Wien trotzt als Wirtschaftsmotor der Österreich-Rezession
19.01.2026 - 00:04:12Wien wächst 2026 stärker als der Rest Österreichs. Neue Prognosen sehen für die Hauptstadt ein Plus von 1,5 Prozent vor – der Bund kommt nur auf rund ein Prozent. Damit setzt die Stadt ihren Sonderkurs fort und festigt ihre Rolle als unangefochtener Wirtschaftsmotor des Landes.
Ein Bundesland im Sonderstatus
Die Zahlen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) sprechen eine klare Sprache. Während das österreichische BIP 2024 um 0,7 Prozent schrumpfte, legte Wien als einziges Bundesland zu. Auch 2025 wuchs die Wiener Wirtschaft um rund ein Prozent und steigerte ihre Leistung erstmals auf etwa 130 Milliarden Euro. Das entspricht einem Viertel der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung.
Bürgermeister Michael Ludwig führt die Resilienz auf die strategische Wirtschaftspolitik zurück. „Gezielte Investitionen und Stabilität“ hätten es ermöglicht, sich der nationalen Rezession „erfolgreich entgegenzustemmen“.
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Dienstleistungen schützen vor Konjunkturtief
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Branchenstruktur. Anders als stark industrialisierte Bundesländer leidet Wien weniger unter der globalen Konjunkturschwäche. Stattdessen stützt ein breiter Dienstleistungssektor die Wirtschaft:
- Wachstumsbranchen: IT, Unternehmensberatung und Life Sciences
- Stabile Säule: Der öffentliche Sektor
- Rekordwerte: Ein florierender Tourismus
Die Attraktivität des Standorts zeigt sich auch bei internationalen Unternehmen. 2024 entschieden sich 218 Firmen für eine Ansiedlung in Wien – ein Plus von 25 Prozent. Diese Investitionen brachten 530 Millionen Euro und über 900 neue Jobs.
Robuster Arbeitsmarkt mit Wermutstropfen
Die positive Konjunktur schlägt sich auf dem Arbeitsmarkt nieder. Für 2026 prognostiziert das WIFO für Wien ein Beschäftigungswachstum von 1,1 Prozent. Österreichweit sind es nur 0,7 Prozent.
Doch die Lage bleibt angespannt. Wien hat weiterhin die höchste Arbeitslosenquote im Bundesländervergleich. Ein zentrales Problem ist der Fachkräftemangel, der sich durch Digitalisierung und grüne Transformation verschärft.
Die Stadt reagiert mit Qualifizierungsoffensiven. Bis 2030 sollen etwa 16.000 neue Pflegekräfte ausgebildet werden, um dem demografischen Wandel zu begegnen.
Warum Wien besser durch die Krise kommt
Analysten sehen mehrere Gründe für die Krisenfestigkeit. Die geringere Abhängigkeit von Industrie und deutschen Exporten war ein Vorteil. Wichtig war aber auch die antizyklische Investitionspolitik der Stadt.
Selbst in schwierigen Zeiten flossen Gelder in Klimaschutz, Wohnbau und Infrastruktur. Diese Projekte sichern nicht nur die Lebensqualität, sondern schaffen auch direkt Nachfrage und Arbeitsplätze. Für die Wirtschaftskammer Wien sind der Branchenmix und die Unternehmensvielfalt das Fundament dieser Stabilität.
Moderater Optimismus für das laufende Jahr
Die Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS gehen davon aus, dass Österreich 2026 die Talsohle durchschritten hat. Wien ist gut positioniert, um von der leichten Erholung bei Exporten und Investitionen überdurchschnittlich zu profitieren.
Die Wiener Wirtschaftsagentur will ihre Förderungen nun auf Zukunftsfelder wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung konzentrieren. Die anhaltenden Investitionen in Innovation sollen Wiens Rolle als führende Wirtschaftsmetropole Zentraleuropas festigen.
Dennoch lauern Risiken. Geopolitische Unsicherheiten und eine im europäischen Vergleich hohe Inflation könnten den privaten Konsum weiter dämpfen.
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