Bowie, Tod

Warum David Bowie 2026 wieder überall ist

18.02.2026 - 10:32:15 | ad-hoc-news.de

10 Jahre nach seinem Tod erlebt David Bowie ein gewaltiges Comeback – mit neuen Releases, Hologramm-Debatten und Fan-Hype. Was du jetzt wissen musst.

Du scrollst durch TikTok, willst eigentlich nur kurz hängenbleiben – und plötzlich ist da wieder David Bowie. "Heroes" unter einem EM-Clip, "Starman" in einem Retro-Edit, Memes mit Ziggy Stardust, und in den Comments nur: "Unfassbar, dass der Typ schon 2016 gestorben ist." Zehn Jahre nach seinem Tod ist Bowie 2026 gefühlt präsenter als zu Lebzeiten – und zwar nicht nur im Netz, sondern auch im Release-Kalender, in Kinos und auf Tribute-Bühnen in ganz Deutschland.

Offizielle Seite von David Bowie – alle offiziellen Ankündigungen checken

Labels bringen unveröffentlichte Live-Aufnahmen, kuratierte Boxsets und Jubiläums-Editionen, Kinos zeigen Dokus wie "Moonage Daydream" im Re-Run, und in Städten wie Berlin, Hamburg und Köln sind Bowie-Tribute-Shows monatelang ausverkauft. Während andere Legenden langsam in Nostalgie-Schubladen verschwinden, bleibt Bowie ein Thema für Gen Z und Millennials – nicht als Boomer-Ikone, sondern als jemand, der immer noch fresh wirkt.

Hintergründe: Die aktuellen News im Detail

2026 steht komplett im Zeichen von David Bowie, weil sich sein Todestag am 10. Januar zum zehnten Mal jährt. In UK und USA pushen Labels wie Parlophone und die Bowie-Estate seit Monaten Special-Editionen von "Blackstar" und "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars". In Deutschland ziehen die Vertriebspartner nach: Deluxe-Vinyl mit alternativen Mixen, remasterte Live-Mitschnitte aus den 70ern und 90ern, dazu neu kuratierte Playlists auf Spotify, Apple Music und Tidal.

Für deutsche Fans besonders wichtig: Berlin steht international wieder im Mittelpunkt der Bowie-Erzählung. Die legendäre "Berliner Trilogie" – "Low" (1977), "Heroes" (1977) und "Lodger" (1979) – wird von Medien, Dokus und Podcasts als kreativer Peak gefeiert. Viele Formate greifen Bowies Zeit in Schöneberg und am damaligen West-Berliner Rand auf. Kulturmagazine erzählen, wie er in den Hansa Studios nahe der Mauer "Heroes" einsang, während draußen Grenzsoldaten standen. Dadurch entsteht ein kleines Bowie-Tourismus-Revival: Insta-Stories vor der Hauptstraße 155, Fotos vor den Hansa Studios, Pilgerfahrten zur East Side Gallery mit "We can be heroes" als Caption.

Parallel dazu sorgen Ankündigungen zu neuen Archiv-Releases für Aufsehen. In der internationalen Musikpresse wird über eine groß angelegte "Blackstar: 10th Anniversary"-Edition spekuliert – inklusive Demo-Versionen, Session-Takes und einem kompletten Konzertmitschnitt der letzten Tour 2003/2004, die damals auch durch Deutschland führte. Offiziell bestätigt ist Stand jetzt nur, dass neue Vinyl-Pressungen und digitale High-Res-Versionen kommen sollen, aber in Fan-Foren kursieren schon mutmaßliche Tracklisten.

Dazu kommt die Diskussion um digitale Nachlassverwaltung: Die Bowie-Estate hat in den letzten Jahren mehrere Deals rund um Songrechte und Kataloge abgeschlossen. Streams von Songs wie "Space Oddity", "Life on Mars?", "Let's Dance" oder "Modern Love" gehen durch die Decke – getriggert von Serien, Filmen und TikTok-Trends. Für deutsche Fans bedeutet das: Du entdeckst Bowie eher in Netflix-Serien, FIFA- oder EA-Football-Playlisten und Insta-Reels als im Plattenladen, aber der Effekt ist derselbe – seine Musik rutscht wieder in den Alltag.

