WhatsApp startet Sicherheits-Offensive mit neuen Regeln
04.04.2026 - 22:41:02 | boerse-global.deWhatsApp hat im April eine umfassende Sicherheits-Offensive gestartet. Der Messenger stellt die Kompatibilität für alte Smartphones ein und warnt vor gefährlicher Spyware. Gleichzeitig setzt der Dienst stärker auf biometrische Sicherheit und bietet neue Schutzfunktionen für alle Nutzer.
Strikte Kontoeinstellungen: Der digitale Schutzwall
Eine der wichtigsten Neuerungen sind die optionalen „strikten Kontoeinstellungen“. Sie richten sich besonders an Personen mit erhöhtem Schutzbedarf wie Journalisten. Wer den Modus aktiviert, blockiert automatisch Medien und Links von unbekannten Absendern. Auch Link-Vorschauen werden deaktiviert, um die Weitergabe der IP-Adresse zu verhindern.
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Technikexperten sehen darin eine Reaktion auf immer komplexer werdende Cyberangriffe. Schon das Empfangen einer präparierten Datei kann gefährlich sein. Im Hintergrund setzt WhatsApp zudem vermehrt auf die Programmiersprache Rust, um systembedingte Speicherfehler und potenzielle Einfallstore für Schadsoftware zu minimieren.
Biometrie statt SMS: Passkeys werden Standard
Die klassische Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS gilt als veraltet. WhatsApp hat den Übergang zu Passkeys nun zum Standard erhoben. Dabei werden kryptografische Schlüssel lokal auf dem Gerät gespeichert und durch biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan freigegeben.
Der große Vorteil: Phishing-Angriffe laufen ins Leere. Angreifer können keine Codes mehr abfangen, weil es schlicht keinen mehr gibt. Die Einrichtung ist in den Kontosicherheitseinstellungen prominent platziert. Berichten zufolge hat diese Maßnahme die Zahl erfolgreicher Konto-Übernahmen in den letzten zwei Jahren deutlich reduziert.
Elternverwaltete Konten für Kinder unter 13
Im März startete offiziell das Modell der elternverwalteten Konten für Kinder unter 13 Jahren. Eltern können über eine spezielle PIN festlegen, wer ihrem Kind Nachrichten senden darf. Funktionen wie öffentliche Kanäle, Status-Updates und der Zugang zur Meta AI sind standardmäßig deaktiviert.
Das Ziel ist ein geschützter Raum für die familiäre Kommunikation. Kritiker merken an, dass die Sicherheitsverantwortung damit stark auf die Eltern übertragen wird. Der Kern des Dienstes bleibt aber erhalten: Alle Gespräche sind auch in Kinderkonten Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Eltern verwalten die Kontaktliste, können aber nicht mitlesen.
Meta AI und der erweiterte Chat-Datenschutz
Mit der tiefen Integration von Meta AI gewinnt die Funktion „Erweiterter Chat-Datenschutz“ an Bedeutung. Nutzer können für einzelne Chats festlegen, dass deren Inhalte strikt von der KI-Verarbeitung ausgeschlossen bleiben. Das ist relevant, weil Nachrichten, die direkt an die Meta AI gesendet werden, nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind.
Ist der erweiterte Schutz aktiviert, werden Chat-Exporte blockiert und Medien nicht automatisch in der Smartphone-Galerie gespeichert. Das soll verhindern, dass sensible Informationen unbeabsichtigt den geschützten Raum des Messengers verlassen. Der blaue Kreis als Symbol für den KI-Assistenten ist jedoch ein fester Bestandteil der Oberfläche geworden.
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Aus für alte Smartphones und regulatorischer Druck
Zum 1. April stellte WhatsApp den support für zahlreiche ältere Smartphone-Modelle endgültig ein. Betroffen sind Geräte wie das iPhone 6 oder das Samsung Galaxy S5. Branchenanalysten verteidigen den Schritt als notwendig: Ältere Betriebssysteme können moderne Verschlüsselungsstandards und Schutzmechanismen wie Passkeys nicht mehr effektiv unterstützen.
Parallel zeigt sich ein trend zur regionalen Differenzierung des Datenschutzes. In Indien musste Meta Mitte März eine Kehrtwende vollziehen und Nutzern ermöglichen, die Datenweitergabe an andere Meta-Dienste einfacher abzulehnen. Solche Entwicklungen in großen Märkten könnten langfristig auch globale Einstellungen beeinflussen.
Zukunftsausblick: Identität ohne Telefonnummer
Die Roadmap für die zweite Jahreshälfte 2026 deutet die nächste große Veränderung an: die vollständige Einführung von Benutzernamen. Das Ziel ist, die Privatsphäre weiter zu erhöhen, indem Nutzer ihre Telefonnummer nicht mehr zwingend preisgeben müssen, um Kontakt aufzunehmen.
Sicherheitsexperten erwarten, dass die Kombination aus biometrischen Passkeys, strikten Einstellungen und der Anonymisierung der Telefonnummer WhatsApp deutlich sicherer machen wird. Doch die größte Schwachstelle bleibt der Mensch. Die jüngste Warnung vor gefälschter Spyware zeigt: Technischer Schutz wirkt nur, wenn Nutzer offizielle App-Stores nutzen.
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