VBG-Schlafometer: Neues Tool soll Schichtarbeitern zu besserem Schlaf verhelfen
05.02.2026 - 07:31:12Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) startet ein digitales Präventionsangebot für Millionen Schichtarbeiter. Das neue VBG-Schlafometer soll Schlafprobleme bekämpfen und müdigkeitsbedingte Unfälle reduzieren. Hintergrund sind alarmierende Zahlen zu Schlafmangel in der deutschen Arbeitsbevölkerung.
Ein digitaler Selbstcheck für die Schicht
Das kostenlose Online-Tool richtet sich gezielt an Beschäftigte in Wechselschichten. Nutzer können anonym drei wissenschaftliche Fragebögen ausfüllen. Diese ermitteln die persönliche Tagesschläfrigkeit, die Schlafqualität und den individuellen Chronotyp – also ob jemand eher Morgenmensch oder Nachteule ist.
Auf Basis der Selbsteinschätzung gibt das Tool personalisierte Empfehlungen für den Tagesablauf. Die Tipps sind auf die jeweilige Arbeitsschicht abgestimmt. Ziel ist es, den Schlaf besser mit dem Arbeitsalltag in Einklang zu bringen. Entwickelt wurde das Schlafometer von der VBG gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
Müdigkeit bei Schichtarbeitern ist ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko – und wird in vielen Betrieben noch nicht systematisch bewertet. Kostenlose, praxisnahe Vorlagen zur Gefährdungsbeurteilung helfen Verantwortlichen, Schichtmüdigkeit als spezifische Gefahr zu erfassen, geeignete Gegenmaßnahmen zu planen und die Dokumentation für Prüfungen durch Aufsichtsbehörden vorzubereiten. Ideal für Sicherheitsfachkräfte, Betriebsräte und Personalverantwortliche, die Schlafgesundheit und Schichtpläne gezielt verbessern wollen. Gefährdungsbeurteilung mit Vorlagen herunterladen
Erste Daten zeigen klare Risikofaktoren
Die Wirksamkeit des Ansatzes wird wissenschaftlich begleitet. Nutzer können ihre anonymisierten Daten freiwillig für die Forschung freigeben. Dieses Angebot wird rege genutzt: Bis November 2025 haben fast 6.000 Personen den Check durchgeführt, über 3.200 Datensätze stehen für die Auswertung bereit.
Erste Analysen identifizieren klare Risikofaktoren für gefährliche Müdigkeit:
* Ein Alter über 50 Jahre
* Eine Schlafdauer von weniger als sechs Stunden
* Arbeitszeiten außerhalb des Kerns von 7 bis 19 Uhr, besonders in 3-Schicht-Systemen
Schlafmangel kostet Milliarden
Die Initiative kommt zur rechten Zeit. Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Erwerbstätigen über Schlafprobleme klagen. Die Folgen sind gravierend: Konzentrationsschwäche, mehr Fehler und eine höhere Unfallgefahr – auch im Straßenverkehr.
Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Durch Absentismus (Fehlzeiten) und Präsentismus (Anwesenheit trotz Krankheit) entsteht in Deutschland ein jährlicher Schaden von fast 60 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 1,6 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts. Präventive Tools wie das Schlafometer werden so auch zu einem wirtschaftlichen Faktor.
Datenschutz als entscheidender Erfolgsfaktor
Bei digitalen Gesundheitsangeboten ist Vertrauen alles. Die VBG betont daher die strengen Datenschutzstandards. Alle Angaben im Selbstcheck werden verschlüsselt und anonymisiert verarbeitet. Die Zustimmung zur wissenschaftlichen Nutzung ist freiwillig.
Das Angebot richtet sich auch direkt an Unternehmen. Es liefert Empfehlungen für gesundheitsgerechte Schichtpläne. Experten fordern schon länger, dass Firmen eine bessere Schlafkultur fördern müssen – durch ergonomische Pläne und längere Erholungsphasen.
Wird datengestützte Prävention zum Standard?
Das Schlafometer steht für einen Trend im modernen Arbeitsschutz. Die kontinuierliche Auswertung der anonymen Daten soll helfen, Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und Schlafgesundheit besser zu verstehen. Darauf aufbauend können die Präventionsangebote weiter verfeinert werden.
Für Unternehmen bietet sich die Chance, die Gesundheit ihrer Belegschaft proaktiv zu stärken. Gleichzeitig profitieren sie von höherer Produktivität und weniger Ausfallzeiten. Intelligente Selbstchecks wie dieser könnten bald zum festen Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden.
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