vida-Urabstimmung entscheidet über Handels-KV
21.01.2026 - 04:45:12Die Gewerkschaft vida lässt 150.000 Handelsarbeiter über ein Lohnangebot abstimmen. Sie müssen entscheiden: 2,55 Prozent mehr Gehalt oder der Weg in den Arbeitskampf.
Nach vier zähen Verhandlungsrunden liegt der Ball bei den Beschäftigten. Das finale Angebot der Arbeitgeber sieht eine lineare Lohnerhöhung von 2,55 Prozent für alle vor. Die Gewerkschaftsleitung will keine Empfehlung abgeben – die Mitglieder sollen selbst urteilen.
Was im Angebot steckt – und was nicht
Das Paket enthält mehr als nur die Grundlohnerhöhung. Die vida-Verhandler konnten spezielle Zulagen deutlich anheben:
- Die Kältezulage steigt um 4,65 Prozent.
- Die Nachtzulage wird um 4,35 Prozent erhöht.
Ein wichtiger Erfolg aus Gewerkschaftssicht: Angriffe auf bewährte Regelungen wurden abgewehrt. So bleibt es etwa bei der Klausel, dass Beschäftigte nur an jedem zweiten Samstag arbeiten müssen. Pläne der Arbeitgeber, dies per Betriebsvereinbarung auszuhebeln, sind damit vom Tisch.
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Warum die Abstimmung so selten ist
Eine Urabstimmung ist im österreichischen System der Sozialpartnerschaft ein ungewöhnlicher Schritt. Sie signalisiert tiefe Gräben. Verhandlungsleiterin Christine Heitzinger nannte das Ergebnis „keinen großen Wurf“, aber mehr, als die Gegenseite ursprünglich zahlen wollte.
Die Spannung war in den vergangenen Monaten greifbar. Betriebsversammlungen und Warnaktionen zeigten den Kampfgeist der Belegschaft – und erhöhten den Druck auf beide Seiten am Verhandlungstisch.
Der Druck der Paralleleinigung
Die Entscheidung fällt in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Die Unternehmen verweisen auf hohe Energie- und Betriebskosten, die Beschäftigten auf die weiterhin belastenden Lebenshaltungskosten.
Ein starker Orientierungspunkt ist die bereits getroffene Einigung für die andere große Gruppe im Handel: Für rund 430.000 Angestellte und 20.000 Lehrlinge fixierte die Gewerkschaft GPA ebenfalls eine Erhöhung von 2,55 Prozent. Diese Parallele übt Druck aus, ein ähnliches Ergebnis zu akzeptieren, um kein Lohngefälle in der Branche entstehen zu lassen.
Was bei Ja oder Nein passiert
Das Votum der Basis ist richtungsweisend. Die Gewerkschaft wird das Ergebnis in den kommenden Wochen bekanntgeben.
Bei Annahme tritt der neue Kollektivvertrag in Kraft. Die Löhne steigen, und es herrscht Arbeitsfrieden im Sektor.
Bei Ablehnung wird die Lage eskalieren. Die vida-Führung hätte dann ein klares Mandat für verschärfte Arbeitskampfmaßnahmen. Flächendeckende Streiks, die Lieferketten und den Betrieb von Supermärkten empfindlich treffen könnten, wären eine wahrscheinliche Folge. Die Erinnerung an frühere Warnstreiks zeigt: Die Bereitschaft dazu ist da.
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