Widerrufsbutton, Pflicht

Widerrufsbutton wird Pflicht – USA kassieren Rückschlag

11.02.2026 - 13:14:12

Deutschland führt ab Juni 2026 einen gesetzlichen Widerrufsbutton gegen Abo-Fallen ein, während ein US-Gericht eine ähnliche Regel kippt. Die Methoden unseriöser Anbieter werden raffinierter.

Ab Juni 2026 müssen Anbieter in Deutschland einen einfachen Kündigungsbutton anbieten. Während Europa die Zügel anzieht, erleidet der Verbraucherschutz in den USA einen herben Rückschlag. Das Geschäft mit Abo-Fallen blüht weiter.

USA: Gericht kippt „Click-to-Cancel“-Regel

Die Hoffnung auf einen einheitlichen Schutz in den USA ist geplatzt. Ein Berufungsgericht kippte im Juli 2025 die geplante „Click-to-Cancel“-Regel der Handelsbehörde FTC. Die Begründung: eine unzureichende Analyse der wirtschaftlichen Folgen.

Damit klafft eine große Lücke im nationalen Verbraucherschutz. Zwar gelten in einigen Bundesstaaten wie Kalifornien eigene Gesetze, doch für viele Nutzer bleibt die Kündigung ein Hindernislauf. Internationale App-Anbieter können weiterhin Hürden aufbauen.

Europa setzt auf den „Widerrufsbutton“

Deutschland geht den entgegengesetzten Weg. Ab dem 19. Juni 2026 wird der sogenannte Widerrufsbutton gesetzliche Pflicht für Online-Verträge und In-App-Abos. Anbieter müssen eine leicht auffindbare Schaltfläche zum sofortigen Beenden bereitstellen.

Wer sich nicht daran hält, riskiert die rechtliche Anfechtbarkeit seiner Verträge. Die Regel zielt direkt auf Dark Patterns ab – also Tricks, bei denen der „Kaufen“-Knopf groß leuchtet, die Kündigung aber in Untermenüs versteckt ist. Der europäische Digital Services Act (DSA) verbietet solche manipulativen Oberflächen bereits.

Tech-Konzerne reagieren auf Druck

Auch die Plattform-Betreiber Apple und Google geraten in Zugzwang. Erst kürzlich schlossen sie neue Vereinbarungen mit der britischen Wettbewerbsbehörde CMA. Sie verpflichten sich zu mehr Transparenz und weniger Bevorzugung eigener Apps.

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Kritiker halten solche Selbstverpflichtungen jedoch für oft „zahnlos“. Dennoch verschärfen die App-Stores schrittweise ihre Richtlinien. Sie wollen verhindern, dass Nutzer versehentlich teure Wochenabos für simple Apps abschließen.

So funktionieren die Abo-Fallen 2026

Die Methoden der unseriösen Anbieter werden immer raffinierter. Sicherheitsexperten beobachten neue Taktiken:

  • KI als Lockvogel: Statt simpler Tools werben viele Apps nun mit „KI-Chatbots“ oder „Avatar-Generatoren“. Sie nutzen den Hype, um Nutzer in Abos zu locken, die hunderte Euro pro Jahr kosten.
  • Manipulation in Echtzeit: Rund drei Viertel der getesteten Apps nutzen mindestens ein Dark Pattern. Dazu zählen Countdown-Timer für künstlichen Druck oder das gezielte Hervorheben der teuersten Abo-Option.
  • Die Mogelpackung „Gratis“: Viele Apps sind nur zum Download kostenlos. Die Nutzung ist sofort an ein Probeabo gekoppelt, das sich nach wenigen Tagen automatisch verlängert – dann kostenpflichtig.

Geteilter digitaler Verbraucherschutz

Die Lage zeigt eine globale Spaltung. Die EU baut mit dem DSA und dem deutschen Kündigungsbutton ein engmaschiges Schutznetz auf. In den USA und anderen Märkten sind Verbraucher dagegen stärker auf die Kulanz der Plattformen angewiesen.

Für Anbieter bleibt das Fleeceware-Modell lukrativ. Solange App-Stores an den Umsätzen mitverdienen, besteht ein Interessenkonflikt. Die deutsche Regelung könnte zum internationalen „Goldstandard“ werden. Der Grund: Es ist oft zu aufwendig, extra für Deutschland eine kundenfreundliche Version einer App zu pflegen.

Das können Verbraucher jetzt tun

Bis der Widerrufsbutton im Sommer Pflicht wird, ist Wachsamkeit gefragt. Experten raten zu diesen Schritten:

  • Abos regelmäßig prüfen: In den Einstellungen des App Stores („Abonnements“) nach ungewollten Diensten suchen.
  • Drittanbietersperre nutzen: Mobilfunkanbieter können Abrechnungen über die Handyrechnung blockieren.
  • Probeabos sofort kündigen: Nach dem Abschluss direkt wieder kündigen. Die Nutzung läuft meist bis zum Ende der Testphase, verlängert sich aber nicht automatisch.

Ob die unseriösen Anbieter auch den neuen Button umgehen werden, bleibt ihre nächste Herausforderung.

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