US-Regulierer, Bundes-Framework

US-Regulierer schafft erstes Bundes-Framework für Stablecoins

03.03.2026 - 10:01:29 | boerse-global.de

Die US-Bankenaufsicht OCC legt einen umfassenden Regulierungsentwurf vor, der Stablecoin-Emittenten bankenähnlichen Kapital- und Reservevorschriften unterwirft und Zinszahlungen verbietet.

US-Regulierer schafft erstes Bundes-Framework für Stablecoins - Foto: über boerse-global.de
US-Regulierer schafft erstes Bundes-Framework für Stablecoins - Foto: über boerse-global.de

Die USA schaffen erstmals klare Bundesregeln für Stablecoin-Hersteller. Ein umfassender Vorschlag der US-Bankenaufsicht OCC soll die milliardenschwere Branche in das traditionelle Finanzsystem integrieren – mit strengen Auflagen, die an Banken erinnern.

Ein neues Zeitalter der Aufsicht bricht an

Der 376 Seiten starke Entwurf setzt den GENIUS Act aus dem Jahr 2025 in die Praxis um. Er definiert detaillierte Anforderungen an das Management von Reserven, Kapital, Liquidität und Betriebsabläufen. Ziel ist es, die bisherige Grauzone zu beenden und Stablecoins als Kernbestandteil der Zahlungsinfrastruktur zu etablieren. Der Vorschlag liegt nun 60 Tage zur öffentlichen Konsultation aus.

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„Dies ist einer der bedeutendsten Schritte eines US-Regulierers überhaupt“, kommentiert eine Finanzanalystin. „Stablecoins werden nicht länger als Krypto-Experiment, sondern als systemrelevantes Zahlungsmittel behandelt.“ Die Regeln gelten sowohl für inländische als auch für ausländische Emittenten, die US-Kunden bedienen wollen. Sie schaffen damit einen einheitlichen Standard.

Strenge Regeln: Reserven wie bei einer bank

Herzstück des Frameworks sind die strikten Vorgaben für die Reservehaltung. Jeder ausgegebene Stablecoin muss eins zu eins durch hochwertige, liquide Vermögenswerte gedeckt sein. Dazu zählen US-Dollar, kurzfristige US-Staatsanleihen und bestimmte Pensionsgeschäfte.

Doch die OCC geht noch weiter. Sie führt Kapital- und Liquiditätsvorschriften ein, die denen für Banken gleichen. Emittenten müssen Mindestkapital vorhalten, interne Kontrollsysteme etablieren und strenge Cybersecurity-Richtlinien umsetzen. „Damit sollen Stabilität gewährleistet und systemische Risiken verhindert werden“, heißt es aus regulatorischen Kreisen. Für viele kleinere Anbieter dürften diese Hürden kaum zu nehmen sein.

Verbot von Zinsen und Belohnungen als Zankapfel

Besonders kontrovers ist die strikte Auslegung des Zinsverbots. Der GENIUS Act untersagt es, für das Halten von Stablecoins Zinsen oder Renditen zu zahlen. Die OCC will nun auch indirekte Belohnungsprogramme über Drittplattformen unterbinden.

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Die Aufseher fürchten, dass solche Konstrukte de facto verzinsliche Konten simulieren und so Einlagen vom traditionellen Bankensektor abziehen könnten. Enge finanzielle Verflechtungen zwischen Emittent und Belohnungsplattform gelten im Entwurf als Umgehungsversuch. Diese Interpretation könnte die Geschäftsmodelle großer Player wie USDC fundamental infrage stellen.

Klarheit für den globalen Markt

Die Einbeziehung ausländischer Emittenten ist eine Schlüsselentscheidung. Bisher operierten einige Offshore-Anbieter in einer regulatorischen Grauzone auf dem US-Market. Künftig müssen sie sich der US-Aufsicht unterwerfen und die gleichen Reserve-Standards erfüllen.

Die Branche reagiert gespalten. Während viele die endgültige Rechtssicherheit begrüßen, kritisieren andere den restriktiven Ansatz. „Die Klarheit wird institutionelles Kapital anlocken, aber die Kosten werden viele Anbieter aus dem Markt drängen“, prognostiziert ein Brancheninsider. Der Weg für eine Konsolidierung hin zu großen, kapitalstarken Unternehmen scheint geebnet.

Was kommt als Nächstes?

Die öffentliche Konsultation endet am 1. Mai 2026. Anschließend wird die OCC die Stellungnahmen auswerten und eine endgültige Regel veröffentlichen. Diese soll spätestens 18 Monate nach Verabschiedung des GENIUS Acts, also im Januar 2027, in Kraft treten.

Dieser Vorschlag ist nur der erste in einer Reihe erwarteter Regelwerke. Er setzt den Ton für die Integration von Stablecoins in den Finanzmainstream – mit bankenähnlichen Sicherheitsvorkehrungen. Die finalen Regeln werden die Zukunft digitaler Zahlungen in den USA und die globale Ausrichtung großer Stablecoin-Projekte maßgeblich prägen.

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