Waymo-Robotaxi lähmt Kreuzung in Texas
19.01.2026 - 23:21:12Ein fahrerloses Waymo-Fahrzeug hat diese Woche mitten in einer Kreuzung in San Antonio den Dienst verweigert. Der Vorfall befeuert die Debatte um Transparenz und Kontrolle der Roboterauto-Technologie in Texas und zeigt die Tücken des automatisierten Fahrens im Alltag.
Am Montag, dem 19. Januar, kam ein vollautonomer Waymo Jaguar I-Pace im Zentrum von San Antonio einfach nicht mehr von der Stelle. Das Fahrzeug blockierte mehrere Minuten lang eine Kreuzung an der East Houston Street, bis andere Autofahrer es umfahren mussten. Laut Waymo habe das Auto angehalten, weil es eine ausgefallene Ampel erkannt habe. In solchen Fällen warte es auf Anweisungen eines menschlichen Operateurs aus der Ferne.
Doch eine Augenzeugin widerspricht dieser Darstellung: Die Ampeln hätten normal funktioniert. Diese Diskrepanz wirft Fragen nach der Zuverlässigkeit der Sensoren und Entscheidungsalgorithmen auf. Der Vorfall erinnert an Probleme in San Francisco, wo Waymo-Fahrzeuge bei Stromausfällen und dunklen Ampeln bereits ähnlich reagierten. Für das Unternehmen ist es eine seltene „Edge-Case“-Situation – für die Öffentlichkeit ein Grund zur Sorge, kurz vor dem geplanten kommerziellen Start in der Stadt.
Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI‑Systeme – und viele Betreiber unterschätzen die Pflichten. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt verständlich, welche Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen jetzt relevant sind – auch für Anbieter und Entwickler von autonomen Systemen. Praktische Checklisten und Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen helfen, Compliance-Lücken zu schließen und Prüfungen vorzubereiten. KI‑Verordnung‑Leitfaden jetzt gratis herunterladen
Muster von Problemen: Von Schulbussen bis zu Stillstand
Der Zwischenfall in San Antonio ist kein Einzelfall, sondern passt in eine Reihe von Vorfällen in Texas. Im benachbarten Austin ermittelt bereits die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gegen Waymo. Grund sind zahlreiche Verstöße gegen Schulbus-Regeln: Die Roboterautos sollen wiederholt an haltenden Schulbussen mit eingeschalteter Warnbeleuchtung vorbeigefahren sein.
Allein im laufenden Schuljahr zählte der Schulbezirk Austin 24 solcher Vorfälle. Kritisch: Vier davon passierten, nachdem Waymo im Dezember 2025 ein freiwilliges Software-Update speziell für dieses Problem bereitgestellt hatte. Der Schulbezirk forderte erfolglos, den Betrieb zu Schulzeiten auszusetzen und prüft nun rechtliche Schritte. Die wiederholten Fehler trotz Korrekturversuchen deuten auf tieferliegende Systemprobleme hin.
Regulierungsdruck wächst: Texas zieht die Zügel an
Die Vorfälle sorgen auf mehreren Ebenen für verschärfte Kontrollen. Die NHTSA hat ihre Untersuchung ausgeweitet und baut auf eine bereits seit Mai 2024 laufende Prüfung auf. Damals ging es um 22 Vorfälle, bei denen Waymo-Fahrzeuge mit stationären Objekten kollidierten oder Verkehrsregeln verletzten.
Auch Texas selbst ändert seinen Kurs. Der Bundesstaat galt bisher als besonders AV-freundlich mit minimaler Regulierung. Doch ein neues Gesetz, das 2026 in Kraft treten soll, wird den Ton verschärfen. Es verlangt von AV-Unternehmen künftig Genehmigungen der Verkehrsbehörde und detaillierte Notfallpläne für Rettungskräfte. Der Staat erhält damit die Autorität, die Zulassung bei Sicherheitsmängeln zu entziehen. Die Zeit der unbeschränkten Freiheit für Roboterautos in Texas neigt sich dem Ende zu.
Das Transparenz-Dilemma: Daten vs. Realität
Im Kern zeigt sich ein Widerspruch zwischen internen Sicherheitsstatistiken und öffentlich sichtbaren Pannen. Waymo veröffentlicht regelmäßig Berichte, die belegen sollen, dass ihr „Autonomer Fahrer“ deutlich seltener Unfälle mit Verletzten verursacht als menschliche Fahrer. Das Unternehmen nutzt Daten aus dem Betrieb für ständige Software-Updates.
Doch Vorfälle wie in San Antonio und Austin untergraben dieses datengetriebene Vertrauen. Sie offenbaren die Schwierigkeit, ein System für alle denkbaren Szenarien zu programmieren. Für die Öffentlichkeit und Aufsichtsbehörden ist die mangelnde Transparenz das Hauptproblem. Wenn ein Fahrzeug grundlos stehenbleibt oder klare Regeln missachtet, fehlen oft unmittelbare, verständliche Erklärungen. Diese Informationslücke nährt Misstrauen und treibt nun die regulatorische Gegenreaktion voran.
Ausblick: Bewährungsprobe für Waymos Expansion
Waymo hält an seinen Expansionsplänen für San Antonio, Dallas und Houston fest und setzt auf die langfristigen Sicherheitsvorteile seiner Technologie. Doch das Umfeld hat sich verschärft. Das Unternehmen muss technische Schwachstellen beheben, um die NHTSA zu besänftigen, und gleichzeitig den Druck lokaler Behörden wie des Schulbezirks Austin standhalten. Bald kommen die verschärften staatlichen Regeln hinzu.
Die kommenden Monate werden zur Bewährungsprobe. Waymo muss beweisen, dass seine Systeme in der unberechenbaren Realität des Straßenverkehrs zuverlässig funktionieren. Noch wichtiger: Es muss Transparenz schaffen, um das verlorene Vertrauen der Öffentlichkeit und der Regulierer zurückzugewinnen – denn diese halten den Schlüssel zur Zukunft auf Texanischen Straßen in der Hand.
PS: Robotikautos stehen weltweit im Blick der Gesetzgeber – von Kennzeichnungspflichten bis zu Dokumentationsanforderungen. Unser kompakter Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung zeigt praxisnah, wie Sie Risikoklassen einschätzen, Transparenzanforderungen erfüllen und Übergangsfristen beachten. Gratis-Download mit konkreten Umsetzungstipps und Checkliste für Betreiber und Entwickler autonomer Systeme. Jetzt KI‑Verordnung‑Leitfaden sichern


