Wohnungsmangel erreicht mit 1,4 Millionen neuen Rekord
16.02.2026 - 18:09:12Die Wohnungskrise in Deutschland spitzt sich dramatisch zu. Laut dem neuen „Sozialen Wohn-Monitor 2026“ fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen – ein historischer Höchststand. Besonders betroffen ist der bezahlbare und soziale Wohnungsbau. Die Studie des Pestel-Instituts, im Auftrag des Bündnisses „Soziales Wohnen“, warnt vor einer weiteren Verschärfung.
Jährlich 400.000 Neubauten nötig – Realität sieht düster aus
Um die Lücke bis 2030 zu schließen, müssten jährlich gut 400.000 neue Wohnungen entstehen. Die Realität ist ernüchternd: Wegen eingebrochener Baugenehmigungen rechnen Experten nur noch mit rund 200.000 Fertigstellungen pro Jahr. Das ist gerade einmal die Hälfte des benötigten Volumens.
Die Lage bei Sozialwohnungen ist besonders dramatisch. Obwohl etwa die Hälfte der Mieterhaushalte anspruchsberechtigt wäre, existieren bundesweit nur noch eine Million solcher Wohnungen. Das Bündnis fordert eine Verdopplung auf mindestens zwei Millionen. Die Folgen des Mangels sind längst spürbar:
* Explodierende Mieten
* Zunehmende soziale Ungleichheit
* Verdrängung einkommensschwacher Gruppen aus den Städten
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Warum baut niemand mehr?
Die Ursachen sind komplex. Gestiegene Bau- und Finanzierungskosten, regulatorische Hürden und fehlende Kapazitäten bremsen die Bautätigkeit massiv. Viele Projekte sind schlicht unrentabel. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage durch Zuzug in die Städte hoch.
Die Politik steht in der Kritik. Fördergelder des Bundes kämen nur „häppchenweise“ bei den Ländern an, kritisiert das Bündnis. Da für den Bau das Geld sofort benötigt wird, müssten die Länder vorstrecken – was oft unterbleibt. Experten fordern daher einen „Sozialen Bund-Länder-Pakt fürs Wohnen“, um den Wohnungsbau zur Chefsache zu machen.
Junge und Alte leiden am stärksten
Der Mangel trifft nicht alle gleich. Besonders angespannt ist die Lage in westdeutschen Flächenländern sowie in Berlin und Hamburg. In absoluten Zahlen fehlen die meisten Wohnungen in:
* Nordrhein-Westfalen (376.000)
* Bayern (233.000)
In Ostdeutschland ist die Lage tendenziell entspannter, was auch an einer stärkeren kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft liegt.
Besonders hart trifft es zwei Gruppen: Junge Menschen in Ausbildung und Senioren mit geringer Rente. Erstere werden auf dem Markt zunehmend benachteiligt. Ältere Menschen können sich ihre Stadtwohnung oft nicht mehr leisten und werden zur Abwanderung gezwungen – eine „Stadtvertreibung Älterer“.
Wohnungsmangel als Wirtschaftsbremse
Die Krise hat längst massive wirtschaftliche Folgen. Ökonomen sehen im Wohnungsmangel eine ernste „Wirtschaftsbremse“. Ohne bezahlbaren Wohnraum wird es schwer, dringend benötigte Fachkräfte anzuwerben und die Wachstumsschwäche zu überwinden.
Gleichzeitig steigen die Preise weiter. Daten zeigten bereits für das vergangene Jahr eine deutliche Verteuerung von Wohnimmobilien. Für 2026 rechnen Marktbeobachter aufgrund des knappen Angebots mit weiteren Anstiegen bei Mieten und Kaufpreisen.
Wann kommt die Trendwende?
Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet damit, dass die Fertigstellungszahlen in den kommenden Jahren weiter sinken – möglicherweise auf nur 175.000 Wohnungen in diesem Jahr.
Branchenverbände fordern ein entschlossenes Handeln: Vereinfachung von Baurecht, Senkung der Baukosten und eine verlässlichere Förderung. Ob Maßnahmen wie der geplante „Bau-Turbo“ der Bundesregierung reichen, um die strukturellen Probleme zu lösen, bleibt offen. Der Kampf um bezahlbaren Wohnraum wird Millionen Menschen weiter beschäftigen.
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