wahre Ausmaß der Krise. Ende 2024 fehlten in Deutschland bereits 1,4 Millionen Wohnungen. Um diese Lücke bis 2030 zu schließen, wären jährlich 400.000 Neubauten nötig. Die Realität liegt bei nur etwa halb so vielen.
Die Folge: Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum wird sich weiter verschärfen. Besonders dramatisch ist die Lage bei Sozialwohnungen. Nur noch eine Million Einheiten stehen zur Verfügung, obwohl etwa die Hälfte aller Mieterhaushalte anspruchsberechtigt wäre.
Studierende zahlen 53 Prozent für Miete
Die Wohnungsnot hat längst soziale und wirtschaftliche Folgen. Das Bündnis „Soziales Wohnen“ warnt vor einem drohenden „Sozial-Drama“. Studierende müssen im Schnitt 53 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, weil es vor Ort keine bezahlbare Unterkunft gibt.
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Immer mehr Senior:innen müssen nach der Rente aus ihren Städten wegziehen. Das Pestel-Institut bezeichnet den Wohnungsmangel zudem als „Wirtschaftsbremse“. Er behindert die Mobilität von Fachkräften und bremst so den Arbeitsmarkt aus.
Politik spricht von Erfolg, die Praxis mahnt
Die Reaktionen auf die neuen Zahlen zeigen die Kluft zwischen Politik und Realität. Bundesbauministerin Verena Hubertz spricht von einer positiven Entwicklung. Branchenvertreter wie IVD-Präsident Dirk Wohltorf halten dagegen: Der Erfolg müsse sich an den Fertigstellungszahlen messen lassen.
Solange aus Genehmigungen keine realen Wohnungen werden, bleibt die Lage prekär. Die steigenden Genehmigungen sind ein erster Schritt, aber keine Garantie für Entspannung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen viele Bauvorhaben weiterhin unrentabel.
Was muss passieren, um die Wende zu schaffen?
Verbände fordern einen radikalen Kurswechsel. Ein „Sozialer Bund-Länder-Pakt fürs Wohnen“ soll den Bau von Sozial- und Mietwohnungen massiv fördern. Weitere Forderungen: Baukosten durch vereinfachte Normen senken, Genehmigungsverfahren digitalisieren und beschleunigen sowie eine aktivere Baulandpolitik der Kommunen.
Bis dahin wird der Druck auf die Miet- und Kaufpreise in Ballungsräumen weiter steigen. Ob die gestiegenen Genehmigungszahlen eine echte Wende einleiten, zeigen erst die Fertigstellungszahlen der kommenden Jahre. Für Millionen Menschen bleibt die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung eine der größten Herausforderungen.
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