US-Studie, Gesunde

US-Studie: Gesunde Menschen furzen 32-mal täglich

15.02.2026 - 00:20:12 | boerse-global.de

Innovative Sensortechnik zeigt, dass gesunde Menschen täglich deutlich häufiger Blähungen haben als bislang angenommen. Forscher entwickeln damit die Grundlage für personalisierte Ernährungsempfehlungen.

Forscher haben mit einer innovativen Sensortechnik überraschende Erkenntnisse über Darmgase gewonnen. Das Ergebnis stellt bisherige Annahmen in den Schatten.

Eine neue Studie aus den USA liefert erstaunliche Daten über ein tabuisiertes Thema: Gesunde Erwachsene haben im Durchschnitt 32 Mal pro Tag Blähungen – fast doppelt so häufig wie bisher gedacht. Möglich macht das eine speziell entwickelte smarte Unterwäsche mit eingebautem Sensor, die in der Fachzeitschrift „Biosensors and Bioelectronics“ vorgestellt wurde.

Das Besondere: Der Sensor misst nicht subjektive Empfindungen, sondern objektive Daten. Er erfasst die Konzentration von Wasserstoff – ein Gas, das ausschließlich von Darmbakterien produziert wird. Dadurch werden auch nächtliche oder unbemerkte Ereignisse erfasst, was bisherige Studien nicht konnten.

Anzeige

Wer Interesse an objektiven Gesundheitsdaten hat, findet auch bei Blut- und Laborwerten oft wichtige Hinweise, die Laien schwer einordnen können. Ein kostenloser 25-seitiger PDF‑Report erklärt verständlich, welche Laborwerte wirklich zählen, wann Nachtests sinnvoll sind und wie Sie Ergebnisse richtig interpretieren – ideal, wenn Sie Ihre Verdauungs- oder Mikrobiom-Daten mit ärztlichen Befunden abgleichen wollen. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Report sichern

Technologie löst ein altes Forschungsproblem

Das Forschungsteam um Darmbiologe Brantley Hall hatte ein klassisches Problem: Frühere Untersuchungen verließen sich auf subjektive Angaben von Probanden. Das war ungenau und fehleranfällig. Der neue Sensor an der Unterwäsche ändert das grundlegend.

In der ersten Studie mit 19 gesunden Erwachsenen zeigte sich eine große Spannbreite: Die Teilnehmer hatten zwischen 4 und 59 Blähungsereignisse pro Tag. Diese Unterschiede sind völlig normal – und genau das zeigt die Studie.

Das übergeordnete Ziel der Forschung ist ambitioniert: Ein „Human Flatus Atlas“ soll entstehen – eine umfassende Datenbank darüber, wie Darmbakterien auf verschiedene Lebensmittel reagieren. Langfristig könnte das zu personalisierten Ernährungsempfehlungen auf Basis objektiver Messdaten führen.

Wann wird es problematisch?

Während normale Blähungen ein Zeichen einer aktiven Darmflora sind, leiden viele Menschen unter schmerzhaften Beschwerden – dem sogenannten Meteorismus. Die Ursachen sind vielfältig:

Luft von außen gelangt durch hastiges Essen, Sprechen während des Kauens oder kohlensäurehaltige Getränke in den Verdauungstrakt. Gasproduktion im Darm entsteht, wenn Darmbakterien ballaststoffreiche Lebensmittel – Hülsenfrüchte, Kohlarten, Vollkornprodukte – abbauen. Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz verstärken das Problem zusätzlich. Und Stress verlangsamt die Verdauung, was wiederum Gasbildung begünstigt.

Das Mikrobiom: Der unsichtbare Chef der Verdauung

Die Billionen von Bakterien in unserem Darm sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Sie entscheiden darüber, wie effizient wir Nahrung verwerten – und beeinflussen unser Immunsystem massiv. Rund 70 bis 80 Prozent unserer Immunzellen sitzen im Darm.

Eine geringe Vielfalt der Darmbakterien – häufig in Industrienationen zu beobachten – wird mit diversen Gesundheitsproblemen verbunden. Schuld daran sind:

  • Monotone, ballaststoffarme Ernährung
  • Künstliche Zusatzstoffe
  • Stress
  • Bestimmte Medikamente

Eine gesunde, vielfältige Bakteriengemeinschaft hält die Darmbarriere intakt und reguliert Entzündungsprozesse im ganzen Körper.

So wird der Bauch ruhiger

Ein effektiver Umgang mit Blähungen erfordert mehrere Baustellen:

Ernährung anpassen: Experten empfehlen eine ballaststoffreiche Kost aus breiter pflanzlicher Vielfalt – manche Forscher raten zu bis zu 30 verschiedenen Pflanzenarten pro Woche. Langsames, achtsames Essen reduziert das Schlucken von Luft.

Low-FODMAP-Diät: Bei wiederkehrenden starken Beschwerden kann der Verzicht auf bestimmte vergärbare Kohlenhydrate helfen – sollte aber unter fachkundiger Anleitung erfolgen.

Lebensstil optimieren: Regelmäßige Bewegung und Stressmanagement durch Entspannungsübungen unterstützen eine gesunde Verdauung.

Arzt aufsuchen: Bei anhaltenden oder neuen starken Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich.

Wendepunkt in der Behandlung funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen

Die objektive Messmethode könnte ein Durchbruch sein. Bisher verliefen sich Ärzte und Patienten auf subjektive Symptombeschreibungen – das erschwerte Diagnose und Therapie erheblich.

Mit Echtzeitdaten zur Mikrobiom-Reaktion wird hochgradig personalisierte Medizin möglich: Statt pauschaler Ernährungsempfehlungen entstehen individuelle Pläne, zugeschnitten auf die Darmflora eines jeden Patienten. Das ist besonders relevant für das Reizdarmsyndrom (RDS), von dem ein signifikanter Teil der Bevölkerung betroffen ist.

Was kommt als nächstes?

Das Projekt „Human Flatus Atlas“ steht noch am Anfang – doch es signalisiert eine klare Richtung: weg von Symptombekämpfung, hin zu datengestütztem Management der Darmgesundheit.

Es ist wahrscheinlich, dass ähnliche Sensortechnologien in den kommenden Jahren für Verbraucher verfügbar werden. Die Erkenntnisse werden auch in zukünftige medizinische Leitlinien einfließen – und könnten damit helfen, dass eines der letzten Tabus der Medizin endlich aus dem Schatten tritt.

Anzeige

Die Kurse spielen verrückt – oder folgen sie nur Mustern, die du noch nicht kennst?

Emotionale Kurzschlussreaktionen auf unruhige Märkte kosten dich bares Geld. Vertraue bei deiner Geldanlage stattdessen auf kühle Analysen und harte Fakten. Seit 2005 navigiert 'trading-notes' Anleger mit präzisen Handlungsempfehlungen sicher durch jede Marktphase. Hol dir dreimal pro Woche unaufgeregte Experten-Strategien in dein Postfach. 100% kostenlos.
Jetzt abonnieren .