Volkswagen meldet dramatischen Gewinneinbruch für 2025
11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deDer Volkswagen-Konzern steckt in einer tiefen Krise. Der Jahresabschluss für 2025 offenbart einen massiven Gewinneinbruch, angetrieben von Milliardenschäden bei Porsche, US-Zöllen und dem harten Wettbewerb in China. Es ist die schwächste Performance seit dem Dieselskandal.
Gewinne halbiert, Dividende gekürzt
Die Zahlen, die der Konzern am Dienstag vorlegte, sind alarmierend. Der operative Gewinn halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu und sackte von 19,1 auf nur noch 8,9 Milliarden Euro ab. Der Nettogewinn brach um über 44 Prozent ein. Besonders bedenklich: Die operative Marge fiel von 5,9 auf magere 2,8 Prozent. Für die Aktionäre hat das direkte Konsequenzen. Der Vorstand schlug eine Dividendenkürzung um rund 17 Prozent vor. Analysten sehen die Premium-Marken als Hauptproblem – während die Volumenmarken wie Skoda noch relativ stabil blieben.
Porsche: Der teure Strategiewechsel
Ein zentraler Krisenherd ist die einstige Geldmaschine Porsche. Dessen operativer Gewinn brach um 98 Prozent auf nur noch 90 Millionen Euro ein. Der Grund: Ein kostspieliger Kurswechsel in der Elektrostrategie. Wegen schwächerer Nachfrage als erwartet bremste Porsche im zweiten Halbjahr 2025 die Umstellung auf vollelektrische Modelle aus und verlängerte stattdessen die Lebenszyklen von Verbrennern und Plug-in-Hybriden. Diese Kehrtwende führte zu außerordentlichen Abschreibungen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro. Der Sportwagenhersteller muss nun die hohen Kosten für die parallele Entwicklung zweier Antriebsstränge schultern – eine enorme finanzielle Belastung.
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Externe Schocks: US-Zölle und Druck aus China
Die internen Probleme werden durch massive externe Schocks verstärkt. Neue US-Importzölle kosteten den Konzern Milliarden an Profitabilität und führten zu einem zweistelligen Absatzrückgang in Nordamerika. Gleichzeitig geriet VW in seinem wichtigsten Einzelmarkt, China, unter Druck. Die Auslieferungen sanken dort um etwa sechs Prozent. Vor allem im E-Auto-Sektor verlieren die Deutschen Marktanteile an lokale Konkurrenten wie BYD und Geely, die technologisch oft vorne liegen und aggressiv preisen. Dieses Doppel aus Handelskonflikten und schwindender Marktmacht in Asien schuf ein Umfeld, das durch bescheidenes Wachstum in Europa nicht ausgeglichen werden konnte.
Der harte Sparkurs: Bis zu 50.000 Jobs sollen weg
Als Reaktion auf die Ertragsschwäche leitet der Konzern eines der umfangreichsten Sparprogramme seiner jüngeren Geschichte ein. CEO Oliver Blume kündigte an, die Belegschaft in Deutschland bis 2030 um 50.000 Stellen reduzieren zu wollen. Das Programm zielt auf jährliche Einsparungen von 15 Milliarden Euro ab. Von den geplanten Stellenstreichungen waren 35.000 bereits Ende 2024 mit den Gewerkschaften verhandelt worden und betreffen vor allem die Volkswagen-Pkw-Marke. Weitere 15.000 Stellen sollen bei den Premiummarken Audi und Porsche sowie der Softwaretochter Cariad wegfallen. Die Reduzierung soll über Altersteilzeit und Abfindungen, nicht betriebsbedingte Kündigungen, erreicht werden. Betriebsratsvertreter betonen, dass die notwendigen Opfer die Schwere der Krise unterstreichen.
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Ein Sinnbild für die Krise der deutschen Autoindustrie
Die Zahlen des Volkswagen-Konzerns sind ein Menetekel für die gesamte europäische Automobilbranche. Sie zeigen, wie schnell etablierte Hersteller durch die Kombination aus geopolitischen Spannungen, sich wandelnden Kundenwünschen und scharfem Wettbewerb aus dem Gleichgewicht geraten können. Der milliardenschwere Strategiewechsel bei Porsche offenbart die enormen finanziellen Risiken, wenn der Zeitplan der Elektrowende falsch eingeschätzt wird. Die geplanten Jobkürzungen in Deutschland werden erhebliche Auswirkungen auf Zulieferer und die regionale Wirtschaft haben und die Debatte über die industrielle Wettbewerbsfähigkeit neu entfachen.
Ausblick: Ein langer Weg zur Erholung
Für das laufende Jahr 2026 erwartet der Konzern nur eine mühsame Erholung. Die operative Marge soll sich auf 4,0 bis 5,5 Prozent verbessern, der Umsatz voraussichtlich stagnieren. CFO Arno Antlitz machte klar, dass das aktuelle Profitniveau nicht ausreicht, um die notwendigen Zukunftstechnologien zu finanzieren. Die strikte Kostendisziplin bleibe oberste Priorität. Bis 2030 peilt Volkswagen eine Marge von acht bis zehn Prozent an. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt vom Erfolg des Sparprogramms, der Stabilisierung der Porsche-Strategie und der Fähigkeit ab, sich in einem zunehmend von Protektionismus geprägten Welthandel zu behaupten.
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