US-Luftwaffe, Drohnen-System

US-Luftwaffe demonstriert erfolgreich modulares Drohnen-System

13.02.2026 - 17:30:22

Die US-Luftwaffe hat erfolgreich eine offene Softwarearchitektur für Kampfdrohnen getestet, die Herstellerunabhängigkeit ermöglicht und den Weg zur Serienproduktion ebnet.

Die US Air Force hat einen entscheidenden Durchbruch bei der Entwicklung autonomer Kampfdrohnen erzielt. In einem wegweisenden Test gelang die Integration unterschiedlicher Software auf verschiedenen Drohnen-Prototypen – ein Meilenstein für das milliardenschwere Collaborative Combat Aircraft (CCA)-Programm.

Offene Architektur durchbricht Hersteller-Abhängigkeit

Im Kern des Erfolgs steht die Autonomy Government Reference Architecture (A-GRA), eine offene Referenzarchitektur der US-Luftwaffe. Diese ermöglicht es, Missionssoftware von der spezifischen Flugzeug-Hardware zu entkoppeln. In den aktuellen Tests wurde die Autonomie-Software von RTX Collins Aerospace auf den Drohnen-Prototyp General Atomics YFQ-42A installiert, während die Software von Shield AI auf dem Modell YFQ-44A von Anduril Industries zum Einsatz kam.

Dieser Ansatz verhindert den gefürchteten „Vendor Lock“ – also die Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller. Stattdessen kann das Militär die besten Algorithmen unabhängig vom Hardware-Anbieter schnell einsetzen. „Wir schaffen ein wettbewerbsfähiges Ökosystem“, erklärt ein Luftwaffen-Sprecher. Die Architektur gilt als zentraler Baustein für die Next-Generation Air Dominance (NGAD)-Systemfamilie.

Erste halbautonome Flugtests bereits erfolgreich

Die gelungene Integration ebnete den Weg für erste halbautonome Flugtests. General Atomics gab bekannt, dass seine YFQ-42A-Drohne mit der Collins-Software „Sidekick“ bereits eine mehr als vierstündige Mission absolviert habe. Die Drohne führte dabei Befehle einer Bodenstation präzise aus. Dies belegt die praktische Tauglichkeit des offenen Systems unter realen Bedingungen.

Das CCA-Programm zielt darauf ab, die bemannte Kampfflugzeug-Flotte mit mindestens 1.000 unbemannten, halbautonomen „Wingmen“ zu verstärken. Diese Drohnen sollen gefährliche Missionen wie Angriffe, Aufklärung und elektronische Kriegsführung übernehmen und so als Kraftmultiplikator für Jets wie die F-35 fungieren. Das Programm hat an Tempo zugelegt: Die Verträge für „Increment 1“ wurden 2024 vergeben, erste Prototypen flogen bereits 2025.

Strategische Implikationen: Wendepunkt für Rüstungsbeschaffung

Die erfolgreichen Tests sind das Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen der Luftwaffe und einem diversen Feld von Rüstungsunternehmen. Dieser Multi-Vendor-Ansatz ist strategisch zentral. Analysten sehen darin einen Wendepunkt: Durch die Schaffung von „bezahlbarer Masse“ („affordable mass“) soll die Kampfflugzeug-Kapazität zu geringeren Kosten massiv erweitert werden.

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Die Fähigkeit, Taktiken und Fähigkeiten einfach durch Software-Updates über eine ganze Flotte hinweg zu verbessern, ist ein Game-Changer. Sie ermöglicht es, schneller auf Bedrohungen zu reagieren als mit traditionellen, hardware-zentrierten Entwicklungszyklen. Dies unterstützt direkt die US-amerikanische National Defense Strategy.

Der Weg zur Serienproduktion

Mit der validierten Autonomie-Architektur rückt die Entscheidung über die Serienproduktion von „Increment 1“ näher. Die US-Luftwaffe erwartet, diese noch in diesem Jahr zu treffen. Die Daten der laufenden Flugtests bilden die Grundlage für die Bewertung der Plattformen.

Obwohl General Atomics und Anduril die aktuellen Prototypen-Lieferanten sind, bedeutet das offene Architektur-Modell, dass auch andere Unternehmen um den Serienauftrag konkurrieren können. Die Luftwaffe plant, die ersten CCA-Drohnen noch vor Ende des Jahrzehnts in Dienst zu stellen, zunächst in einer Stückzahl von 100 bis 150.

Die Entwicklung soll in spiralförmigen Inkrementen weitergehen, wobei jede Iteration verbesserte Fähigkeiten bringt. Der Erfolg der A-GRA stellt sicher, dass neue Technologien nahtlos in die wachsende Flotte autonomer Wingmen integriert werden können – ein entscheidender Schritt, um die Lufthoheit der Zukunft zu sichern.

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