Ein weiteres heißes Thema: immersive Shows und Hologramm-Ideen. In UK tauchen Berichte auf, dass Produzenten über ein immersives Bowie-Projekt im Stil von ABBA Voyage nachdenken. Nichts ist bestätigt, und aus dem Estate-Umfeld heißt es nur, man prüfe "innovative Formen des Erinnerns". In der deutschen Community sorgt das für geteilte Reaktionen: Viele finden die Vorstellung einer digitalen Ziggy-Stardust-Show faszinierend, andere empfinden ein komplett virtuelles Comeback als respektlos. Klar ist: Wenn so ein Projekt Realität wird, ist Berlin als Standort ein logischer Kandidat – genau das heizt die Spekulationen an.

Und dann wäre da noch die Tribute-Szene: Von kleinen Clubs bis hin zu mittelgroßen Hallen tauchen 2026 vermehrt Shows unter Bannern wie "A Night with David Bowie" oder "Bowie Celebration" auf. Ehemalige Bandmitglieder, professionelle Coverbands und wechselnde Gastvokalist:innen spielen komplette Alben wie "Hunky Dory" oder "Station to Station" von vorne bis hinten. Besonders gefragt sind Termine in Berlin, Hamburg, München und Köln – nicht selten mit Ticketpreisen zwischen 40 und 80 Euro, je nach Produktionsgröße. Für dich heißt das: Wenn du Bowie nie live sehen konntest, sind diese Tribute-Abende die emotional intensivste Annäherung, die du aktuell bekommst.

Die Setlist & Show: Was dich erwartet

Weil David Bowie selbst seit seinem Tod 2016 natürlich keine neuen Shows spielt, richten sich alle Blicke auf Tribute-Touren, Special-Events und kuratierte Konzertfilme. Spannend wird es, wenn ehemalige Weggefährten auf Tour gehen und einen Querschnitt durch mehrere Bowie-Epochen anbieten. Schau dir Setlisten von aktuellen Bowie-Tribute-Shows in Europa an – du erkennst ein Muster, das sich auch in Deutschland durchsetzt.

Typische Auftakt-Songs sind energiereiche Klassiker wie "Rebel Rebel" oder "The Next Day". Sie holen die Leute direkt ab, ohne zu sehr in Nostalgie zu schwelgen. Danach folgt meistens ein Block mit 70er-Hits: "Ziggy Stardust", "Suffragette City", "Moonage Daydream" und natürlich "Starman". Diese Songs funktionieren live sofort, weil fast jede Zeile als Mitsing-Part taugt. Viele Shows arbeiten mit Visuals im Retro-Look: Körniges 70er-Material, Neon-Schriften, Comics, Sternen-Motive.

In der Mitte der Setlist tauchen oft die Berlin-Jahre auf. "Heroes" wird fast immer als emotionaler Höhepunkt gesetzt – manchmal auf Deutsch mit der "Helden"-Version als Strophe oder Bridge, manchmal im englischen Original. Dazu kommen Tracks wie "Sound and Vision", "Warszawa" oder "The Secret Life of Arabia", die zeigen, wie experimentell Bowie damals gearbeitet hat. Gerade in Berlin-Shows wird dieser Teil gerne mit Projektionen der Mauer, Hansa Studios und alten Stadtaufnahmen verbunden. Die Vibes: gedämpftes Licht, viel Blau und Grau, lange Instrumentalparts, die live ausufernder wirken als auf Platte.

Der 80er-Block bringt dann das komplette Pop-Brett: "Let’s Dance", "Modern Love", "China Girl", "Ashes to Ashes" – Songs, die selbst Menschen mitsingen, die Bowie nur halb kennen. In größeren deutschen Hallen hört man da plötzlich 2000 Leute "Put on your red shoes" schreien, als wären sie in einem Festival-Headliner-Set. Viele Tribute-Produktionen setzen genau hier auf größere Bandbesetzung mit Bläsern, Percussion, Backing-Vocals und Choreografie. Das Licht wechselt auf warme Farben, die Bühne wirkt größer, die Energie im Raum explodiert.

Überraschend stark kommen in aktuellen Shows auch die späten Songs an. "Where Are We Now?" vom 2013er-Album "The Next Day" ist so etwas wie ein versteckter Berlin-Love-Song, der in Deutschland eine besondere Bedeutung hat. Live wird er oft sehr reduziert gespielt – nur Piano, leise Gitarre, minimalistische Visuals mit Berliner Stadtbildern. Viele Fans berichten in Foren von Gänsehaut-Momenten und Tränen genau an dieser Stelle.

