Waymo, Expansionsschub

Waymo startet 2026 mit großem Expansionsschub

07.01.2026 - 15:39:12

Waymo drängt mit autonomen Fahrzeugen in schwierige Städte im Osten und Süden der USA. Der Konzern testet nun in Pittsburgh und auf Atlantas Autobahnen – trotz einer kürzlichen Sicherheits-Rückrufaktion.

Der autonome Fahrdienst des Google-Mutterkonzerns Alphabet startet mit ehrgeizigen Plänen ins neue Jahr. Ab dieser Woche rollen die weißen Jaguar I-PACE-Testfahrzeuge von Waymo durch die Straßen von Pittsburgh, Pennsylvania. Gleichzeitig weitet das Unternehmen seinen bereits bestehenden Service in Atlanta, Georgia, auf Autobahnabschnitte aus. Das Ziel ist klar: Waymo will bis Ende 2026 eine Million bezahlte Fahrten pro Woche anbieten – mehr als eine Verdoppelung der aktuellen 450.000.

Die Wahl fiel auf eine der anspruchsvollsten Städte Nordamerikas. Pittsburgh gilt mit seinen 446 Brücken, unzähligen Tunneln, unregelmäßigen Kreuzungen und der berüchtigten „Pittsburgh Left“-Abbiegeregel als Albtraum für jeden Fahrer. Für Waymos KI-System „Driver“ ist es der ultimative Härtetest.

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„Die Stadt ist eine lebende Teststrecke für komplexe urbane Umgebungen“, erklärt ein Branchenanalyst. Der Start mitten im Winter bringt eine zusätzliche Herausforderung: Schnee, Eisregen und Schneematsch stellen die Sensoren aus Lidar, Radar und Kameras auf die Probe. Bisher operierte Waymo vor allem im sonnigen Phoenix und Los Angeles. Gelingt der Durchbruch in der „Steel City“, wäre das ein gewaltiger Vertrauensbeweis für die Technologie.

Zunächst fahren noch menschliche Spezialisten die Routen ab, um die Stadt für die KI zu kartieren. Die vollautonome, kommerzielle Nutzung soll folgen. Pittsburgh ist kein Zufallstreffer: Die Stadt beherbergt die renommierte Carnegie Mellon University, eine historische Keimzelle der Robotik-Forschung.

Atlanta: Der nächste Schritt heißt Autobahn

Während in Pittsburgh die Grundlagen gelegt werden, geht es in Atlanta in die nächste Phase. Seit Juni 2025 bietet Waymo dort bereits kommerzielle Fahrten in Kooperation mit Uber an. Die neue Ausbaustufe erlaubt nun Fahrten auf ausgewählten Autobahnabschnitten.

Das ist ein technologischer Quantensprung. Autobahnfahrten mit hoher Geschwindigkeit und dichtem Verkehr erfordern eine ausgereifte Software. Waymo hat diese Fähigkeit bereits Ende 2025 in Phoenix und San Francisco eingeführt. Die Ausweitung auf Atlanta soll den Dienst für Pendler attraktiver machen und eine echte Alternative zum eigenen Auto schaffen.

Sicherheitsdebatte nach umfangreichem Rückruf

Die Expansion findet unter schärferer Beobachtung statt. Erst im Dezember 2025 rief Waymo seine gesamte Flotte von über 3.000 Fahrzeugen freiwillig zurück. Grund war eine Software-Schwachstelle: Die Systeme hatten Probleme, die Bewegungen von Schulbussen korrekt vorherzusagen und hielten nicht immer vor ausgefahrenen Stopp-Schildern.

Das nationale Verkehrssicherheitsamt NHTSA hatte die Vorfälle untersucht. Waymo reagierte mit einem Software-Update für alle Fahrzeuge. „Das Update verbessert die Fähigkeit des Systems, Schulbus-Signale zu erkennen und darauf zu reagieren“, betonte Waymos Sicherheitschef Mauricio Peña. Das Unternehmen verweist darauf, dass seine Sicherheitsbilanz nach wie vor besser sei als die von menschlichen Fahrern.

Rennen um die Zukunft der Mobilität

Für die gesamte Robotaxi-Branche wird 2026 ein entscheiden-des Jahr. Während Wettbewerber wie Zoox oder Tesla an ihren Systemen arbeiten, setzt Waymo auf eine strategische, städteweise Expansion. Weitere Starts in Miami, Austin und erste Tests in Tokio sind für dieses Jahr angekündigt.

In Pittsburgh könnte der autonome Alltag bald beginnen. Für Atlanta-Pendler stellt sich eine andere Frage: Wann sitzt auf der nächsten Uber-Fahrt über den I-85 gar kein Mensch mehr am Steuer? Waymo arbeitet daran, dass diese Zukunft schon dieses Jahr zur Gegenwart wird.

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