Wistron, KI-Boom

Wistron sieht KI-Boom als dauerhafte Revolution

08.02.2026 - 07:41:12

Der Elektronikzulieferer Wistron erzielt einen Umsatzrekord und sieht im KI-Infrastrukturgeschäft den Beginn einer neuen Industrie-Ära. Aufträge reichen bis 2027.

Der taiwanesische Elektronikriese Wistron widerspricht Spekulationsvorwürfen scharf: Der aktuelle Nachfrageschub nach KI-Infrastruktur sei kein kurzfristiger Hype, sondern markiere den Beginn einer neuen Industrie-Ära. Das Unternehmen stützt seine optimistische Prognose auf prall gefüllte Auftragsbücher und ein Rekordergebnis.

Rekordzahlen untermauern optimistische Prognose

Die Zuversicht des Konzerns ist handfest: Für Januar 2026 meldet Wistron einen Umsatzrekord von umgerechnet 6,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem gewaltigen Jahresplus von 151,5 Prozent. Treiber dieses Wachstums ist eindeutig das KI-Servergeschäft, das sich zum neuen Hauptmotor des gesamten Konzerns entwickelt hat. Die Nachfrage nach Hochleistungs-Hardware für das Trainieren und Betreiben von KI-Modellen scheint ungebrochen. Aufträge reichen bereits bis ins Jahr 2027, wobei das Wachstum 2026 das ohnehin hohe Tempo des Vorjahres noch übertreffen soll.

Anzeige

Die wachsende Nachfrage nach KI-Servern verändert nicht nur die Hardware-Landschaft — sie bringt auch neue regulatorische Pflichten mit sich. Die EU‑KI‑Verordnung (AI Act) legt inzwischen Anforderungen zu Kennzeichnung, Risikoklassen und Dokumentation fest, die Hersteller, Betreiber und Zulieferer kennen müssen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt Schritt für Schritt, welche Pflichten jetzt gelten und liefert praktische Checklisten für die Dokumentation. KI-Verordnung: Kostenlosen Umsetzungsleitfaden herunterladen

„Neue Ära“ statt Spekulationsblase

Warum glaubt Wistron nicht an eine bald platzende Blase? Die Führungsetage um Aufsichtsratsvorsitzenden Simon Lin betont den fundamentalen Charakter der Künstlichen Intelligenz. KI sei kein Modetrend, sondern ein Werkzeug, das ganze Branchen grundlegend verändern und reale Produktivitätsgewinne liefern werde. Die aktuellen Investitionen in Infrastruktur seien daher kein spekulatives Überhitzen, sondern der notwendige Aufbau für ein neues technologisches Zeitalter. „Die anhaltende und robuste Expansion der KI-Infrastruktur ist die Grundlage unseres Vertrauens“, bekräftigt auch Präsident Jeff Lin.

Milliarden-Investitionen in USA und Taiwan

Um der Nachfrage Herr zu werden, treibt Wistron eine massive globale Expansion voran. Ein strategischer Schwerpunkt liegt in den USA, wo das Unternehmen in einer Allianz mit dem KI-Chip-Riesen Nvidia steht. Noch in der ersten Jahreshälfte 2026 soll die Serienproduktion in neuen Werken in Texas anlaufen. Wistron investiert rund eine Milliarde US-Dollar, um Nvidias ambitionierte Pläne zu unterstützen, in den nächsten vier Jahren KI-Server-Infrastruktur im Wert von bis zu 500 Milliarden Dollar in den USA aufzubauen.

Parallel fließen weiter hohe Investitionen in den Heimatmarkt Taiwan. Dort sieht sich das Unternehmen jedoch mit der zentralen Herausforderung konfrontiert, eine ausreichende und stabile Stromversorgung für seine Hochleistungsfabriken zu sichern.

Signalwirkung für die gesamte Tech-Branche

Die Prognosen des Zulieferers haben Gewicht. Als wichtiger Partner Nvidias steht Wistron im Epizentrum des KI-Marktes. Seine Einschätzung einer nachhaltigen Nachfrage bis 2027 stellt ein starkes Gegenargument zu Anlegerbedenken dar. Die strategische Verlagerung von Produktion in die USA spiegelt zudem einen größeren geopolitischen Trend wider: die Lokalisierung kritischer Technologie-Lieferketten. Der Erfolg dieser „KI-Fabriken“ in Nordamerika wird genau beobachtet werden – er könnte wegweisend für die Zukunft der Hochtechnologie-Fertigung in der Region sein.

Für Wistron ist die Strategie klar: Das Unternehmen will sich als unverzichtbarer Partner in der globalen KI-Lieferkette etablieren. Die massiven Investitionen in beiden Hemisphären sind eine Wette auf einen langfristigen Technologiezyklus. Sollte die Prognose stimmen, dann sind die aktuellen Marktdynamiken nicht die Vorboten einer Blase, sondern die Fundamente einer anhaltenden Revolution.

@ boerse-global.de