Und dann ist da natürlich "Blackstar". Tracks wie "Lazarus" und "Blackstar" selbst tauchen zunehmend in Setlists auf, obwohl sie komplex sind und emotional hart treffen. Wenn eine Tribute-Show "Lazarus" ansetzt, ist der Raum oft komplett still. Die meisten im Publikum wissen, dass Bowie die Platte im Wissen um seine Krankheit geschrieben hat. In Fan-Reviews wird dieser Moment oft als "fast schon zu echt" beschrieben – intensiver als viele andere Tribute-Acts, die sich auf die Hits konzentrieren.

In Sachen Atmosphäre kannst du dir aktuelle Bowie-Shows als Mischung aus Konzert, Theater und Fan-Zeremonie vorstellen. Viele Fans kommen im Ziggy-Stardust-Makeup, mit bunten Blitzen im Gesicht, vintage Shirts, selbst gemachten Jackets mit "BOWIE"-Backprint. Man sieht junge Leute, die ihn nie live erlebt haben, neben älteren Fans, die von Touren in den 80ern erzählen. Auf Reddit und Twitter liest man nach deutschen Shows oft Kommentare wie: "Fühlt sich mehr nach Gemeinschaft als nach Konzert an" oder "Noch nie so viele Fremde irgendwas zusammen singen hören".

Auch in Kinos und Streaming-Angeboten spielt die Setlist-Frage eine Rolle. Konzerte wie "A Reality Tour" (2003/2004) oder der legendäre Auftritt beim Glastonbury Festival 2000 werden immer wieder als Event-Screenings gezeigt. Gerade der Glastonbury-Gig ist für viele jüngere Fans der Einstieg: Bowie mit langen Haaren, eine Setlist voller Hits – unter anderem "Life on Mars?", "Changes", "Absolute Beginners", "Golden Years", "Station to Station" und "Under Pressure" – und eine Souveränität auf der Bühne, die kaum jemand so schnell wegsteckt. Wenn du diese Shows im Kino oder per Stream mit Kopfhörern anschaust, merkst du, warum so viele Tribute-Produktionen versuchen, genau diese Energie nachzubauen.

Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten

Auf Reddit, TikTok und in deutschen Facebook-Gruppen wird seit Monaten wild spekuliert, was 2026 noch alles zu David Bowie passieren könnte. Ein Dauer-Thema ist eine mögliche immersive Bowie-Show nach ABBA-Vorbild. In englischsprachigen Foren tauchen immer wieder angebliche Insider-Posts auf, die von Gesprächen zwischen Tech-Firmen, Produzenten und der Bowie-Estate berichten. Die Story: Eine feste Show in London, dazu eventuell Ableger in Städten mit starker Bowie-Connection wie Berlin oder New York.

Die deutsche Fan-Bubble reagiert gespalten. Einige argumentieren, Bowie sei immer offen für neue Technik gewesen – von frühen Musikvideos über Kunst-Installationen bis hin zu seinem Auftritt als digitaler Charakter im Videogame "Omikron: The Nomad Soul". Für sie wäre eine Hightech-Show im 21. Jahrhundert fast konsequent. Andere erinnern daran, dass ein Hologramm-Tour-Konzept nie von Bowie selbst abgesegnet werden konnte. In Kommentaren liest man Sätze wie: "Bowie war Mensch, kein Avatar" oder "Ich brauche keinen digitalen Geist, ich hab die Platten".

Ein zweiter großer Gerüchteblock betrifft unveröffentlichtes Material. Immer wieder machen angebliche Tracklists für geheimgehaltene Demos und Studio-Outtakes die Runde. Besonders heiß gehandelt werden Demo-Versionen aus der "Blackstar"-Phase und weitere Songs aus der Berliner Zeit, die nie fertig gemacht wurden. Fakt ist: Bowie hat extrem viel aufgenommen und wieder verworfen. Ob wirklich noch komplett unbekannte Songs kommen, weiß nur der engste Kreis – aber die Spekulation ist Teil des Mythos. Auf TikTok kursieren sogar Fake-Leaks, in denen AI-generierte Stimmen als "neuer Bowie-Track" verkauft werden. In den Comments gibt es dann Streit zwischen User:innen, die direkt checken, dass es künstlich klingt, und solchen, die es erstmal glauben.

