Verdi, Lohn

Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn im Großhandel

19.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Die Gewerkschaft ver.di verlangt für 360.000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen eine zweigleisige Lohnerhöhung und einen Tarifvertrag mit nur zwölf Monaten Laufzeit.

Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn im Großhandel - Foto: über boerse-global.de
Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn im Großhandel - Foto: über boerse-global.de

Die Gewerkschaft ver.di hat ihre Forderungen für die anstehende Tarifrunde im nordrhein-westfälischen Groß- und Außenhandel vorgelegt. Sie will spürbare Entlastung für Hunderttausende Beschäftigte in einer Schlüsselbranche unter Druck.

Kernforderung: Sieben Prozent plus 250 Euro Mindestplus

Im Zentrum der am Mittwoch, 18. März 2026, verabschiedeten Forderungen steht eine zweigleisige Lohnerhöhung. Ver.di verlangt für die rund 360.000 Beschäftigten in NRW eine allgemeine Gehaltssteigerung von sieben Prozent. Damit Geringverdiener überproportional von der Erhöhung profitieren, soll es zudem eine monatliche Mindesterhöhung von 250 Euro geben. Für Auszubildende sind 150 Euro mehr pro Monat vorgesehen.

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Ein weiterer Knackpunkt ist die Laufzeit. Die Gewerkschaft besteht auf einem Tarifvertrag für nur zwölf Monate. „Die Beschäftigten brauchen spürbare Entlastung und eine gerechtere Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche“, begründet Verhandlungsführerin Henrike Eickholt die Forderungen. Steigende Kosten für Miete, Energie und Lebensmittel belasteten die Belegschaften, die oft körperlich anspruchsvolle Arbeit leisteten, besonders stark.

Die „stille Branche“ mit großen Problemen

Der Groß- und Außenhandel gilt als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Doch obwohl die Branche Milliarden umsetzt, hinken die Löhne oft hinterher. Die Struktur der Belegschaft verschärft das Problem: Von den 360.000 Beschäftigten in NRW sind etwa 54.000 geringfügig beschäftigt, viele arbeiten unfreiwillig in Teilzeit. Das drückt nicht nur das Einkommen, sondern erhöht auch das Risiko von Altersarmut.

Hinzu kommt eine geringe Tarifbindung. Nur 29 Prozent der Beschäftigten in der Großhandelsbranche arbeiteten 2024 in tarifgebundenen Betrieben. „Wir müssen die wachsende Lohnlücke zu anderen großen Branchen schließen“, fordert Silke Zimmer vom ver.di-Bundesvorstand für den Handel.

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Schweres Verhandlungsfeld erwartet

Die Verhandlungen beginnen am 17. April in Düsseldorf in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Die Arbeitgeber verweisen auf schwankende Lieferketten, hohe Betriebskosten und eine unsichere Nachfrage. Sie fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit, besonders der mittelständischen Unternehmen.

Ein Konfliktpunkt zeichnet sich bereits ab: Die Arbeitgeber bevorzugen traditionell lange Laufzeiten von 24 bis 36 Monaten für mehr Planungssicherheit. Die Gewerkschaft will mit der kurzen einjährigen Laufzeit flexibel auf weitere Preisanstiege reagieren können. Die letzte große Tarifrunde im Handel zog sich über 14 Monate hin – ein Marathon, der sich 2026 wiederholen könnte.

Drohende Warnstreiks ab Mai

Nach dem ersten Verhandlungstermin endet am 30. April die Friedenspflicht. Ab dann könnte ver.di rechtlich Warnstreiks organisieren. Die Gewerkschaft hat die Belegschaften bereits mobilisiert und die Streikbereitschaft gilt als hoch.

Sollten die Gespräche scheitern, könnten bereits im Mai erste Lieferketten ins Stocken geraten. Der Großhandel versorgt den Einzelhandel und die Industrie oft im Just-in-Time-Verfahren. Auch deshalb werden Unternehmen in NRW die Entwicklung ab Mitte April genau beobachten.

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