US-Zölle, Exporteure

US-Zölle ab Februar belasten deutsche Exporteure

20.01.2026 - 15:23:12

Ab 1. Februar drohen neue US-Zölle auf deutsche Exporte, die bereits geschwächten Schlüsselbranchen wie Auto und Maschinenbau weiter belasten und Planungsunsicherheit verstärken.

Ab 1. Februar drohen neue US-Strafzölle – eine weitere Eskalation im transatlantischen Handelsstreit um Grönland. Für die deutsche Exportwirtschaft bedeutet das mehr Unsicherheit und höhere Kosten.

Grönland-Streit führt zu nächster Eskalationsstufe

Die Zölle sind die jüngste Reaktion auf den diplomatischen Konflikt um die Arktis-Insel. US-Präsident Donald Trump kündigte gestaffelte Abgaben gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder an. Ab Februar sollen zunächst 10 Prozent fällig werden, ab Juni könnten es 25 Prozent sein – so lange, bis die USA ihren Kaufwunsch für Grönland durchsetzen.

Diese einseitige Maßnahme, die Washington mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet, stößt auf scharfe Kritik. BDI-Präsident Peter Leibinger spricht von einer „unangemessenen Eskalation“. Für exportorientierte Unternehmen kommt eine weitere unkalkulierbare Variable hinzu.

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Schlüsselbranchen bereits schwer getroffen

Die neuen Belastungen treffen auf eine ohnehin angeschlagene Handelsbeziehung. Die unberechenbare US-Zollpolitik der vergangenen Jahre zeigt bereits deutliche Spuren: Von Februar bis Oktober 2025 gingen die deutschen Ausfuhren in die USA im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent zurück – der stärkste Einbruch seit 2010, abgesehen von der Pandemie.

Besonders hart trifft es Kernindustrien:
* Automobilbranche: Exporte von Fahrzeugen und Teilen brachen um fast 19 Prozent ein.
* Maschinenbau: Diese Säule des Mittelstands verzeichnete ein Minus von 10 Prozent.
* Chemieindustrie: Auch hier gingen die Ausfuhren um über 10 Prozent zurück.

Verbände wie der VDMA fordern seit Langem mehr politischen Druck aus Brüssel, um Handelshemmnisse abzubauen.

Das größte Gift ist die Unsicherheit

Wirtschaftsexperten sehen das Hauptproblem nicht nur in den direkten Zollkosten. Viel gravierender ist die permanente Unsicherheit, die Investitionen lähmt und langfristige Planungen unmöglich macht. Das Vertrauen in die Stabilität transatlantischer Wirtschaftsbeziehungen ist beschädigt.

Eine DIHK-Blitzumfrage bestätigt diese Sorge: 74 Prozent der Unternehmen mit US-Geschäft fürchten neue Belastungen durch die US-Politik. 80 Prozent nannten die Angst vor weiteren Zöllen als größtes Problem. Die jüngste Ankündigung bestätigt diese Befürchtungen auf dramatische Weise.

Analyse: Deutschland muss Abhängigkeit reduzieren

Die angekündigten Zölle sind kein Einzelfall, sondern Teil einer protektionistischen Neuausrichtung Washingtons. Seit 2025 gelten für die meisten deutschen Waren pauschale US-Abgaben. Stahl- und Aluminiumzölle wurden sogar auf 50 Prozent erhöht.

Diese Politik zwingt die deutsche Wirtschaft, ihre starke Abhängigkeit vom US-Markt zu überdenken. Zwar bleiben die USA der wichtigste Einzelabsatzmarkt. Doch die Suche nach Alternativen läuft auf Hochtouren. Analysten warnen: Die US-Maßnahmen schwächen „Made in Germany“ nicht nur direkt, sondern verschärfen auch den Wettbewerbsdruck durch China auf Drittmärkten.

Ausblick auf unruhige Wochen

Mit dem nahenden Februar bereiten sich Exporteure auf höhere Kosten und weiter sinkende Umsätze vor. Sollte der Grönland-Streit nicht diplomatisch gelöst werden, droht im Juni die nächste Eskalationsstufe.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine geschlossene und wehrhafte Antwort der EU. Parallel intensivieren Unternehmen ihre Bemühungen, neue Handelsabkommen – etwa mit dem Mercosur-Raum – voranzutreiben und Absatzmärkte zu diversifizieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Handelsspirale noch gestoppt werden kann.

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