Genau diese AI-Debatte ist ein weiteres heißes Thema. Mit Tools, die Stimmen klonen und Songs im Bowie-Stil erzeugen können, tauchen vermehrt Clips auf, in denen angeblich Bowie aktuelle Hits covert oder neue Songs singt. In deutschen Foren gibt es dazu hitzige Threads: Darf man das feiern, weil es kreativ ist? Oder überschreitet es eine Grenze? Viele Fans wünschen sich eine klare Haltung der Estate und plädieren dafür, AI-Songs immer explizit als Fan-Art zu labeln, nicht als "verlorene Originale".

Auch rund um Ticketpreise und Kommerz brodelt es. Einige internationale Tribute-Touren schlagen mit Preisen über 100 Euro für gute Plätze zu Buche. In der deutschen Szene äußern viele Fans Unverständnis: "Ich zahle keine Arena-Preise für eine Coverband" liest man häufiger, während andere schreiben: "Wenn es gut gemacht ist und die Musiker Teil seiner Band waren, why not?". Besonders positiv bewertet werden Shows, die transparent kommunizieren, wohin Lizenzgelder fließen und ob bestimmte Einnahmen an Stiftungen oder Kunstprojekte gehen.

Spannend ist zudem, wie Gen Z Bowie neu liest. Auf TikTok tauchen Interpretationen von Songs wie "Life on Mars?" und "Rock 'n' Roll Suicide" auf, die stark mit queeren Identitäten, Mental Health und Gender-Fluidity verknüpft werden. Viele junge Zuschauer:innen sehen in Bowie eine historische Figur, die Dinge verkörpert hat, die heute in queeren Communities selbstverständlich diskutiert werden. Das sorgt für neue Meme-Formate (zum Beispiel "POV: Du bist 17 und entdeckst Ziggy Stardust und merkst, warum dein Style nie in Schubladen gepasst hat") und erklärt, warum sich so viele junge Leute 2026 auf Bowie-Partys sehen lassen.

Ein weiterer Dauerbrenner in der Gerüchteküche ist eine potenzielle große Bowie-Ausstellung in Deutschland. Die Ausstellung "David Bowie Is" war damals ein weltweiter Erfolg und auch im Berliner Martin-Gropius-Bau massiv besucht. Seitdem hoffen Fans auf ein neues, erweitertes Konzept mit Fokus auf den späten Jahren und "Blackstar". Bisher gibt es zwar nur lose Andeutungen von Kurator:innen in Interviews, dass man über eine Neuauflage nachdenke – aber allein die Möglichkeit lässt deutsche Fans schon mal Urlaubstage blocken.

Alle Daten auf einen Blick

JahrEreignisOrt/Bezug zu DeutschlandBesonderheit
1976–1978Berlin-Phase, Aufnahmen der "Berliner Trilogie"Berlin (Hansa Studios, Schöneberg)Alben "Low", "Heroes", Teile von "Lodger" entstehen
1987Concert for Berlin ("Sound+Vision"-Vorläufer)West-Berlin, Reichstagsgelände"Heroes"-Performance, die als Soundtrack zur späten Mauer-Geschichte gilt
1996Rock and Roll Hall of FameInternational, großer Pressespiegel in DEBestätigung als Weltstar, zahlreiche Bowie-Specials im deutschen TV
2002"Heathen"-Touru. a. Hamburg, BerlinLetzte großen Deutschland-Auftritte vor längerer Pause
2003–2004"A Reality Tour"Konzerte in mehreren deutschen StädtenLetzte Welt-Tournee, Live-Mitschnitte kursieren bis heute
2013Album "The Next Day"Starkes Medien-Echo in DeutschlandÜberraschungs-Comeback nach zehn Jahren Studio-Pause
2016Release "Blackstar" & Tod am 10. JanuarWeltweite Trauer, große Gedenk-Aktionen in DEAlbum stürmt die deutschen Charts, Bowie dominiert Streaming-Charts
2018–2019Ausstellung "David Bowie Is" (nachlaufend international)Rückblick in deutschen Medien, keine erneute DE-StationDiskussion um neue Ausstellung mit Deutschland-Fokus
2022Dokumentarfilm "Moonage Daydream"Deutsche Kinos & StreamingNeue Generation entdeckt Bowie über experimentelle Doku-Ästhetik
202610. Todestag, Jubiläums-Editionen, Tribute-ShowsBerlin, Hamburg, Köln, München u. a.Re-Releases, Konzertfilme, Tribute-Touren, erneuter Hype in Social Media

Häufige Fragen zu David Bowie

Wer war David Bowie überhaupt – und warum reden 2026 immer noch alle über ihn?

