Volkswagen meldet Gewinneinbruch und kündigt 50.000 Stellenstreichungen an
10.03.2026 - 11:39:52 | boerse-global.de
Der Volkswagen-Konzern steckt in einer tiefen Rentabilitätskrise. Der größte europäische Autobauer verzeichnete 2025 einen dramatischen Gewinneinbruch von 53 Prozent. Als Reaktion kündigte der Vorstand einen radikalen Sparkurs mit dem Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030 an.
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Gewinnsturz trotz stabiler Umsätze
Die Bilanz für 2025 offenbart ein alarmierendes Bild. Zwar blieb der Konzernumsatz mit rund 322 Milliarden Euro nahezu stabil. Der operative Gewinn jedoch brach von 19,1 auf nur noch 8,9 Milliarden Euro ein. Die operative Marge rutschte auf 2,8 Prozent ab. Selbst die bereinigte Marge von 4,6 Prozent reicht nach Ansicht der Finanzführung nicht für eine nachhaltige Zukunft. Die Aktionäre spüren den Absturz direkt: Die Dividende soll um 17 Prozent gekürzt werden.
Ein Lichtblick ist die starke Liquidität. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich stieg um 24 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Die Netto-Liquidität blieb mit 34,5 Milliarden Euro stabil – ein wichtiges Polster für den anstehenden Umbau.
Porsche als Milliardengrab und der Tarifschock
Eine Hauptursache für die Misere liegt im einstigen Profitmotor Porsche. Der Sportwagenhersteller erlitt einen beispiellosen Gewinneinbruch von 98 Prozent auf nur noch 90 Millionen Euro. Die Marge brach von 14,5 auf 0,3 Prozent ein.
Verantwortlich ist eine teure Strategie-Korrektur. Angesichts nachlassender Nachfrage nach Elektroautos stoppte Porsche seinen E-Offensive und verlängerte stattdessen die Lebensdauer seiner Verbrenner-Modelle. Diese Kehrtwende verursachte außerordentliche Aufwendungen und Wertberichtigungen von über drei Milliarden Euro.
Zusätzlich belasteten hohe US-Importzölle den Konzern milliardenhaft. Diese geopolitischen Spannungen trafen die Profitabilität der Kernmarken hart.
Wachstum in Europa, Einbrüche in China und USA
Die weltweiten Auslieferungen blieben mit 8,98 Millionen Fahrzeugen nahezu stabil. Doch hinter dieser Zahl verbergen sich extreme regionale Unterschiede.
In Europa, der Heimatregion, legten die Verkäufe um 5 Prozent zu. Auch in Südamerika gab es ein Plus von 10 Prozent. Die Auftragseingänge für vollelektrische Fahrzeuge schnellten mit neuen Modellen um 62 Prozent in die Höhe.
Doch diese Erfolge wurden durch massive Rückschläge in den Schlüsselmärkten China und Nordamerika zunichte gemacht. In Nordamerika gingen die Auslieferungen um 12 Prozent zurück. In China, dem weltgrößten Automarkt und einstiger VW-Hochburg, sanken die Verkäufe um 6 Prozent. Hier drängen lokale Hersteller mit günstigen und technologisch fortsrittlichen E-Autos immer aggressiver auf den Markt.
Der harte Sparkurs: 50.000 Jobs sollen weg
Als Antwort auf die strukturellen Herausforderungen leitet der Konzern nun einen der tiefgreifendsten Sparprogramme seiner Geschichte ein. Bis 2030 sollen in Deutschland 50.000 Stellen wegfallen. Das Ziel ist klar: Die Kostenstruktur muss an die neue Marktrealität angepasst werden.
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Der Vorstand peilt für 2030 eine operative Marge von acht bis zehn Prozent an. Erreicht werden soll dies durch strikte Investitionsdisziplin, weniger Komplexität und den Abbau von Niedrigrendite-Geschäften. Die geplanten Stellenstreichungen sind der schmerzhafte Kern dieses Kurses.
Ausblick: Ein herausforderndes Jahr 2026
Für das laufende Jahr rechnet Volkswagen weiter mit einem schwierigen Umfeld. Der Konzern erwartet nur ein moderates Umsatzwachstum von null bis drei Prozent. Die operative Marge soll sich leicht auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen.
Ob diese Erholung gelingt, hängt von drei Faktoren ab: der konsequenten Umsetzung des Sparprogramms, der Stabilisierung der Marktposition in China durch eine massive Produktoffensive und der Fähigkeit, die Belastungen durch internationale Handelskonflikte einzudämmen. Der Weg zurück zu alter Stärke wird für den Wolfsburger Konzern lang und steinig.
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