Vestas-, Nordex-Aktie

Vestas- vs. Nordex-Aktie: Windkraft-Duell mit klarem Punktsieger

07.03.2026 - 18:45:16 | boerse-global.de

Nordex punktet mit überlegener Profitabilität, starkem Cashflow und besserer Bewertung, während Vestas mit Offshore-Kosten und Margendruck kämpft.

Vestas- vs. Nordex-Aktie: Windkraft-Duell mit klarem Punktsieger - Foto: über boerse-global.de
Vestas- vs. Nordex-Aktie: Windkraft-Duell mit klarem Punktsieger - Foto: über boerse-global.de

Am 6. März 2026 erwischte beide Windkraftriesen ein leichter Gegenwind. Vestas schloss bei 157,00 DKK mit einem Minus von 1,88 Prozent, während Nordex den Handel bei 41,28 Euro beendete – ebenfalls 1,90 Prozent schwächer. Doch hinter diesem synchronen Tagesverlust verbirgt sich eine dramatisch unterschiedliche Jahresbilanz.

Nordex reitet derzeit auf einer gewaltigen Momentum-Welle: Plus 42,72 Prozent seit Jahresbeginn, befeuert durch einen spektakulären 18-Prozent-Sprung nach den Q4-Zahlen. Vestas hingegen kämpft mit einem Minus von 3,35 Prozent, belastet durch Anlaufkosten im Offshore-Geschäft und Margendruck in der Servicessparte. Bei Marktkapitalisierungen von 25,7 Milliarden Euro für Vestas und 9,76 Milliarden Euro für Nordex ist dies ein direktes Kräftemessen im europäischen Erneuerbare-Energien-Sektor.

Zwei Strategien, ein Markt

Beide Turbinenhersteller dominieren die globale Energiewende – doch ihre Geschäftsmodelle könnten unterschiedlicher kaum sein.

Vestas agiert als unangefochtener Weltmarktführer mit einem Rekordumsatz von 18,82 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025. Das Geschäft teilt sich in Power Solutions und Services auf. Allerdings geriet ausgerechnet das margenstarke Servicegeschäft ins Straucheln: Im vierten Quartal brach der Umsatz um 16 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro ein. Das drückt spürbar auf die EBIT-Margen.

Nordex positioniert sich als fokussierter Herausforderer. Mit 7,55 Milliarden Euro Jahresumsatz konzentriert sich das Hamburger Unternehmen fast ausschließlich auf Onshore-Wind – mit Schwerpunkten in Deutschland, Spanien und Nordamerika. Der Wettbewerbsvorteil liegt aktuell in der schlanken operativen Umsetzung. Während Vestas mit der Offshore-Skalierung ringt, steigerte Nordex die EBIT-Marge im Servicegeschäft auf beeindruckende 19 Prozent – das achte Quartal in Folge mit Margenverbesserung.

Der Auftragsbestand spricht dennoch eine klare Sprache: Nordex kommt auf solide 16,1 Milliarden Euro, Vestas thront mit gewaltigen 71,9 Milliarden Euro in einer anderen Liga.

Die Zahlen sprechen Bände

Die fundamentale Kluft zwischen beiden Unternehmen zeigt sich scharf in den Q4-2025-Kennzahlen.

Kennzahl Vestas Nordex Sektordurchschnitt
KGV (TTM) 27,37 36,53 30,00
KGV (Forward) 30,00 23,16 25,00
EV/EBITDA 14,50 8,50 11,00
EV/Umsatz 1,10 1,10 1,30
KBV 4,50 3,20 3,50
PEG-Ratio 1,25 0,95 1,10
FCF-Rendite 3,50 % 8,80 % 4,00 %
Operative Kennzahlen Vestas Nordex Vorteil
Eigenkapitalrendite 23,30 % 18,50 % Vestas
ROIC 11,80 % 14,20 % Nordex
EBITDA-Marge 5,70 % 8,40 % Nordex
Book-to-Bill-Ratio 0,86x 1,80x Nordex

Vestas erwirtschaftete 2025 einen Nettogewinn von 778 Millionen Euro, Nordex kam auf 274 Millionen Euro. Doch der Blick auf die Dynamik offenbart Erstaunliches: Nordex steigerte den Nettogewinn um über 3.000 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr und verwandelte sich in ein hochprofitables Unternehmen mit einer Q4-EBITDA-Marge von 12,1 Prozent. Vestas erreichte dagegen nur eine bereinigte EBIT-Marge von 5,7 Prozent.

Cashflow: Nordex setzt sich ab

Die Cashflow-Profile unterstreichen Nordex' aktuelle Überlegenheit. Das Unternehmen lieferte einen Rekord-Free-Cashflow von 863 Millionen Euro – eine FCF-Marge von 11,3 Prozent. Das Ergebnis: eine komfortable Netto-Cash-Position von 1,62 Milliarden Euro. Vestas beendete das Jahr zwar ebenfalls mit 1,2 Milliarden Euro Netto-Cash, doch Working Capital und Offshore-Investitionen binden erhebliche Mittel.