David Bowie (geboren 1947 in London, gestorben 2016 in New York) war Sänger, Songwriter, Schauspieler und einer der einflussreichsten Popkünstler überhaupt. Er hat nicht nur Hits wie "Heroes", "Let’s Dance" oder "Space Oddity" geschrieben, sondern sich und seinen Stil immer wieder komplett verändert: von Glam-Rock-Ziggy-Stardust über den düsteren Thin White Duke bis hin zum nachdenklichen Künstler der späten Jahre. 2026 ist er so präsent, weil sich sein Tod zum zehnten Mal jährt und gleichzeitig viele Themen, die er vorgelebt hat – Queerness, Gender-Fluidity, künstlerische Freiheit – gerade für junge Leute besonders relevant sind. Für deutsche Fans kommt dazu, dass ein Teil seiner wichtigsten Musik in Berlin entstanden ist. Diese Kombination aus Zeitgeist, Mythos und realen Songs hält ihn im Gespräch.

Was hat David Bowie mit Deutschland und speziell mit Berlin zu tun?

Bowies Deutschland-Bezug ist kein PR-Gimmick, sondern biografisch real. Mitte der 70er zog er nach Berlin, um sich von Drogen, LA-Wahnsinn und Promi-Blase zu lösen. Er lebte in einer WG in Berlin-Schöneberg, hing mit Iggy Pop ab, fuhr anonym mit der U-Bahn und arbeitete in den Hansa Studios nahe der Mauer. In dieser Phase entstanden "Low" und "Heroes" – zwei seiner experimentellsten und zugleich einflussreichsten Alben. Der Song "Heroes" erzählt die Geschichte eines Liebespaares, das sich an der Mauer trifft, während Grenzsoldaten zuschauen. Für viele Deutsche ist der Track mehr als ein Love-Song, er ist ein inoffizieller Mauerfall-Soundtrack. Bowies legendäres Konzert in der Nähe der Berliner Mauer 1987 gilt manchen Historiker:innen als ein kultureller Moment, der die Stimmung im Ostblock mitgeprägt hat. Deshalb fühlt sich Bowie für viele in Deutschland fast wie ein Ehren-Berliner an.

Kann ich David Bowie 2026 überhaupt noch live erleben?

Ihn persönlich natürlich nicht – David Bowie ist 2016 an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Was du 2026 live erleben kannst, sind Tribute-Shows, bei denen ehemalige Bandmitglieder, professionelle Sänger:innen oder sehr ambitionierte Coverbands seine Songs aufführen. Einige Touren laufen unter Namen wie "A Bowie Celebration" oder "The Music of David Bowie" und machen auch in deutschen Städten Halt. Dazu kommen Event-Screenings von Konzertfilmen in Kinos, in denen du mit anderen Fans gemeinsam historische Shows siehst. Es ist wichtig, deine Erwartungen anzupassen: Niemand kann Bowie 1:1 ersetzen. Aber eine gute Tribute-Show kann dir einen Eindruck davon geben, wie seine Songs live funktionieren und wie sich eine Menge anfühlt, die gemeinsam "Heroes" brüllt.

Welche Songs solltest du kennen, wenn du neu bei Bowie einsteigst?

Wenn du gerade erst über TikTok-Edits oder Serien-Soundtracks auf Bowie gestoßen bist, hilft dir eine kleine Einstiegs-Playlist. Für den schnellen Überblick bieten sich diese Tracks an: "Space Oddity" (späte 60er, melancholische Weltraumstory), "Changes" und "Life on Mars?" (frühe 70er, Klavier-getriebene Classics), "Starman" und "Ziggy Stardust" (Glam-Rock-Energy), "Heroes" (Berlin-Epos), "Ashes to Ashes" (New-Wave-Influence), "Let’s Dance" und "Modern Love" (80er-Pop, große Melodien), "I’m Afraid of Americans" (90er-Industrial-Vibes) und "Lazarus" (späte, intensive Auseinandersetzung mit Sterblichkeit). Über diese Songs bekommst du ein Gefühl für die verschiedenen Phasen. Wenn dich etwas davon catcht, kannst du dich in die dazugehörigen Alben graben.

