Vivendi SE, FR0000127771

Vivendi SE Aktie: Was der Umbau für Anleger in Deutschland jetzt bedeutet

28.02.2026 - 13:41:30 | ad-hoc-news.de

Vivendi treibt die Aufspaltung in mehrere börsennotierte Teile voran. Für Privatanleger in Deutschland könnte das Chancen, aber auch steuerliche Fallstricke bringen. Wo die Risiken liegen und wie sich der Einstieg jetzt einordnen lässt.

Bottom Line zuerst: Die Vivendi SE steht mitten in einem tiefgreifenden Umbau mit geplanter Aufspaltung in mehrere börsennotierte Einheiten. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es damit um zwei Kernfragen: Wie positioniert man sich gegenüber einem möglichen Spin-off-Cocktail aus Medien-, Werbe- und Gaming-Werten und welche steuerlichen sowie regulatorischen Effekte im DACH-Raum sind mitzudenken? Was Sie jetzt wissen müssen...

Die Aktie von Vivendi SE mit der ISIN FR0000127771 bleibt damit ein spannender, aber keineswegs risikoloser Spezialwert aus dem französischen Leitindex CAC 40, der auch an deutschen Börsenplätzen wie Xetra, Frankfurt und Stuttgart rege gehandelt wird. Der geplante Konzernumbau könnte den wahren Wert der Beteiligungen sichtbarer machen, bringt aber für deutschsprachige Privatinleger komplexe Struktur- und Bewertungsfragen mit sich.

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Analyse: Die Hintergründe

Vivendi ist ein französischer Medien- und Unterhaltungskonzern mit Schwerpunkten in TV, Streaming, Verlagswesen, Gaming und Werbung. Zu den wichtigsten Säulen zählen unter anderem Canal+ (Pay-TV und Streaming), Havas (Werbe- und Kommunikationsgruppe) und die Beteiligung am Spieleentwickler Gameloft. Für Anleger im DACH-Raum ist vor allem interessant, dass Vivendi keine exotische Nebenbörse ist, sondern an verschiedenen Handelsplätzen der Eurozone leicht zugänglich ist.

In den vergangenen Jahren hat Vivendi bereits einen großen Schritt getan und die Musiktochter Universal Music Group abgespalten und an die Börse gebracht. Dieser Schritt wurde häufig als Blaupause für den aktuell diskutierten, weitergehenden Konzernumbau gesehen: Die Summe der Teile könnte an der Börse höher bewertet werden als der bisherige Mischkonzern.

Der Vorstand verfolgt das Ziel, den Konzern in klarer abgegrenzte Einheiten zu gliedern, die jeweils eigenständig an der Börse gelistet sein könnten. Gerade Value-orientierte Investoren aus Deutschland, die nach Sondersituationen und strukturellen Bewertungshebeln suchen, beobachten diese Entwicklung closely. Der Umbau steht sinnbildlich für die Frage, ob klassische Medienkonglomerate im europäischen Markt noch zeitgemäß sind oder ob fokussierte Spezialisten vom Kapitalmarkt besser honoriert werden.

Warum das für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz relevant ist

Für Anleger im DACH-Raum spielen drei Aspekte eine Rolle:

  • Zugang und Handelbarkeit: Die Vivendi-Aktie ist an deutschen Börsen in Euro handelbar und damit einfach über gängige Neobroker und Direktbanken in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichbar. Der Währungsrisiko-Faktor ist begrenzt, da Euro die Heimatwährung bleibt.
  • Portfolio-Diversifikation: Der DACH-Aktienmarkt ist traditionell stark industrie- und auto-lastig (DAX, MDAX, ATX, SMI). Vivendi bietet einen Hebel auf europäische Medien, Werbung und Entertainment - Segmente, die hierzulande unterrepräsentiert sind.
  • Steuerliche Behandlung: Mögliche Spin-offs oder Sonderdividenden können in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu komplexen Steuerfragen führen, insbesondere zur Abgrenzung zwischen steuerpflichtiger Dividende und steuerneutralem Kapitalrückfluss.

Deutsche Anleger erinnern sich noch gut an Fälle wie die Abspaltung von Siemens Energy oder der früheren Metro-Tochter Ceconomy, bei denen die steuerliche Einordnung der Einbuchungen in den Depots eine Rolle spielte. Bei ausländischen Werten wie Vivendi kommt die zusätzliche Komplexität ausländischer Rechtsräume hinzu.

