Volkswagen meldet Gewinneinbruch von 44 Prozent
10.03.2026 - 08:31:58 | boerse-global.deDer Volkswagen-Konzern steckt mitten in einer tiefen Gewinnkrise. Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen für 2025 zeigen einen dramatischen Absturz: Der Jahresüberschuss brach um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro ein. Die Ursachen sind ein gefährlicher Mix aus US-Strafzöllen, hohen Elektro-Umbaukosten und einem schwierigen China-Geschäft.
Bilanzschock durch Umbau und Regulierung
Die Zahlen sind ein Schlag für Europas größten Autobauer. Der operative Gewinn halbierte sich von 19,1 auf 8,9 Milliarden Euro. Verantwortlich sind vor allem hohe Abschreibungen in Milliardenhöhe und die immense Kapitalverbrennung durch die Elektro-Offensive. Die Software-Tochter CARIAD und die Batteriesparte PowerCo bleiben Milliardengräber. Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 summierte sich ihr operativer Verlust auf 1,76 Milliarden Euro.
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Dazu kommen massive Belastungen durch den internationalen Handel. Neue US-Importzölle kosteten den Konzern im zweiten Quartal 1,3 Milliarden Euro. In Europa zwangen schärfere CO?-Grenzwerte Volkswagen, 600 Millionen Euro als Rückstellung zu bilden. Diese regulatorischen Kosten schmälern den Spielraum für Investitionen und Dividenden erheblich.
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China-Dilemma und Porsche-Strategiewende
Ein weiterer Schwerpunkt der Krise liegt in China. Volkswagen verliert dort kontinuierlich Marktanteile an lokale Elektroauto-Hersteller. Die Antwort ist eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller XPeng. Doch die notwendigen Investitionen in gemeinsame Plattformen belasten die Bilanz zusätzlich.
Auch im eigenen Konzern gibt es Reibungsverluste. Porsche passte seine Produktstrategie an und strich ein gemeinsames Fahrzeugprojekt mit Volkswagen. Die daraus resultierenden Abschreibungen und strategischen Kosten trugen wesentlich zum Gewinndefizit bei. Gleichzeitig schwächelt die Nachfrage nach Premium-Marken wie Audi und Porsche in wichtigen Märkten.
Düstere Aussichten und neue Geschäftsfelder
Für das laufende Jahr 2026 bleibt die Prognose verhalten. Volkswagen rechnet mit einem stagnierenden Umsatz und einer operativen Rendite von nur noch 4,0 bis 5,5 Prozent. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine strikte Kostendisziplin nötig. Die Konzernführung warnt vor anhaltenden Risiken durch volatile Rohstoffmärkte, Wechselkursschwankungen und hohe Compliance-Kosten.
Als Ausweg aus der Abhängigkeit vom Autoverkauf testet Volkswagen neue Geschäftsmodelle. Ein Beispiel ist der Einstieg in Großspeicher für Stromnetze und Energiemärkte. Ein erstes 20-Megawatt-Projekt in Deutschland ist bereits am Netz. Diese Diversifizierung soll stabile Einnahmequellen neben dem volatilen Elektroauto-Geschäft schaffen.
Die Bilanz für 2025 markiert einen Wendepunkt. Sie zeigt, welch gewaltige finanziellen Hürden der Umbau eines traditionellen Autoriesen zur digitalen und elektrischen Mobilitätsfirma mit sich bringt. Ob die eingeschlagenen Wege aus der Krise führen, wird sich 2026 zeigen.
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