Vitamin-D-Studie, Leitlinien

Vitamin-D-Studie stellt aktuelle Leitlinien in Frage

12.02.2026 - 09:53:12

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass niedrige Vitamin-D-Werte das Risiko für schwere Atemwegsinfektionen um bis zu 33 Prozent steigern und stellt bestehende medizinische Leitlinien infrage.

Eine neue Studie zeigt: Niedrige Vitamin-D-Werte erhöhen das Krankenhausrisiko. Die Untersuchung aus Großbritannien liefert damit Argumente gegen aktuelle Empfehlungen einer Fachgesellschaft, die von Screenings bei dunkelhäutigen Menschen abrät.

Risiko für Atemwegsinfektionen steigt um ein Drittel

Forscher der University of Surrey analysierten Daten von über 36.000 Erwachsenen. Ihr Ergebnis: Personen mit Vitamin-D-Mangel hatten ein bis zu 33 Prozent höheres Risiko, wegen einer Atemwegsinfektion ins Krankenhaus zu müssen. Die Studie erschien im American Journal of Clinical Nutrition.

Besonders relevant ist die Vielfalt der Teilnehmer: 34 Prozent waren weiß, 28 Prozent asiatisch und 19 Prozent schwarz. Diese Diversität ermöglichte erstmals einen gruppenübergreifenden Vergleich. Die Autorin Dr. Andrea Darling betonte die Bedeutung der Daten für künftige Präventionsstrategien.

Leitlinien der Endocrine Society unter Druck

Die neuen Erkenntnisse treffen auf eine kontroverse Empfehlung. Die renommierte Endocrine Society hatte 2024 von routinemäßigen Vitamin-D-Tests bei Erwachsenen mit dunkler Haut abgeraten. Grund war ein Mangel an Studien, die den Nutzen speziell für diese Gruppe belegen.

Doch genau diese Haltung wird nun infrage gestellt. Menschen mit dunklerer Haut produzieren aufgrund des Melanins weniger Vitamin D in der Sonne. In nördlichen Breitengraden sind sie daher besonders gefährdet. Wenn ein Mangel nun klar mit schwereren Infektionsverläufen verbunden ist, erscheint der Verzicht auf Screenings riskant.

Brauchen wir andere Referenzwerte?

Die Debatte zeigt den Bedarf an einer personalisierten Medizin. Einige Forscher fragen: Sind die gängigen Referenzwerte, die an weißen Populationen entwickelt wurden, für alle gleichermaßen gültig?

Untersuchungen zeigen etwa, dass Afroamerikaner trotz niedrigerer Vitamin-D-Werte oft eine robustere Knochendichte haben. Das deutet auf komplexe physiologische Unterschiede hin. Die aktuelle Studie legt jedoch nahe, dass niedrige Werte unabhängig von der Ethnie mit Gesundheitsrisiken verbunden sind.

Was bedeuten die Ergebnisse für die Praxis?

Die Diskussion hat direkte Auswirkungen:
* Für Ärzte: Die individuelle Risikobewertung gewinnt an Bedeutung. Faktoren wie Hauttyp, Wohnort und Lebensstil sollten stärker berücksichtigt werden.
* Für die Politik: Gesundheitsbehörden müssen ihre Empfehlungen möglicherweise anpassen. Gezielte Aufklärung für Risikogruppen wird wahrscheinlicher.
* Für die Forschung: Fachgesellschaften werden ihre Leitlinien vor dem Hintergrund der neuen Daten neu bewerten müssen.

Anzeige

Wenn Sie wissen möchten, welche Laborwerte bei Verdacht auf Vitamin‑D‑Mangel wirklich aussagekräftig sind und wann sich spezialisierte Tests lohnen, hilft ein frei zugänglicher 25‑Seiten‑Report mit verständlichen Erklärungen zu Blutwerten, wichtigen Vitalstoff-Parametern und praktischen Handlungsempfehlungen. Der Guide zeigt, wie Sie Messergebnisse besser einordnen und welche Schritte sich für eine gezielte Prävention anbieten. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Report anfordern

Die Studie markiert einen Schritt zu einem besseren Verständnis von Vitamin D in diversen Gesellschaften. Sie unterstreicht, dass medizinische Standards stets dem aktuellen Forschungsstand folgen müssen.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.