Operative Lage: Medien, Werbung, Streaming - ein zyklischer Mix

Vivendi ist stark vom Werbemarkt, dem Pay-TV- und Streaminggeschäft sowie vom Konsumverhalten im Entertainment-Sektor abhängig. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten werden Werbebudgets häufig zuerst gekürzt, was die Ergebnisse von Havas empfindlich treffen kann. Gleichzeitig stehen Pay-TV-Angebote in Konkurrenz zu internationalen Plattformen wie Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video, die gerade in Deutschland einen hohen Marktanteil haben.

Canal+ hat außerhalb des französischsprachigen Marktes aus DACH-Sicht keine vergleichbare Markenstärke wie Sky oder Netflix. Allerdings baut Vivendi schrittweise seine internationale Reichweite im Streaming und bei Rechten an Sportübertragungen aus, was in der langfristigen Strategie relevant ist. Für Anleger bedeutet das: Die Story ist stark vom Management abhängig, globale Wettbewerbsfähigkeit zu beweisen.

Makro-Faktoren: Zinsen, Euro, Medienkonsum im DACH-Raum

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Zinstrend der EZB entscheidend. Sinkende Zinsen stützen in der Regel langfristige Bewertungsmodelle von Medien- und Wachstumswerten, während steigende Zinsen den Bewertungs-Multiples Druck machen. Vivendi bewegt sich damit im gleichen Zinsumfeld wie deutsche Medienwerte wie ProSiebenSat.1 oder Axel Springer (nicht mehr börsennotiert, aber weiterhin Referenz im Markt).

Der Euro-Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar beeinflusst Vivendi indirekt: Viele globale Konkurrenzunternehmen aus den USA berichten in Dollar. Ein schwächerer Euro kann die Wettbewerbsposition europäischer Medienhäuser stärken, insbesondere bei Content-Exports. Für DACH-Anleger ist positiv, dass kein zusätzliches Fremdwährungsrisiko zu Euro-basierten Depots entsteht.

Corporate Governance und französisches Aktienrecht - worauf DACH-Anleger achten sollten

Vivendi unterliegt dem französischen Gesellschaftsrecht. Für DACH-Anleger heißt das unter anderem: Hauptversammlungen finden in Frankreich mit entsprechender Rechts- und Sprachumgebung statt, Stimmrechtsausübungen erfolgen in der Regel über die jeweilige Depotbank. Viele deutsche Banken und Broker bieten bereits standardisierte Prozesse für französische Blue Chips an, Vivendi eingeschlossen.

Dividenden aus Frankreich unterliegen der französischen Quellensteuer. Für deutsche und österreichische Anleger kann diese im Rahmen eines Doppelbesteuerungsabkommens teilweise angerechnet oder via Erstattungsverfahren zurückgefordert werden. Allerdings ist der Prozess administrativ aufwendiger als bei rein deutschen Dividendenwerten. Schweizer Anleger müssen zusätzlich die nationale Steuerlage in der Schweiz berücksichtigen.

Bewertung im Vergleich zu DACH-Medienwerten

Beim Blick auf klassische Bewertungskennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder EV/EBITDA fällt auf, dass europäische Medienkonzerne häufig mit Bewertungsabschlägen gegenüber US-Pendants gehandelt werden. Gründe sind unter anderem die stärker fragmentierten Märkte, unterschiedliche Sprachen und die geringere Skalierbarkeit gegenüber globalen Plattformen aus den USA.

Vivendi wird in Analystenkreisen gerne als "Sum-of-the-Parts"-Case diskutiert. Dabei werden die Beteiligungen (Canal+, Havas, Gameloft und weitere Assets) einzeln bewertet und anschließend mit der aktuellen Marktkapitalisierung abgeglichen. Ist die Summe der Teilwerte deutlich höher als der Börsenwert, spricht man von einem Holding- oder Konglomeratsabschlag. Für Value-orientierte Anleger in Deutschland kann genau diese Differenz die Investment-These sein.

Im Vergleich zu ProSiebenSat.1 oder auch kleineren Medienwerten im SDAX ist Vivendi stärker international diversifiziert. Das reduziert zwar die Abhängigkeit von einzelnen TV-Werbemärkten wie in Deutschland, erhöht aber die Komplexität bei der Analyse.

Stimmung an den Märkten und in den sozialen Medien

In den gängigen deutschsprachigen Börsenforen und auf sozialen Plattformen wie Reddit, X (Twitter) und YouTube wird Vivendi weniger als klassischer Dividendentitel, sondern mehr als Sondersituation diskutiert. Viele private Trader sehen im geplanten Umbau eine Chance auf einen Bewertungshebel, insbesondere wenn einzelne Sparten separat an die Börse gebracht oder veräußert werden.