Bei der Bewertung punktet Nordex deutlich: Das Forward-KGV von 23,16 liegt spürbar unter Vestas' 30,00. Noch aussagekräftiger ist das PEG-Ratio – Nordex kommt auf wertorientierte 0,95, Vestas auf 1,25.

Momentum: Tag und Nacht

Die technischen Indikatoren erzählen die Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Marktpsychologien.

Nordex erlebt eine massive Neubewertung. Nach dem Gewinnsprung am 25. Februar schoss die Aktie um 18,31 Prozent nach oben. Analysten revidieren ihre Kursziele reihenweise nach oben – von 41,50 Euro bis hin zu 58,00 Euro. Für 2026 erwartet Nordex einen Umsatz von 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 8,0 bis 11,0 Prozent.

Vestas sucht hingegen nach einem Boden. Nach einem 10-Prozent-Absturz infolge der enttäuschenden Servicemargen notiert die Aktie unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 162 DKK. Immerhin: Trotz der bärischen Charttechnik hoben Analysten das Kursziel auf 175 DKK an – mit Verweis auf die langfristigen Perspektiven. Vestas selbst peilt für 2026 Erlöse von 20 bis 22 Milliarden Euro an, bei EBIT-Margen von 6 bis 8 Prozent.

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Risiko-Rendite-Profil: Der Punktestand

Bewertung (25 Punkte)
- Vestas: 14/25 – Hohes Forward-KGV, aber akzeptables EV/Umsatz-Verhältnis
- Nordex: 22/25 – PEG unter 1, exzellente FCF-Rendite

Wachstum (25 Punkte)
- Vestas: 15/25 – Stabiler Umsatz, aber Margenkontraktion
- Nordex: 24/25 – Rekord-Auftragseingang, explosives Gewinnwachstum

Qualität (25 Punkte)
- Vestas: 19/25 – Massiver Auftragsbestand, starke Eigenkapitalrendite
- Nordex: 21/25 – Netto-Cash von 1,62 Milliarden Euro, überlegener ROIC

Momentum (25 Punkte)
- Vestas: 8/25 – Unter dem 50-Tage-Durchschnitt, negatives Jahresplus
- Nordex: 23/25 – Nahe am 52-Wochen-Hoch, positive Analystenrevisionen

Wo lauern die Risiken?

Beide Unternehmen sind Lieferketten-Inflation und politischen Risiken ausgesetzt. Doch bei Vestas kommt ein gewichtiger Faktor hinzu: Die Offshore-Expansion birgt erhebliche Ausführungsrisiken. Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen könnten die ohnehin gedrückten Margen weiter belasten. Nordex ist durch seinen Onshore-Fokus von diesem Risiko praktisch nicht betroffen.

Das Fazit: Klarer Punktsieg für Nordex

Vestas Wind Systems: 56 von 100 Punkten
- Stärken: Skalendominanz, 71,9 Milliarden Euro Auftragsbestand, globale Präsenz
- Schwächen: Offshore-Anlaufkosten, Servicemargen-Kontraktion, technische Schwäche
- Investment-Fall: Eine Turnaround-Wette, die Geduld erfordert – bis die Offshore-Investitionen frühestens Ende 2027 Früchte tragen

Nordex: 90 von 100 Punkten
- Stärken: Rasante Margenexpansion, massive Cashflow-Generierung, makellose Bilanz
- Schwächen: Kleinere absolute Skalierung, historisch hohe Volatilität, möglicher Bewertungswiderstand auf aktuellem Niveau
- Investment-Fall: Ein Wachstumsmotor mit hohem Momentum zu einer vernünftigen Bewertung relativ zum Cashflow

Wer hat die besseren Karten?

Für datengetriebene Anleger im März 2026 präsentiert sich ein klares Bild: Nordex ist derzeit das überlegene Momentum- und Wachstums-Investment. Mit einer EBITDA-Marge, die das Mittelfristziel vorzeitig übertrifft, und einem freien Cashflow von 863 Millionen Euro beweist die schlankere Onshore-Strategie aktuell die bessere Einheitsökonomie. Das Forward-KGV von 23,16 kombiniert mit 42,72 Prozent Jahresperformance signalisiert einen fundamentalen Ausbruch.

Vestas bleibt der unangefochtene Industriegigant – aber einer, der gerade durch ein Tal schreitet. Die Transitionskosten der Offshore-Skalierung und die Reparatur der Servicemargen binden Ressourcen und Aufmerksamkeit. Der gewaltige Auftragsbestand garantiert langfristiges Überleben und eventuelle Skalendominanz, doch der Aktie fehlen die kurzfristigen Katalysatoren für einen neuen Bullenmarkt.

Der Punktevorsprung von 34 Zählern spricht eine deutliche Sprache: Wer auf Momentum und kurzfristige Outperformance setzt, findet in Nordex das attraktivere Paket. Wer dagegen auf den langfristigen Comeback-Kandidaten mit Weltmarktführer-Status setzen möchte, braucht bei Vestas vor allem eines – Geduld.

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