Vorsorgepauschale 2026: So wirkt sich die Reform auf Ihr Nettogehalt aus
04.02.2026 - 11:24:12Die erste Gehaltsabrechnung 2026 bringt die große Steuerreform auf den Tisch. Seit Januar fließen die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in die monatliche Lohnsteuerberechnung ein – und die pauschale Mindestvorsorge ist Geschichte. Für Millionen Beschäftigte ändert sich damit das Nettogehalt.
Arbeitslosenversicherung jetzt monatlich absetzbar
Der auffälligste Wandel betrifft die Vorsorgepauschale nach § 39b EStG. Bisher berücksichtigte sie nur Beiträge für Rente, Kranken- und Pflegeversicherung. Seit dem 1. Januar 2026 kommt ein spezifischer Teilbetrag für die Arbeitslosenversicherung hinzu.
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Das Ziel: Die monatliche Lohnsteuer soll die tatsächliche Jahressteuerlast genauer abbilden. Für sozialversicherungspflichtige Angestellte kann das Netto leicht steigen – vorausgesetzt, die Beiträge bleiben unter der gesetzlichen Obergrenze. Denn der neue Teilbetrag wird nur anerkannt, wenn er zusammen mit den Beträgen für gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung 1.900 Euro nicht übersteigt. Das gilt für die Steuerklassen I bis V.
Aus für die pauschale Mindestvorsorge
Gleichzeitig wurde die Mindestvorsorgepauschale abgeschafft. Diese Pauschalregelung kam bisher zum Zug, wenn sie höher war als die tatsächlich berechneten Beträge für Kranken- und Pflegeversicherung. Sie begünstigte vor allem Beschäftigte mit niedrigen Versicherungsbeiträgen.
Seit diesem Jahr zählt nur noch der individuelle, elektronisch übermittelte Versicherungsstatus. Die technische Grundlage dafür schaffte das Kreditzweitmarktförderungsgesetz von 2023, das die Reform extra auf 2026 verschob. Nun müssen private Krankenkassen, Finanzverwaltung und Arbeitgeber präzise Daten austauschen.
Private Krankenversicherung im Fokus
Für privat Krankenversicherte wird die Abschaffung der Pauschale besonders spürbar. Bisher konnten sie von einem pauschalen Mindestbetrag profitieren, der oft über ihren tatsächlichen Grundbeiträgen lag. Jetzt sind nur noch die tatsächlichen Basiskosten für Gesundheit und Pflege absetzbar.
Laut Experten der Innova Steuerberatung könnte die monatliche Steuerlast für einige Privatversicherte steigen, insbesondere in den Steuerklassen V oder VI. Der Grund: Ihre anrechenbaren Beiträge liegen unter der früheren Pauschale. Das Bundesfinanzministerium präzisierte im August 2025, dass für den Abzug nur die Basisbeiträge maßgeblich sind – Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlung bleiben außen vor.
Was die Reform für Arbeitgeber bedeutet
Für Personalabteilungen und Lohnbuchhalter beginnt 2026 mit neuen Rechenparametern. In jeder Gehaltsabrechnung muss nun der Teilbetrag für die Arbeitslosenversicherung gegen die 1.900-Euro-Grenze geprüft werden.
Die Reform ist Teil einer größeren Initiative zur Digitalisierung des Steuerwesens. Sie soll die Kluft zwischen monatlich einbehaltener Lohnsteuer und der endgültigen Einkommensteuererklärung verkleinern. Die Hoffnung: Große Nachzahlungen oder Rückerstattungen am Jahresende werden seltener.
Die ersten Gehälter 2026 gelten als Testphase. Während der technische Umstieg im Januar offenbar reibungslos verlief, wird der individuelle Steuereffekt erst im Vergleich mit den Nettobeträgen von 2025 vollends klar. Die Integration der Arbeitslosenversicherung modernisiert das deutsche Lohnsteuersystem – weg von pauschalen Schätzungen, hin zu einer datengestützten Abbildung der finanziellen Realität.
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