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Venture Capital: Rekordsummen für Gründerinnen – doch die Basis bleibt leer

16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.de

Trotz Rekordinvestitionen erhalten reine Frauenteams nur einen Bruchteil des Risikokapitals. Die Finanzierungslücke wächst, während ESG-Kriterien für Investoren an Bedeutung gewinnen.

Venture Capital: Rekordsummen für Gründerinnen – doch die Basis bleibt leer - Foto: über boerse-global.de
Venture Capital: Rekordsummen für Gründerinnen – doch die Basis bleibt leer - Foto: über boerse-global.de

Trotz Rekordzahlen bei der Startup-Finanzierung im März 2026 klafft eine tiefe Lücke zwischen den Geschlechtern. Während wenige KI-Giganten Milliarden einsammeln, geht der Großteil der Gründerinnen fast leer aus – ein Problem für Investoren und ihre ESG-Strategien.

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Der trügerische Rekord: KI-Megadeals verzerren das Bild

Auf den ersten Blick scheint 2025 ein historisches Jahr gewesen zu sein: US-Startups mit mindestens einer Gründerin sammelten laut PitchBook 73,6 Milliarden US-Dollar ein. Doch dieser Rekord ist eine illusion. Mehr als 30 Milliarden Dollar flossen allein in die KI-Firmen Anthropic und Scale AI.

Rechnet man diese Ausnahmen heraus, zeigt sich das wahre Ausmaß der Ungleichheit. Reine Frauenteams erhielten in den USA nur 3,2 Milliarden Dollar – lediglich 1,1 Prozent des gesamten VC-Volumens. Im Gegensatz dazu akquirierten rein männliche Teams 191,1 Milliarden. Während deren Finanzierung um 21 Prozent stieg, brach die für Frauenteams um 22 Prozent ein.

Europa und DACH: Die Schere öffnet sich weiter

Auch in Europa und im deutschsprachigen Raum verschärft sich die Lage. Der „Female Start-up Funding Index 2025“ von EY Österreich konstatiert eine deutliche Verschlechterung. Der Gender Investment Gap hat sich wieder vergrößert, Gründerinnen waren überproportional von der Kapitalflaute betroffen.

Die Zahlen sind alarmierend: Bei erfolgreich finanzierten Startups im DACH-Raum liegt das Geschlechterverhältnis bei 92,9 zu 7,1 Prozent für Männer. Bei Finanzierungsrunden zwischen einer und zehn Millionen Euro lag der Frauenanteil in den Teams bei nur 2,3 Prozent. Bei Runden über zehn Millionen Euro gab es im Erhebungszeitraum kein einziges reines Frauenteam.

Healthtech und Deeptech: Gründerinnen in Zukunftsfeldern

Trotz der Hürden positionieren sich Gründerinnen zunehmend in kapitalintensiven Schlüsselsektoren. In Europa flossen 37 Prozent der Investments in Frauenteams in Healthtech, gefolgt von Fintech (12 %) und Energie (7 %). Der Bereich Deeptech ist ein weiterer starker Treiber: 34 Prozent der Finanzierungen für weiblich geführte Startups entfielen hierauf.

Dies zeigt, dass Gründerinnen an technologischen Lösungen für globale Herausforderungen wie Gesundheit und Energiewende arbeiten – und erfolgreich sind. 2025 erreichten fünf weitere europäische Startups mit Gründerinnen den Einhorn-Status, die Gesamtzahl stieg auf 29.

ESG-Druck: Warum Investoren umdenken müssen

Aus Sicht von Corporate Compliance und ESG-Kriterien wird die Ungleichverteilung zum Reputationsrisiko für institutionelle Investoren. Die soziale Dimension (das „S“ in ESG) fordert messbare Fortschritte bei Diversität. Die mangelnde Finanzierung ist nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, sondern eine verpasste ökonomische Chance: Diverse Teams sind oft kapiteleffizienter.

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Ein Schlüssel zur Lösung liegt in den Investmentkomitees selbst. Nur 18 Prozent der Partner in großen US-VC-Firmen sind weiblich. Experten sind überzeugt: Mehr Frauen in entscheidungsbefugten Positionen führen zu einer faireren Kapitalallokation, da sie das Potenzial von Gründerinnen besser erkennen.

Ausblick: Erfolgreiche Exits, aber strukturelle Hürden

Der Blick auf 2026 ist zwiespältig. Einerseits agieren Startups mit weiblicher Beteiligung am Ende des Lebenszyklus äußerst erfolgreich. Der Anteil von Gründerinnen an US-Exits stieg 2025 auf fast 25 Prozent, der Gesamtwert verdoppelte sich. Diese Exits generieren Kapital, das erfolgreiche Gründerinnen als Business Angels reinvestieren können.

Andererseits erfordert die Schließung der Finanzierungslücke mehr als den nächsten Mega-Deal. Ohne gezielte Anpassungen in Investitionsprozessen und ein Bewusstsein für unbewusste Vorurteile bleibt das Ungleichgewicht. Für 2026 wird erwartet, dass der Druck der institutionellen Geldgeber (Limited Partners) steigt, ESG-Richtlinien durch nachweisbare Investments in diverse Teams praktisch umzusetzen.

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