Warum reden so viele Leute über "Blackstar"?

"Blackstar" ist Bowies letztes Studioalbum, erschienen am 8. Januar 2016 – an seinem 69. Geburtstag, nur zwei Tage vor seinem Tod. Viele Lyrics wirken im Rückblick wie ein Abschiedsbrief. Songs wie "Lazarus" enthalten Zeilen, die sich eindeutig auf Krankheit, Vergänglichkeit und Loslassen beziehen. Musikalisch mischt Bowie Jazz-Musiker:innen mit experimentellen Rock- und Elektronik-Elementen. Das Ergebnis ist ein komplexes, dunkles, aber extrem dichtes Album, das noch einmal zeigt, wie wenig er sich auf Nostalgie verlassen wollte. 2026 bekommt "Blackstar" durch das zehnjährige Jubiläum extra Aufmerksamkeit: Special-Edition-Gerüchte, Analysen, Podcasts, Listening-Sessions. Viele Fans – gerade auch in Deutschland – nennen es inzwischen in einem Atemzug mit "Low" und "Heroes", wenn es um seine besten Platten geht.

Wie unterscheidet sich Bowies Wirkung auf Gen Z von der seiner ursprünglichen Fans?

Als Bowie in den 70ern und 80ern seine größten Erfolge feierte, war er für viele seiner Zeitgenossen schockierend: Make-up, androgynes Auftreten, offene Spielereien mit Rollenbildern. Heute wirkt vieles davon eher wie eine Vorwegnahme dessen, was in queeren und kreativen Communities längst normal ist. Für Gen Z ist er weniger der Skandal-Rocker, sondern vielmehr eine historische Ikone der Selbstbestimmung. Auf TikTok und Insta interpretieren junge Fans seine Figuren – Ziggy Stardust, der Thin White Duke, der Außenseiter aus "Life on Mars?" – als Prototypen für die Auseinandersetzung mit Gender, Identität und mentaler Gesundheit. Gleichzeitig entdecken viele seine Musik über ganz banale Wege: Serien-OST, FIFA- oder NBA-Soundtracks, virale Edits. Dass jemand aus den 70ern dabei fresh und nicht museal wirkt, ist ein wichtiges Zeichen dafür, wie zeitlos viele seiner Ideen sind.

Was sollte man kritisch sehen – gab es bei Bowie auch problematische Seiten?

Ja, und genau das gehört zu einer ehrlichen Auseinandersetzung dazu. In den letzten Jahren wurden immer wieder Vorwürfe und Berichte über Bowies Umgang mit deutlich jüngeren Frauen in den 70ern diskutiert. Damals herrschten in Rockkreisen andere (oft toxische) Normen, und viele Dinge wurden romantisiert, die aus heutiger Perspektive klar problematisch sind. Einige Fans trennen strikt zwischen Kunst und Künstler, andere beziehen diese Aspekte bewusst in ihr Bild von Bowie ein. Wichtig ist, dass du dir eine eigene, informierte Haltung dazu bildest: Du kannst die musikalische Bedeutung anerkennen und trotzdem kritisch auf Machtverhältnisse und Strukturen schauen, die auch ihn geprägt haben. Die aktuelle Gen-Z-Diskussion zeigt, dass beides gleichzeitig möglich ist – Begeisterung für das Werk und Bewusstsein für problematische Kontexte.

Wo finde ich verlässliche Infos und keine reinen Fan-Mythen?

Neben der offiziellen Website und den offiziellen Social-Media-Kanälen sind gut recherchierte Biografien, Dokus und seriöse Musikmedien sinnvolle Anlaufstellen. Dokus wie "Moonage Daydream" liefern dir zwar eine sehr künstlerische Sicht, aber mit viel Originalmaterial. Biografische Bücher und lange Interviews aus den verschiedenen Jahrzehnten helfen, Mythen einzuordnen. In Foren, Subreddits und TikTok-Kommentaren bekommst du zwar den Echtzeit-Fanblick, aber nicht immer die Faktenlage. Sinnvoll ist eine Mischung: Offizielle Quellen, um Daten, Zitate und Releases zu verifizieren – und Fan-Spaces, um zu verstehen, wie Bowie 2026 wirklich gelebt, gehört und gefühlt wird.


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