Veeam und CrowdStrike setzen mit Milliarden-Deals neue Sicherheitsstandards
19.01.2026 - 11:24:12Die Cybersicherheitsbranche erlebt einen fundamentalen Wandel. Führende Anbieter investieren Milliarden, um mit KI-gesteuerten Plattformen auf die Risiken des algorithmischen Zeitalters zu reagieren. Nach einer Reihe spektakulärer Übernahmen Ende 2025 und Anfang 2026 verschmelzen traditionelle Sicherheitskonzepte mit dynamischem, KI-getriebenem Risikomanagement.
Im Zentrum dieser Transformation steht die Integration von Data Security Posture Management (DSPM) und kontinuierlicher Identitätsüberprüfung in einheitliche Plattformen. Den Auftakt machte Veeam Software mit der Übernahme von Securiti AI für 1,7 Milliarden Euro Mitte Dezember 2025. Experten sehen darin eine neue Blaupause für das Enterprise-Risikomanagement. Nur wenige Wochen später, am 8. Januar 2026, zog CrowdStrike nach und kündigte die Übernahme des Identitätssicherheits-Spezialisten SGNL an. Die Botschaft ist klar: Statische Verteidigungsmechanismen sind gegen KI-gesteuerte Bedrohungen chancenlos.
Veeam schafft mit Securiti AI den „Data Resilience“-Standard
Die am 11. Dezember 2025 abgeschlossene Übernahme markiert einen Wendepunkt für Veeam. Das Unternehmen, bisher vor allem für Backup- und Recovery-Lösungen bekannt, baut mit der Technologie von Securiti AI eine umfassende „Data Resilience“-Plattform auf.
Analysten zufolge schließt der Deal eine kritische Lücke: die Fähigkeit, Daten in hybriden, Multi-Cloud- und KI-Umgebungen zu verwalten und zu schützen. Die Technologie von Securiti AI ermöglicht es Unternehmen, unstrukturierte Daten zu entdecken, zu klassifizieren und abzusichern. Diese Fähigkeit wird immer wichtiger, da Firmen generative KI-Modelle einsetzen, die enorme Mengen sensibler Informationen verarbeiten.
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Laut Veeam bietet die kombinierte Plattform eine Art „einheitliches Kommandozentrum“ für IT-Leiter und Sicherheitsverantwortliche. Es ermöglicht Echtzeit-Einblicke in Datenschutz- und Compliance-Risiken – eine Notwendigkeit unter strengen Vorgaben wie der EU-Richtlinie NIS2 und dem KI-Gesetz. Die hohe Bewertung von rund 1,725 Milliarden Euro unterstreicht, wie viel der Markt für „KI-native“ Governance-Tools bereit ist zu zahlen.
CrowdStrike bekämpft die KI-bedingte Identitätskrise
Während Veeam den Fokus auf Daten legt, adressiert CrowdStrike mit der geplanten Übernahme von SGNL ein anderes Problem: die durch KI-Agenten verschärfte „Identitätskrise“.
Der Deal, der auf etwa 740 Millionen Euro taxiert wird, soll die Falcon-Plattform um „Next-Gen Identity Security“ erweitern. SGNLs Technologie ersetzt statische Berechtigungsmodelle durch dynamische, kontextsensitive Zugriffskontrollen. Das ist besonders relevant für die Sicherung „nicht-menschlicher Identitäten“ (NHIs) – also autonomer KI-Agenten und Dienstkonten, die in vielen Unternehmen bereits in der Überzahl sind.
CrowdStrike betonte in seiner Ankündigung, dass die Verbreitung von KI-Agenten ein Sicherheitsmodell erfordert, das Zugriffe in Echtzeit basierend auf dem Risiko gewähren und entziehen kann. Experten sehen darin eine Brücke zwischen Endpunkt-Sicherheit und Identitätsmanagement. Es entsteht ein geschlossenes System, in dem Zugriffsentscheidungen von Live-Bedrohungsdaten informiert werden.
ServiceNow und Armis: Der Trend zur Konsolidierung
Diese Entwicklungen sind Teil eines massiven Konsolidierungstrends. Ende 2025 kündigte auch ServiceNow die Übernahme des Asset-Intelligence-Anbieters Armis für rund 7,75 Milliarden Euro an – einer der größten Deals in der Geschichte der Branche.
Das Ziel: totale Transparenz über IT-, OT- (Operational Technology) und IoT-Assets. Der Trend ist eindeutig: Punktlösungen werden von umfassenden Plattformen geschluckt. Unternehmen verlangen zunehmend integrierte Suiten, die das moderne Risiko-Trio bewältigen können:
1. Die Masse der Daten (Veeam/Securiti)
2. Die Explosion der Identitäten (CrowdStrike/SGNL)
3. Die lückenlose Asset-Transparenz (ServiceNow/Armis)
Marktanalysen prognostizieren für 2026 eine weitere Konsolidierungswelle. „Plattformisierung“ wird zur dominierenden Strategie für Anbieter, die ihre Unternehmenskunden halten wollen.
Ausblick: Das Zeitalter der autonomen Verteidigung bricht an
Im weiteren Verlauf des ersten Quartals 2026 wird der Fokus auf der Implementierung dieser integrierten Technologien liegen. Unternehmen stehen unter Druck, nicht nur Compliance, sondern „Resilienz“ nachweisen zu können – also die Fähigkeit, Angriffe mit minimalen Ausfallzeiten zu überstehen.
Analysten sagen, dass die nächste Innovationswelle „agentische Sicherheit“ zum Zentrum haben wird: KI-Modelle, die eigenständig Bedrohungen jagen und Schwachstellen patchen können. Angesichts des sich verschärfenden regulatorischen Umfelds in Europa und Nordamerika werden jene Plattformen den Markt dominieren, die überprüfbares, KI-gesteuertes Risikomanagement bieten.
Die Milliardeneinsätze von Veeam, CrowdStrike und ServiceNow haben die Fronten gezogen. Gewinnen wird die Plattform, die „KI-native“ Fähigkeiten am besten in eine spürbare Risikoreduzierung für die Vorstandsetagen übersetzen kann.
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