Verbraucherzentrale, Nahrungsergänzungsmitteln

Verbraucherzentrale warnt vor gefährlichen Nahrungsergänzungsmitteln

02.03.2026 - 00:00:11 | boerse-global.de

Verbraucherzentrale warnt vor illegalen Substanzen und Verunreinigungen in Diätprodukten von Online-Marktplätzen. Experten fordern strengere EU-Regeln ab 2026.

Verbraucherzentrale warnt vor gefährlichen Nahrungsergänzungsmitteln - Foto: über boerse-global.de
Verbraucherzentrale warnt vor gefährlichen Nahrungsergänzungsmitteln - Foto: über boerse-global.de

Eine Welle von Rückrufen erschüttert das Vertrauen in Nahrungsergänzungsmittel. Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor gefährlichen Substanzen in Produkten von Online-Marktplätzen wie Amazon. In Diät-Kaffees und -Tees fanden Experten den verbotenen Appetitzügler Sibutramin.

Weitere Rückrufe betreffen mit Salmonellen verunreinigte „Superfood“-Pulver und Präparate mit gefährlich hohen Mengen an Mangan. Dieser Stoff kann Nervenschäden verursachen. Die Fälle zeigen die realen Gefahren, die in unscheinbaren Kapseln und Pulvern lauern können.

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Aktuelle Rückrufe: Was ist betroffen?

Konkret warnt die Verbraucherzentrale vor Produkten wie „GLOX Diet Bromelain Coffee“ oder „Alâ Green tea“. Hier wurde Sibutramin nachgewiesen. Der Arzneistoff ist wegen erheblicher Risiken für Herz und Kreislauf weltweit verboten.

Ebenso alarmierend ist der Rückruf salmonellenbelasteter Pulver. Ein Präparat der Marke Laboratoire Equi-Nutri muss wegen eines zu hohen, neurotoxisch wirkenden Mangan-Gehalts zurückgerufen werden. Die Qualitätskontrolle bei Importen über Online-Marktplätze scheint oft mangelhaft.

Warum ist der Markt so riskant?

Das zentrale Problem liegt in der rechtlichen Einstufung. Nahrungsergänzungsmittel gelten als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Sie durchlaufen daher kein strenges Zulassungsverfahren. Hersteller müssen neue Produkte lediglich anzeigen, die Sicherheitsverantwortung tragen sie selbst.

Verbraucherschützer kritisieren diesen Zustand seit Jahren als unzureichend. Die Produkte gelangen ohne ausreichende Prüfung in den Verkehr – die Leidtragenden sind die Kunden.

Kommen jetzt schärfere EU-Regeln?

Die Hoffnung richtet sich auf eine Neuregelung der EU. Voraussichtlich ab 2026 sollen europaweit verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin A, D oder Eisen gelten. Bisher existieren in Deutschland nur unverbindliche Empfehlungen.

Diese neuen Grenzwerte sollen Verbraucher besser vor den Risiken einer Überdosierung schützen. Doch können sie auch vor illegalen Beimischungen wie Sibutramin schützen?

Brauche ich überhaupt Nahrungsergänzungsmittel?

Experten sind sich einig: Der Großteil der Bevölkerung benötigt bei ausgewogener Ernährung keine zusätzlichen Pillen und Pulver. Sinnvoll können sie nur in bestimmten Situationen sein – etwa Folsäure für Schwangere oder Vitamin B12 für Veganer.

Der unkritische Konsum ist sogar riskant. Eine Überdosierung fettlöslicher Vitamine kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Zudem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten ein oft unterschätztes Risiko.

Auf dem Deutschen Krebskongress betonten Experten kürzlich erneut: Für die Prävention ist eine individualisierte, vollwertige Ernährung wirksamer als pauschale Supplemente. Die komplexe Interaktion von Nährstoffen in natürlichen Lebensmitteln ist durch isolierte Pillen nicht zu ersetzen.

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Die Botschaft lautet: Vor der Einnahme sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine Blutuntersuchung klärt, ob ein Mangel wirklich vorliegt. Nahrungsergänzungsmittel sollten eine gezielte Ergänzung bleiben – nicht die Regel.

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