Gleichzeitig wird immer wieder auf die Risiken hingewiesen, die mit Konglomeraten und komplexen Beteiligungsstrukturen einhergehen. Retail-Anleger aus Deutschland betonen häufig, dass sie die Transparenz und Einfachheit von fokussierten Geschäftsmodellen bevorzugen. Genau hier setzt die Umbau-Story von Vivendi an: Wenn es gelingt, aus dem Konglomerat klar abgrenzbare Einheiten zu schaffen, könnte die Aktie im deutschsprachigen Raum eine breitere Anlegerbasis finden.

Broker-Statistiken aus dem DACH-Raum zeigen, dass Vivendi zwar kein Meme-Stock ist, aber dennoch in den Watchlists vieler aktiver Trader auftaucht, die auf Sondersituationen, Re-Ratings und Corporate-Aktionen spekulieren. Die Handelbarkeit über Xetra und Tradegate erleichtert kurzfristige Einstiege und Umschichtungen.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Analysten großer Investmenthäuser sehen Vivendi überwiegend als Halte- bis moderaten Kaufwert. Viele Kursziele spiegeln die Erwartung wider, dass der geplante Konzernumbau mittelfristig Wert freisetzen kann, gleichzeitig aber Unsicherheit über Timing, Struktur und mögliche steuerliche Konsequenzen besteht.

Investmentbanken aus Frankreich und den USA betonen die strategische Bedeutung von Havas und Canal+ im globalen Wettbewerb. Einige Studien verweisen darauf, dass gerade die Werbesparte Havas bei einer separaten Notierung ein höheres Bewertungsniveau erzielen könnte als im aktuellen Konglomerat. Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist dies insbesondere interessant, wenn sie an europäische Werbung und Marketingtechnologie glauben, aber keinen direkten Zugang zu reinen Havas-Peers haben.

Deutsche Banken und Research-Häuser ordnen Vivendi häufig als "Spezialwert mit Katalysatorpotenzial" ein. Der Katalysator ist der Vollzug des Konzernumbaus inklusive möglicher Börsenlistungen einzelner Sparten. Solange dieser Prozess nicht konkretisiert ist, bleiben die Prognosen mit Unsicherheiten behaftet. Flexibilität und ein langer Anlagehorizont sind daher für DACH-Anleger entscheidend.

Was bedeutet das konkret für Anleger im DACH-Raum?

  • Risikoprofil: Vivendi ist kein klassischer defensiver Dividendenwert wie etwa große Versorger oder Basiskonsumwerte im DAX. Die Aktie eignet sich eher als Beimischung für Anleger, die Corporate-Actions und Sondersituationen aktiv spielen wollen.
  • Positionsgröße: Für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet sich in der Regel eine begrenzte Depotgewichtung an, um das Risiko komplexer Umbauprozesse und Branchenzyklen (Werbung, Medien, Gaming) zu begrenzen.
  • Steuerliche Planung: Vor einem Einstieg sollte mit Steuerberater oder Bank geklärt werden, wie mögliche Spin-offs, Sonderdividenden oder Aktientausche im jeweiligen Land behandelt werden. Das gilt insbesondere für deutsche Anleger mit Fokus auf steueroptimierte Langfriststrategien.
  • Vergleichswerte: Ein Blick auf die Bewertung von Medienwerten im DACH-Raum wie ProSiebenSat.1, Ringier Axel Springer (soweit Kennzahlen zugänglich) oder auch internationalen Playern wie WPP und Publicis hilft, die Havas-Komponente besser einzuordnen.

Fazit für deutschsprachige Anleger

Vivendi SE ist für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein spannender Mischkonzern in der Transformationsphase. Der Case lebt klar von der Sum-of-the-Parts-Story und der Hoffnung, dass der Markt den Wert einzelner Sparten höher ansetzt als den heutigen Konglomeratsabschlag. Wer einsteigt, sollte sich jedoch bewusst sein, dass der Zeitpfad und die genaue Struktur der Umbaupläne nicht vollständig planbar sind.

Anleger, die bereits stark in US-Tech, DAX-Industrie und klassischen Dividendenwerten investiert sind, können mit Vivendi eine fokussierte Wette auf europäische Medien- und Werbewirtschaft beimischen. Voraussetzung sind eine hohe Informationsbereitschaft, die Bereitschaft zur Verfolgung von Corporate-News aus Frankreich und die Akzeptanz möglicher Kursschwankungen entlang des Umbaus.

Für konservativere Anleger im DACH-Raum bleibt Vivendi eher ein Wert auf der Watchlist: interessant zu beobachten, insbesondere mit Blick auf konkrete Ankündigungen zu Spin-offs, Börsengängen einzelner Sparten und der künftigen Dividendenpolitik. Erst wenn diese Stellschrauben klarer definiert sind, könnte sich das Chance-Risiko-Profil für eine breitere Anlegerbasis verbessern.

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